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WhatsApp-Alternativen im Überblick

Es muss nicht immer WhatsApp sein. Auf dem Markt gibt es bereits zahlreiche Alternativ-Messenger.
Es muss nicht immer WhatsApp sein. Auf dem Markt gibt es bereits zahlreiche Alternativ-Messenger.
Foto: STAN HONDA/AFP/Getty Images/mit Photoshop bearbeitet
WhatsApp ist mit über einer Milliarde aktiver Nutzer ohne Zweifel der erfolgreichste Messenger – jedoch wird immer häufiger Kritik am Marktführer laut.

Egal, ob es um Datenschutz, eure Privatsphäre oder aber einfach um die Stabilität der App selbst geht. WhatsApp zieht viel Kritik auf sich. Dabei sind Nutzer ja nicht an den Messenger gebunden. Wir haben uns verschiedene Messenger als Alternative zu WhatsApp angeschaut und sagen euch, was sie können.

Google Hangouts - Der Messenger der Datenkrake

Features:

  • + kostenlos
  • + automatische Synchronisierung
  • + auf allen gängigen Plattformen vertreten
  • - keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • - du "zahlst" mit deinen Daten

Bei Hangouts sind bereits die Messenger-Basics eine Nummer größer gedacht. An Gruppenchats können bis zu 150 Personen teilnehmen, zudem ist das Programm auf allen gängigen Plattformen verfügbar und synchronisiert sich von selbst. Chats, die du auf deinem iPhone beginnst, werden automatisch auf dein Chromebook gespiegelt. Interessant für Meetings und Telefonkonferenzen ist die Funktion “Bildschirm teilen”. Mit einem Klick kann dein Chatpartner sehen, was auf deinem Monitor passiert.

Google Hangout

Googles Datenschutzbedingungen unter Kritik

Eines muss dir bewusst sein: Da Google Hangouts kostenlos ist, bezahlst du den Service mit deinen Daten. Werbung wird keine geschaltet. Ob du Google vertrauen möchtest, ist dir selbst überlassen. In letzter Zeit stand der Konzern jedoch in der Kritik, da oft die Datenschutzbedingungen geändert wurden. Für den User ist deswegen nicht ersichtlich, was sich geändert hat und wie mit persönlichen Daten umgegangen wird. Lobenswert sind jedoch das Dashbord und der Privatsphärecheck. Diese beiden Tools geben dir Auskunft über alle Daten, die Google über dich sammelt. Von Suchanfragen über Schnappschüsse in der Cloud bis hin zu Hangout-Nachrichten ist dort alles übersichtlich aufgelistet.

Keine Sicherheit für empfindliche Daten

Beim Thema Sicherheit hat Google noch Nachholbedarf. Der Messenger verschlüsselt die Nachrichten nicht per “Ende-zu-Ende”-Verschlüsselungen wie seine Konkurrenten, sondern setzt ausschließlich auf eine abgesicherte HTTPS-Verbindung, die leider nicht ausreicht, um deine empfindlichen Informationen vor Angreifern zu schützen.

Signal, der Messenger, den selbst Edward Snowden nutzt

Features:

  • + kostenlos
  • + Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • + Open Source-Lizenz/ quelloffene App
  • + zusätzliche Sicherheitsfunktionen
  • - verlangt Zugriff auf überdurchschnittlich viele Informationen

Signal überzeugt mit allen notwendigen Grundfunktionen, wie Gruppenunterhaltungen und Sprachanrufen. Auch Dateien können über den Messenger geteilt werden. Dank eines speziellen Netzwerkprotokolls können Nachrichten blitzschnell empfangen und gesendet werden, eine schlechte Netzabdeckung in ländlichen Regionen sollte die Benutzung nicht einschränken. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt für die notwendige Sicherheit.

Signal Private Messenger

Signal lässt sich per offenem Quellcode nachvollziehen

Für besonders heikle Nachrichten kann ein “Zerstörungs-Countdown” eingestellt werden, nach dessen Ablauf sich die Mitteilung automatisch von allen Geräten löscht. Mit Signal kannst du auch unverschlüsselte SMS und MMS senden und empfangen. Zudem ist die App quelloffen. Programmierer und Cracks können sich den Code der App anschauen und die Funktionsweise nachvollziehen.

Es wird auf Sicherheit gesetzt

Signal wird von Open Whispers unter einer Open-Source-Lizenz entwickelt. Das Unternehmen sieht sich selbst als “Software Projekt” und bezeichnet sich als Non-Profit-Organisation, die besonderen Wert auf Privatsphäre und Verschlüsselung legt. Das Open Whispers´ Selbstverständnis auch bei der Entwicklung von Signal eine Rolle gespielt hat, sieht man bei der Umsetzung der Sicherheitsfunktionen des Messengers.

Signal setzt auf eine unknackbare Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die Entschlüsselungscodes werden auf deinem Handy gespeichert. Der Entwickler hat keinen Zugriff auf eure Unterhaltungen. Auch Videochats und Gruppenunterhaltungen sind geheim.

Edward Snowden hält Signal für vertrauenswürdig

Obwohl Signal kostenfrei ist, verkauft der Entwickler nicht deine persönlichen Daten, sondern finanziert sich über Spenden. Dank der konsequenten Umsetzung der Sicherheitsfeatures hat Signal mittlerweile einige prominente Nutzer. Der Whistleblower Edward Snowden hat alle anderen Messenger-Dienste deinstalliert und verwendet nur noch die quelloffene Alternative. Die Oscar-Preisträgerin und Journalistin Laura Poitras lobt die Skalierbarkeit des Messengers.

Erstaunlich viel Zugriff nötig

Trotz der scheinbar guten Absichten verlangt Signal bei der Installation Zugriff auf mehr als nur Telefonie und Kontakte. Darunter Informationen zum WLAN, zum Kalender, zum Standort und zur Identität des Nutzers.

Signal ist für Android-Smartphones, iPhones und als Desktop-Version für Mac, PC und Linux verfügbar.

Telegram: cloudbasierter Messenger

Features:

  • + kostenlos
  • + Dateien können auf dem gerät oder in der Cloud gespeichert werden
  • + Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • + Entwickler können eigene APIs und Tools für Telegram entwickeln

Telegram ist anders als WhatsApp ein cloudbasierter Messenger mit Synchronisierungsfunktion, das bedeutet, dass er auf diversen Geräten wie Smartphones, Tablets und Computern gleichzeitig genutzt werden kann. Dateien (Bilder, Videos, mp3 etc.) lassen sich bis zu 1,5 Gigabyte pro Datei in unbegrenzter Zahl teilen. Wer diese nicht auf dem Gerät speichern möchte, kann dafür die Cloud nutzen.

Telegram Messenger

Hersteller verspricht mehr Sicherheit als bei WhatsApp

Die App erlaubt Gruppen für bis zu 30.000 Personen, das Erstellen eigener Kanäle, über die an ein unbegrenztes Publikum übertragen werden kann und das Verschicken sämtlicher bekannter Dateiformate. Die Kombination aus SMS und E-Mail soll sich gleichermaßen für private und geschäftliche Nachrichten eignen, dazu zählen unter anderem die Ende-zu-Ende-verschlüsselten Anrufe via Telegram.

Laut Hersteller ist Telegram aufgrund der Multi-Datenzentren-Infrastruktur schneller und deutlich sicherer als beispielsweise WhatsApp. Als Argument dafür gilt das MTProto-Protokoll, das auf lang erprobten Algorithmen aufbaut, um Sicherheit mit Hochgeschwindigkeitszustellung und Verlässlichkeit bei schwachen Verbindungen kompatibel zu machen.

Verschiedene Sicherheitsoptionen

Darüber hinaus bietet Telegram sogenannte Geheimchats an, in denen Nachrichten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verschickt werden und somit keine Spuren auf den Telegram-Servern hinterlassen. Geheimchats unterstützen "Selbstzerstörungs"-Nachrichten (es kann ein Timer bis zur automatischen Löschung der Nachricht gesetzt werden) und erlauben kein Weiterleiten. Sie sind nicht an die Telegram-Cloud gekoppelt und können nur über das Gerät genutzt werden, auf dem Telegram ursprünglich installiert wurde.

Telegram lässt Entwickler basteln

Da Telegrams API offen zugänglich ist für Entwickler, können diese ihre eigenen Apps basteln. Es gibt darüber hinaus auch ein Bot API. Diese Plattform erlaubt es, einfach zu entwickelnde, spezielle Tools für Telegram zu kreieren und diverse Services zu integrieren.

Telegram ist für Android-Smartphones, iPhones und als Desktop-Version für macOS, Mac, PC und Linux verfügbar.

Threema: kostenpflichtig, aber ohne Datenspur

Features:

  • + eine der bekanntesten Messenger-Alternativen
  • + alle Server befinden sich in der Schweiz
  • + keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse nötig
  • + kann auch vollständig anonym benutzt werden
  • - nicht kostenlos: 2,99 Euro (Android), 3,49 Euro (iOS)

Threema ist eine der bekanntesten WhatsApp-Alternativen auf dem Markt und taucht sehr häufig in den Top Ten der Download-Charts auf. Der Messenger aus der Schweiz ist, im Gegensatz zu vielen anderen Kurznachrichtendiensten, nicht kostenlos. Wer jedoch Wert auf Datenschutz und Privatsphäre legt, wird vor einer kleinen Investition nicht zurückschrecken.

Threema Messenger

Nutzung ohne Telefonnumer oder E-Mail-Adresse

Die Firma betont, dass sämtliche Kommunikation komplett verschlüsselt über Schweizer Server läuft. Wer möchte, kann den Dienst auch komplett anonym nutzen. Der Hersteller betont, dass Threema so konzipiert sei, dass keine Datenspur entsteht. Im Gegensatz zu anderen Messengern erfordert Threema nämlich keine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zur Einrichtung. Nutzer erhalten eine ID, die Kommunikation läuft ausschließlich auf diesem Weg. Der Funktionsumfang unterscheidet sich kaum von anderen Anbietern. Egal ob Text- und Sprachnachrichten, das Versenden von Dateien, die Erstellung von Gruppenchats oder Sprachanrufe. Der Dienst aus der Schweiz muss sich vor den großen Konkurrenten aus den USA nicht verstecken.

Threema ist für Android-Smartphones, iPhones und als Web-Version für den Computer verfügbar.

Wickr Me: verschlüsselt, anonymisiert und löscht nach Bedarf

Features:

  • + kostenlos
  • + Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • + verschickte Nachrichten können mit Löschzeitpunkt versehen werden
  • + Daten werden angeblich nicht gespeichert oder analysiert
  • - weniger Funktionen als andere Messenger

Wickr Me ist ein weiterer kostenloses Messenger, der die Privatsphäre der Nutzer in den Vordergrund stellt. Der Hersteller des Nachrichtendienstes gibt an, dass sämtliche Daten über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen werden. Der Dienst beherrscht die gängigsten Features (Text- und Sprachnachrichten, Gruppenchats, etc.). Eine Funktion, die von Snapchat abgekupfert worden zu sein scheint: Nutzer können jede einzelne Nachricht mit einem Verfallsdatum versehen. Ist dieses erreicht, werden die Nachrichten automatisch gelöscht.

Wickr Messenger

Wickr gibt auf seiner Webseite an, die Daten der Nutzer nicht zu speichern, zu analysieren oder zu verkaufen.

Wickr Me ist für Android-Smartphones, iPhones und als Desktop-Variante für zahlreiche Plattformen erhältich.

iMessage: nicht plattformübergreifend und vorinstalliert

Features:

  • + kostenlos
  • + Zusatzfunktionen, die andere Messenger nicht haben
  • + Synchronisierung via Apple-ID
  • - nur für Apple-Geräte verfügbar

Zugegeben: dieser Messenger ist nicht für jeden geeignet, da er ausschließlich auf Apple-Geräten verfügbar ist. Neben den gewohnten Funktionen (Text- und Sprachnachrichten, Gruppenchats, etc.) bringt Apples hauseigener Nachrichtendienst eine witzige Gimmicks mit, die anderen Messengern fehlen. So können Nutzer Nachrichten mit Effekten versenden. So kann die Sprechblase, in der der Text erscheint, mit "Geheimtinte" geschrieben werden und gibt den Inhalt erst frei, wenn der Nutzer mit dem Finger hinüber streicht. Auch können die Nachrichten mit animierten Hintergründen weiter individualisiert werden. Bei Geburtstagsglückwünschen steigen dann Luftballons im Hintergrund auf.

iMessages Messenger

Automatische Synchronisation auf iPad, Apple Watch, Mac und Co.

Durch die Vernetzung verschiedener Apple-Geräte anhand der Apple-ID, werden Nachrichten automatisch auf ein eventuell vorhandenes iPad, eine Apple Watch oder einen Mac übertragen und können auch von dort beantwortet oder gelöscht werden. Eine Archiv-Funkion oder die Möglichkeit, Nachrichtenverläufe festzupinnen, gibt es in iMessage nicht.

iMessage ist auf jedem iOS-Gerät oder Mac vorinstalliert, kann von Android-Nutzern aber nicht geladen werden.

Line, das WhatsApp Asiens

Features:

  • + kostenlos
  • + andere Line-Nutzer auf verschiedene Arten hinzufügbar
  • + zusätzliche Line-Addons, wie Virenscanner
  • + eigener Line-Store
  • - bis vor kurzem noch von Stiftung Warentest wegen fehlender Sicherheit bemängelt

Line ist das WhatsApp Asiens und kann weltweit über 400 Millionen monatliche Nutzer verzeichnen. Neben Japan ist der Messenger vor allem bei Usern aus Thailand, Indonesien, Taiwan und Mittel- und Südamerika beliebt, seit 2013 ist er aber auch in Deutschland verfügbar.

Zu den Grundfunktionen von Line gehören Standards wie das Austauschen kostenloser Sofortnachrichten, entweder direkt oder in Gruppen-Chats, Video- und Sprach-Anrufe in Echtzeit und das Teilen von Fotos, Videos, Kontaktdaten und Standortinformationen.

Line Messenger

Nutzer hinzufügen durch Schütteln, QR-Code oder Line-ID

Zusätzlich gibt es die Facebook-ähnliche Timeline, über die Nutzer ihre Freunde mit Nachrichten, Bildern, Videos und Stickern auf dem Laufenden halten können. Das Feature Keep dient dazu, die eigenen Lieblingsnachrichten, -bilder und -videos dauerhaft zu speichern. Um neue Freunde schnell und einfach hinzuzufügen, stehen außerdem mehrere Optionen zur Verfügung. Die Funktion "Shake it!" erlaubt es, dass mehrere Line-Nutzer in unmittelbarer Nähe ihr Smartphone schütteln und so die nötigen Daten übertragen werden. Darüber hinaus lassen sich Freunde via QR-Code oder Line-ID hinzufügen.

Addons und Line Store

Was Line von WhatsApp unterscheidet sind beispielsweise zusätzlich erhältliche Addons, dazu zählen Foto-Apps, LINE@, mit dem ein User ein zusätzliches Konto erstellen kann, eine Sammlung von Line-Tools und ein Virenscanner. Im eigenen Line Store lässt sich gegen Bezahlung die Stickersammlung erweitern, es gibt eine Auswahl an unterschiedlichen Designs und auch Spiele sind verfügbar.

Mit Line vergünstigt ins Ausland telefonieren

Via Line Out ist es außerdem möglich, einen 30-Tage-Tarif für kostengünstige Telefonie ins internationale Ausland zu buchen. Ruft man dagegen einen anderen Line-User an, bleibt die Telefonie kostenlos.

Bis vor kurzem noch Sicherheitsbedenken

In Bezug auf Sicherheit setzt Line seit 2015 auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, versteckte Chats und eine PIN-Sperre zum Schutz der Kommunikation. Im Jahr zuvor warnte allerdings noch Stiftung Warentest über die mangelnde Sicherheit des Messengers. Bemängelt wurde unter anderem, dass der Anbieter die Chats der User mitlesen könne und sich in den AGB vorbehalte, die Nutzungsbedingungen ohne zusätzliche Information ändern zu können.

Line ist für Android-Smartphones, iPhones und als Desktop-Version für Mac und PC verfügbar.

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