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Nach Hype: Kritik am sozialen Netzwerk Vero

Die Baufirma des Vero-CEOs soll die Arbeiter in „verdreckten Wüsten-Lagern“ hausen lassen haben.
Die Baufirma des Vero-CEOs soll die Arbeiter in „verdreckten Wüsten-Lagern“ hausen lassen haben.
Foto: Imago
Unter dem Hashtag #deletevero, wird das neue soziale Netzwerk derzeit scharf kritisiert, nachdem es zuvor gelobt wurde. Ziel der Kritik ist die Vergangenheit des Vero-CEOs.

Die App Vero ist derzeit in aller Munde. Nach einem riesigen Hype um das neue soziale Netzwerk, das Facebook, Instagram und Co. Konkurrenz machen will, hagelt es nun Kritik von anderer Seite – es ist die Rede von Korruption und Ausbeutung.

Vero-CEO war vorher umstrittener Bauherr

Unter dem Hashtag #deletevero schließen sich derzeit viele im Netz zusammen und fordern andere auf, das Netzwerk zu blockieren. Ist der Höhenflug etwa schon bald wieder Geschichte?

Der Grund für die Kritik ist ein genauerer Blick hinter die Kulissen der App und auf die Macher. Vero stammt nämlich nicht, wie das Äußere vermuten lassen könnte, von hippen Internetnerds aus dem sonnigen Silicon Valley, sondern ist im Besitz von Ayman Hariri.

Einmal kurz googlen reicht, um zu erfahren, dass der Sohn von Libanons ehemaligem Ministerpräsidenten Rafik Hariri, der 2005 bei einem Attentat ums Leben kam, bis zum Sommer vergangenen Jahres Geschäftsführer der umstrittenen Baufirma Saudi Oger war.

Hariris vorherige Firma zahlte keine Löhne

Die Firma setzte Großprojekte in Saudi Arabien um und geriet 2016 in die Kritik, weil sie, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, seinen Arbeitern keine Löhne bezahlt habe. Außerdem habe das Unternehmen die Arbeiter in „verdreckten Wüsten-Lagern“ hausen lassen und schließlich sogar Lebensmittel verweigert. Laut „Neuer Zürcher Zeitung“ stellte die Firma ihren Betrieb im Juli 2017 nach Missmanagement und Korruption ein.

Kritik an Vero auch auf Twitter

Ausbeutung, Machtmissbrauch, Korruption – viele fragen sich aus diesen Gründen: Möchte ich, dass ein libanesischer Milliardär, der mit diesen Mitteln reich wurde, mit mir und meinen Daten Geld verdient? Und haben dafür ein klares „Nein!“ parat.

Im Netz macht beispielsweise ein Tweet von Tyler Hansen unter dem Hashtag #deletevero die Runde, in dem es heißt: „Nun, Vero hat Spaß gemacht, bis ich realisiert habe, dass ihr CEO 9000 Philippiner, die für seine frühere Baufirma arbeiteten, nicht bezahlt und sie damit quasi obdachlos gemacht hat, sodass sie auf Spenden angewiesen waren. peace“.

Vero zog angekündigte Jahresgebühr zurück

Gerade erst vermeldeten die Gründer der App auf ihrer Website, dass sie die Eine-Million-Marke geknackt haben. Eigentlich hieß es im Vorfeld, sobald die App eine Million Nutzer verzeichnet, wird es eine Jahresgebühr geben, mit der sich das Netzwerk finanzieren will. Schließlich ist eine Besonderheit von Vero, dass es keine Werbung in der App gibt.

Nun aber heißt es in der Meldung: „Wie versprochen, hat die erste Million aller Nutzer lebenslang freien Zugriff auf Vero. Wegen der technischen Probleme in den letzten Tagen erweitern wir dieses Angebot für alle neuen Anmeldungen, bis wir etwas anderes vermelden.“

Kritik könnte Positivtrend der App beenden

Fraglich, ob die Beschwerden über technische Probleme der einzige Grund für dieses großzügige Angebot ist, oder vielmehr die Kritik, die noch tiefer geht. Schließlich könnte die – und das ist auch gut so – stark am Image der App kratzen und damit eher den Sink- als einen weiteren Höhenflug einleiten.

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