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Trotz Verbot: Über 1.000 Android-Apps greifen ohne Erlaubnis auf deine Handy-Daten zu

Wieder einmal konnten Sicherheitsforscher über 1.000 Android-Apps entdecken, die dich ausspionieren.
Wieder einmal konnten Sicherheitsforscher über 1.000 Android-Apps entdecken, die dich ausspionieren.
Foto: imago images/Westend61
Sicherheitsforscher haben über 1.000 Android-Apps entdeckt, die dein Handy ausspionieren, auch wenn du die Berechtigung verweigerst.

Jedes Mal, wenn du eine App installierst, wirst du gefragt, ob welchen Zugriff diese auf deine Daten haben darf. Denn nicht jedes Programm muss automatisch auf deine Kontakte, deinen Standort oder dein Anrufprotokoll zugreifen. Nun deckt ein Sicherheitsforscher aber auf, dass das in der Theorie zwar gut klingt, aber in der Praxis gar nicht so klappt. Über 1.000 Android-Apps umgehen diese Sicherheitseinstellung auf deinem Handy.

Android-Apps im Check: Sie sammeln deine Handy-Daten

Obwohl 1.325 Android-Apps der Zugriff auf die Daten ausdrücklich verweigert wurde, sammelten sie ständig weiter, wie Forscher des International Computer Science Institute aufdeckten. Sicherheitsexperte Serge Egelman stellte die Ergebnisse seiner Studie vor. User können schlecht überprüfen, ob ihre Einstellungen auch wirklich eingehalten werden. "Wenn App-Entwickler das System einfach umgehen können, dann ist es relativ sinnlos, Verbraucher um Erlaubnis zu bitten", sagt Egelman gegenüber cnet.

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Das Institut hat Google über diese Sicherheitslücken informiert. Das Unternehmen gab an, dass die Probleme erst mit dem Betriebssystem Android Q gelöst werden. Es soll noch 2019 veröffentlicht werden. Ingesamt wurden 88.000 Android-Apps getestet. Die 1.325 Apps, die trotz Verbot Daten weiterhin sammeln, umgehen die benutzerdefinierten Einstellungen und sammeln Daten durch die WLAN-Verbindung und den Metadaten, die auf Fotos gespeichert sind.

Über 150 Apps haben die Möglichkeit dich auszuspionieren

Die über fünf Millionen Mal installierte Foto-App Shutterfly gehört auch zu den Programmen, die Daten sammeln. Sie wertet die GPS-Daten der Fotos aus. Eine Sprecherin stritt dies aber gegenüber cnet ab. Unter den betroffenen Apps sind auch Anwendungen, die sich die Daten von anderen Apps ziehen. Das gelingt vor allem, wenn die Daten am selben Speicherort liegen, wie beispielsweise auf einer SD-Karte. Diesen Weg gingen aber nur 13 Apps. 152 Android-Apps könnten das Verfahren anwenden. Laut der Forscher fallen darunter folgende Apps:

  • Baidus Hong Kong Disneyland Park
  • Samsungs Health
  • Samsungs Browser Apps

Das Berechtigungssystem für Android ist also auf vielen Apps nutzlos, solange Android Q die Sicherheitslücke nicht schließt. Im August soll eine detaillierte Liste aller Anwendungen veröffentlicht werden.

Zuletzt wurden rund 17.000 Android-Apps entdeckt, die permanent deine Handy-Daten aufzeichnen. Außerdem weißen Google und das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik daraufhin, dass du das aktuelle Update schnell installieren sollst, um Sicherheitslücken zu schließen.

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