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Chinas Parallelwelt: Diese 5 Apps solltest du kennen

Do, 21.03.2019, 15.52 Uhr

Chinas Parallelwelt: Diese 5 Apps solltest du kennen

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China mag mit seinen erfolgreichsten Plattformen noch nicht ganz auf dem deutschen Markt angekommen sein. Diese bemerkenswerten Apps solltest du aber trotzdem kennen.

Einige der bahnbrechenden Apps Chinas sind außerhalb des Landes nahezu unbekannt. Hier zeigen wir dir, was diese fünf Big Player Chinas einmalig macht.

Das sind die 5 bemerkenswertesten Apps Chinas

In der chinesischen Parallelwelt existiert weder Google noch Facebook. Es gibt kein Twitter und kein Whatsapp. Nicht ohne Grund verbinden wir das Reich der Mitte mehr mit Zensur und Überwachung als mit bahnbrechenden Applikationen. Dabei wurden in China mobile Anwendungen entwickelt, die weltweit einzigartig sind. Eine davon ist bereits auf dem Vormarsch und könnte schon bald einen ernsthaften Konkurrenten für Youtube darstellen.

#1 Wechat

2011 kam Wechat auf dem Markt, heute hat das soziale Netzwerk die chinesische Gesellschaft revulotioniert. 2016 nutzen laut Statista bereits knapp 80 Prozent der Smartphone-Nutzer Wechat. Es ist die am häufigsten genutzte App in China. Kein Mensch fragt noch nach der Telefonnummer, sondern nach dem Wechat-Namen. Jede Frühlingsrolle wird via QR-Code über Wechat bezahlt.

Zudem integriert Wechat auch Drittunternehmen über seine Mini-Programme, wodurch Wechat zur unverzichtbaren Multifunktionsapp wird. Daran möchte auch Facebook sich laut w&v hierzulande orientieren. Wusstest du außerdem, dass WeChat – neben LinkedIn – das einzige soziale Netzwerk auf der Welt ist, das in jedem Land dieser Erde funktioniert? Dennoch ist Wechat bisher weitestgehend vom Rest der Welt abgekoppelt.

Video: Das erwartet dich bei der App Tiktok

#2 Tiktok

Im Gegensatz zu Tiktok. Diese App wurde auch in Deutschland schon millionenfach heruntergeladen. Das Prinzip klingt ersteinmal recht simpel: Es werden maximal 15-sekündige Videos upgeloadet. Das Besondere an Tiktok ist allerdings, dass direkt im Hintergrund eine verblüffend gute KI arbeitet, die schon nach dem Konsum weniger Videos interessensbezogene Vorschläge bietet.

Der Feed wird demnach gefüllt, ohne, dass du dafür auch nur mit einer einzigen Person befreundet sein musst. Als Folge verbringen vor allem Teenager Stunden vor der Video-App und werden regelrecht in einen Sog gezogen, der einen mit aufeinander abgestimmten Bildern süchtig macht.

Die App fiel zuletzt wegen Datenschutzverstößen auf. Erst kürzlich musste die von Tiktok übernommene Karaoke-App Musical.ly in den USA 5,7 Millionen Dollar Strafe zahlen. Der Grund: Hunderttausende Kinder luden, ohne vorherige Zustimmung der Eltern, für jeden einsehbare Videos hoch. Inzwischen hat das dahinterstehene Unternehmen Bytedance die Regeln bei verschärft. Zuvor war jedes Video für jeden zu sehen.

#3 Toutiao

Toutiao wurde von derselben Firma entwickelt wie Tiktok. Die App ist ein Nachrichtenaggregator, so heißt ihr Name übersetzt "Schlagzeile. Je nach persönlichen Vorlieben, Themen, Formaten, Autoren oder Titeln schlägt einem Toutiao Texte und Videos vor. Bereits Millionen Chinesen konsumieren Nachrichten nur noch darüber. 73 Minuten verbringen sie laut sz durchschnittlich bei Toutiao, die meisten von ihnen sind jünger als 30 Jahre. Künstliche Intelligenz kommt auch hier zum Einsatz.

Ein Unterschied zu Facebook ist, dass die App darauf verzichtet, Empfehlungen von Freunden aus dem eigenen Netzwerk zu zeigen. Trotz bemerkenswerter Technik wird sie wohl dennoch kein globaler Erfolg, denn die strenge chinesische Zensur kontrolliert die Auswahl der Quellen genau, tausende Zensoren müssen bei Toutiao die Inhalte kontrollieren.

#4 Baidu

Baidu ist sozusagen das chinesische Google und ist dort Marktführer. Zum Suchmaschinengigant gehört auch noch eine Wikipedia ähnliche Online-Enzyklopädie namens Baidu Baike und eine Buchsuche. Baidu arbeitet zudem mit dem schwedischen Autohersteller Volvo zusammen, um die Kräfte bei selbstfahrenden Autos für China zu bündeln.

#5 Alibaba.com

Der chinesische Online-Shopping-Riese Alibaba will der größte Logistiker der Welt werden. Laut suedkurier ist er deutlich besser aufgestellt als Amazon, da er neben dem Online-Handel auch Cloud Computing- und Nachrichtendienste sowie zudem seine höchsterfolgreiche App Alipay anbietet. Der digitale Bezahldienst kam in China schon lange auf den Markt, bevor Apple Pay hier überhaupt nutzbar war.

Fazit: Deutsche Apps können sich wohl noch eine Scheibe abschneiden von chinesischen Plattformdiensten. Allerdings bieten Entwicklungen, wie der Verdacht auf Spionage durch Huawei gleichzeitig auch Grund zur Skepsis gegenüber chinesischen Techgiganten. Huawei war erst kürzlich gegen die USA vor Gericht gezogen, da das Unternehmen Angst vor einem Boykott hatte.

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