Apps 

Alles im Blick – mit diesen Apps streamt man die Spiele der Champions League

Wer in dieser Saison sämtliche Spiele der Champions League verfolgen will, muss investieren. Neben Sky muss wohl noch ein zweites Abo abgeschlossen werden.
Wer in dieser Saison sämtliche Spiele der Champions League verfolgen will, muss investieren. Neben Sky muss wohl noch ein zweites Abo abgeschlossen werden.
Foto: imago/ZUMA Press
Wer wirklich alle Spiel der Königsklasse verfolgen will, muss in diesem Jahr flexibel sein – denn nur noch ein Abonnement genügt nicht mehr.

Aus mit Free-TV. Wer die Besten der Besten im europäischen Fußball sehen will, muss in Deutschland das erste Mal ohne Free-TV auskommen. Die UEFA Champions League, Europas wichtigster Vereinswettbewerb, ist mit Beginn der Saison 2018/2019 ins Pay-TV verschwunden. Sämtliche Spiele bis zum Finale finden sich nunmehr auf Sky und dem mittlerweile zwei Jahre alten Sportstreaming-Dienst DAZN.


Dass sich die beiden Anbieter die Lizenz teilen, hat laut Medienberichten vor allem monetäre Gründe. Die Lizenzrechte für die Königsklasse sollen in diesem Jahr wieder einmal die Grenzen gesprengt haben. Die hohen Preise sollen für Sky in schwindelerregende Hohen geraten sein. Daraus entstand wohl die Partnerschaft mit DAZN, die für Kunden sowohl Vor-, als auch Nachteile bringt.

Sky-Abonnenten verlieren Inhalt

Sky-Abonnenten, die momentan noch innerhalb einer Bindungsfrist stecken, verlieren durch die neue Rechteverteilung einiges an Inhalt. Während bisher alle Spiele sowohl einzeln als auch in der Konferenz geschaut werden konnten, reduziert sich nun vor allem die Anzahl der Einzelspiele bei Sky dramatisch. Abonnenten von DAZN gewinnen im gleichen Atemzug jede Menge Einzelspiele hinzu, die das bereits interessante Fußball- und Sportangebot des Anbieters noch weiter aufwerten.

Auswahlverfahren unklar

Neben den Zusatzkosten, die entstehen, ist auch das von den beiden Anbietern vereinbarte Auswahlverfahren, wer welches Spiel übertragen darf, nicht ohne weiteres durchschaubar. Während man die Vorrundenspiele dank zur Verfügung gestellter Tabelle mittlerweile relativ leicht findet, ist durch komplizierte Verfahren zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar, welche Mannschaft wo ab dem Achtelfinale (gesetzt dem Fall eines Aufstiegs) zu sehen sein wird.

Nichtsdestotrotz erhoffen sich sowohl Sky-Kunden als auch Sky-Verweigerer einiges an frischem Wind von DAZN. Der aus Premiere hervorgegangene Pay-TV Anbieter stand durch undurchsichtige Preisstrukturen und einem unzureichenden App-Angebot immer wieder in der Kritik.

DAZN

Der von der britischen Perform Gruppe 2016 gegründete Streamingdienst gehört mit seinen knapp zwei Jahren zu den Neulingen in Sachen Sportübertragungen. DAZN (ausgesprochen Da Zone) setzt dabei auf ein umfangreiches Angebot an Sportveranstaltungen. Gestartet in Deutschland und Österreich, ist der Dienst mittlerweile auch in Italien, Kanada, Schweiz, Japan und dem Vereinigten Königreich verfügbar.

Das Angebot konnte sich dabei vom Start weg sehen lassen. Zum Launch der Plattform sicherte man sich unter anderem die Übertragungsrechte für La Liga und schnappte Sky die englische Premier League weg. Auch Serie A, Ligue 1 und andere Ligen lassen sich empfangen. Hinzu kommen auch noch die NFL, MLB sowie Tennis, Basketball, NASCAR und einige andere Sportarten.


Seit dem Start der Saison 2018/2019 werden zusätzlich Spiele der Champions League sowie alle Spiele der UEFA Europa League übertragen. Vor allem die Champions League dürfte durch die vielen Einzelspiele sowie dem attraktiven Preis des Anbieters bei einigen Fußball-Fans großes Interesse wecken. Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Verteilung der Einzelspiele dabei nicht vollständig durchschaubar. So wurden die Spiele nach der Auslosung der Vorrunde zwischen den Anbietern aufgeteilt, wer nach der Vorrunde welches Spiel zeigt hängt aber davon ab, welche Konstellationen sich im Achtelfinale ergeben.

Ein Verfolgen der eigenen Lieblingsmannschaft mit nur einem Abonnement ist also mehr als unwahrscheinlich. Erschwerend hinzu kommt, dass deutsche sowie österreichische Kunden unterschiedliche Spiele bei ein und demselben Anbieter sehen. Während in Deutschland Sky fünf von sechs Vorrundenspiele der Münchner exklusiv zeigt, werden österreichische Bayern-Fans hauptsächlich auf DAZN Spiele des FC Bayern München empfangen können.

Apps für viele Plattformen

Was die Auswahl an Apps angeht, kann man DAZN kaum einen Vorwurf machen. Zum Start des Dienstes noch etwas schleppend unterwegs, werden mittlerweile alle erdenklichen Plattformen unterstützt. Android, iOS, Apple TV, Fire TV, Playstation, XBOX und noch viele andere Systeme haben passende Apps bekommen. Praktischerweise hat man sich bei DAZN für eine gemeinsame Oberfläche entschieden, was über sämtliche Plattformen hinweg zu einer einheitlichen Optik führt. Die App teilt sich dabei in Live-Streams, Highlight Streams sowie in verschiedene Kategorien der einzelnen Sportarten auf. Wählt man einen Livestream aus, startet dieser, sofern die eigene Bandbreite ausreicht, sofort.


Der Player von DAZN ist relativ schlank gestaltet. Neben einem Button zum Pausieren bzw. Fortsetzten des Streams, finden sich noch Knöpfe zum 15-sekundigen Vor- und Zurückspulen. Bei ausreichender Bandbreite laufen die Streams von DAZN äußerst flüssig und halten mit dem HD-Bild, wie es Sky beispielsweise per Satellit ausstrahlt, gut mit. Wer in Full-HD bei 1080p streamen möchte, sollte aber um die 9 MBit/s aus der eigenen Leitung bekommen. Etwas vermisst wird die fehlende Option, die Übertragungsqualität des Streams selbst regulieren zu können. Dies führt dazu, dass bei kurzfristigen Drops in der Downloadrate das Bild massiv heruntergestuft wird und teilweise mehrfach zwischen den Qualitätsstufen springt.

Nutzer, die unterwegs über Mobilfunk streamen möchten, haben auch nur den sogenannten Datensparmodus zur Verfügung, der selbständig die Qualität reguliert, um das Datenvolumen zu schonen. Etwas ärgerlich bei den Apps ist die maximale Anzahl gleichzeitig angemeldeter Geräte. Insgesamt können sieben Geräte angemeldet sein.

Loggt man sich mit einem achten Gerät ein, wird das erste in der Liste rausgeschmissen. Beim nächsten Start der Anwenung müssen die Anmeldedaten neu eingeben werden – bei einer mehrköpfigen Familie mit einigen Geräten ein etwas lästiges Unterfangen. Gleichzeitig konsumiert werden können zwei Streams. So ermöglicht man zumindest das Anschauen von zwei Events gleichzeitig.

Unschlagbarer Preis

Was Preis und Inhalte angeht, spielt DAZN momentan in einer eigenen Liga. Kunden, die sich für DAZN entscheiden, können sämtliche Inhalte abrufen und streamen und zahlen dafür 9,99 Euro im Monat. Neben der Möglichkeit, dass Abonnement jederzeit ohne Kündigungsfrist beenden zu können, ermöglicht DAZN sogar, die Zahlungen für bis zu drei Monate zu pausieren. Eine praktische Option für jene Abonnenten, die beispielsweise in der fußballfreien Sommerpause keine Verwendung für den Streamingdienst haben.

Bei aller Attraktivität, die DAZN bietet, bleibt aber selbstverständlich die Frage, wie lange es bei diesem Preis und dieser Konstellation bleibt. Neben den immer teurer werdenden Lizenzrechten könnte auch die Konkurrenz langfristig größer werden. Ein Faktor, der die Lizenzpreise weiter in die Höhe treiben würde. Und zu einer stärkeren Zersplitterung führen könnte, wie sie bereits in anderen Märkten der Fall ist.


DAZN ist für 9,99 Euro im Abonnement erhältlich. Der erste Monat kann dabei kostenlos getestet werden.

SkyGo

In Deutschland und Österreich ist Sky der Inbegriff von Pay-TV. Neben den Film- und Serienangeboten sind es aber vor allem Sportübertragungen, die für viele Sky-Kunden von Interesse sind. Vor allem die Fußball-Bundesliga, als auch die UEFA Champions League sind hier für viele Kunden recht interessant. Bedauerlicherweise hat das Angebot bei Sky in den letzten Jahren aber massiv abgenommen.

Jahr um Jahr verschwinden immer mehr Rechte bei anderen Anbietern. Wie bereits erwähnt, konnte man beispielsweise bis vor einigen Jahren noch Spiele der Premier League auf Sky sehen. Auch die Champions League war in vollem Umfang ohne Einschränkungen vertreten. Selbst bei der deutschen Fußball-Bundesliga mussten mittlerweile 40 Spiele im Jahr an den Konkurrenten Eurosport abgetreten werden, dessen Programm ebenfalls kostenpflichtig über den Eurosport Player im Internet verfügbar ist.


Sämtlicher dieser Angebotsverkleinerungen haben sich bei Sky über wenige Jahre hinweg angesammelt, die Verluste bei der deutschen Bundesliga und UEFA Champions League traten innerhalb der letzten beiden Jahre ein. Preisreduktionen? Fehlanzeige! Sofern der Kunde nicht kündigt bzw. den Vertrag auslaufen lässt, zahlen Abonnenten denselben und nach Ablauf der Bindungsfrist noch höhere Preise. Wer Sky grundsätzlich über Satellit oder Kabel empfangen will, muss sich also in ein- oder zweijährige Vertragsverhältnisse begeben. Dazu erhält man dann in den meisten Fällen SkyGo.

Viele Einschränkungen

Das Online-Angebot stellt Abonnenten Sender wie Sky Sport, Film- und Serien-Sender sowie eine umfangreiche Mediathek zur Verfügung. Die App von Sky Go steht unter anderem für iOS und Android sowie Windows zur Verfügung. Apps für Apple TV, Playstation, XBOX, Fire TV und andere Plattformen sind aber nicht erhältlich. Sky wehrt sich hier seit Jahren mit Händen und Füßen dagegen, Kunden das Ansehen der Inhalte auf mehreren Geräten zu ermöglichen. Im Grunde ist die App ähnlich schlank gebaut wie bei DAZN. Streams und Inhalte lassen sich schnell und einfach abrufen. Mit Sky Q scheint man aber immerhin eine neu Richtung einzuschlagen. So soll das Ansehen von Sky-Inhalten auf mehreren Geräten im Haushalt erleichtert werden. Je nach Vertrag ist dies aber nur gegen Aufpreis möglich.

Interessant ist beispielsweise, dass Streams in HD und SD Version abgerufen werden können und trotzdem dynamisch in der Qualität sind. Aufgrund der hauptsächlich auf mobilen Geräten verfügbaren Apps, ist die Qualität an manchen Stellen deutlich unter Full HD. Einschränkungen mancherorts trüben auch das Erlebnis. So kann beispielsweise mit mehreren am Computer angeschlossenen Monitoren die App für Windows nicht genutzt werden. Durch Ausweichen auf den Browser kann dann nicht die volle Qualität erreicht werden.

Sky Ticket

Dass es in Sachen Plattformen aber auch anders und ohne Plattform-Einschränkungen geht, beweist Sky mit Sky-Ticket. Das Angebot steht unabhängig von den langfristigen Abonnements bereit und kann bei Sky jederzeit gebucht werden. Unter Einhaltung der meist einmonatigen Kündigungsfrist kann man dabei auch jederzeit wieder aussteigen. Sky Ticket unterscheidet sich technisch kaum von Sky Go, trotzdem sind Apps für Apple TV, Playstation oder XBOX sehr wohl erhältlich. Was die Übertragungen angeht, sind die Streams meist flüssig. Hin und wieder hat man aber auch hier mit Schluckauf zu kämpfen.

Wie bei DAZN gibt es keine eigene Option zum Anpassen der Auflösung. Eine unangenehme Einschränkung bringen sowohl SkyGo als auch SkyTicket mit. Beide Dienste limitieren die Anzahl der Geräte, die registriert werden dürfen. Bei SkyGo können vier Geräte aktiviert werden. Möchte man ein neues hinzufügen, muss die Geräte-Liste zurückgesetzt werden. Dies ist aber nur alle 60 Tage möglich. Bei SkyTicket können ebenfalls nur vier Geräte aktiviert werden. Pro Monat kann aber wenigstens eines neu hinzugefügt werden.

Preise teils undurchsichtig

Was den Preis angeht, ist vor allem das normale Sky-Abonnement inklusive Sky Go alles andere als transparent. Neukunden erhalten meistens stark reduzierte Angebote, werden nach Ende der Bindungsfrist aber auf einen neuen einjährigen Vertrag umgestellt, der deutlich teurer ist. Nur wenn man rechtzeitig kündigt, kann ein besserer Preis ausgehandelt werden. Die Bandbreite an möglichen Angeboten ist hier aber relativ groß und undurchsichtig. Neukunden bezahlen momentan etwa 19,99 Euro im Monat, wenn sie Champions League und Bundesliga sehen möchten. Nach einem Jahr steigt der Preis dann auf 39,99 Euro.


Auch Sky Ticket ist preislich nicht unbedingt günstig. Das Sky Supersport Ticket kann bis Ende Oktober um 9,99 Euro getestet werden, kostet danach aber 29,99 Euro im Monat. Gerade zur Vorrunde der Champions League ein eher unattraktives Angebot, wenn man nur an Einzelspielen interessiert ist.

Amazon Prime Radio-Streams

Wer sich weder DAZN noch Sky leisten möchte, findet möglicherweise in Amazon Prime eine annehmbare Alternative. Seit letzter Saison bietet das Unternehmen über Amazon Prime Radio-Streams zur UEFA Champions League sowie zur Europa League an. Um den Service nutzen zu können, benötigt man entweder Amazon Prime oder Amazon Music Unlimited.

Sämtliche Streams enthalten sowohl vor als auch nach den Spielen Analysen und Kommentare von Experten, um das Hörerlebnis abzurunden. Hören lassen sich diese Streams über die Amazon Music App. Abspielfähige Geräte sind unter anderem iOS, Android und Desktop-Computer, sowie Alexa-fähige Geräte und Fire-Geräte.

Das Prime-Abo selbst kostet 7,99 Euro im Monat oder 69 Euro im Jahr und beinhaltet neben den Fußball-Streams unter anderem Versandvorteile bei Amazon-Bestellungen und der Streamingdienst Amazon Prime.

Fazit

DAZN hat einigen Schwung in den Markt gebracht. Mit dem Start der Champions League hat der Anbieter für einiges an Aufsehen gesorgt. Gerade das attraktive Angebot zu einem guten Preis sorgt für viel Freude. Wer die UEFA Champions League vollständig mitverfolgen will, wird um ein Abonnement bei beiden Anbietern aber nicht herumkommen. Dank SkyTicket ist aber auch hier zumindest etwas Flexibilität möglich.

Dieser Artikel erschien zuerst bei futurezone.at.

Zu den Kommentaren

Neueste Videos von futurezone in der Autoplay Video Playlist

Die neuesten Videos von futurezone.

Neueste Videos von futurezone in der Autoplay Video Playlist

Beschreibung anzeigen