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FaceApp jetzt löschen? Das sagt das FBI dazu

Die FaceApp soll gefährlich sein: Nun äußerst sich auch das FBI dazu.
Die FaceApp soll gefährlich sein: Nun äußerst sich auch das FBI dazu.
Foto: AP/Jenny Kane
Kaum eine App war dieses Jahr beliebter als die FaceApp. Das Problem: Sie ist ziemlich zwielichtig. Deshalb sieht sich jetzt auch das FBI zu einer Aussage gezwungen.

Der Sommer diesen Jahres war auch geprägt von einer App, die für einiges Aufsehen sorgte: die FaceApp. Die wurde schon 2017 veröffentlicht und erlebte einen deutlichen Nutzerzuwachs. Allerdings hat sie ein Problem, das den Datenschutz der Nutzer betrifft. Das hat nun auch die US-Sicherheitsbehörde FBI dazu veranlasst, endlich auf den Brief eines besorgten Politikers zu antworten – und deutlich vor ihr zu warnen. Du solltest wohl wirklich besser die App löschen.

Hype um FaceApp: FBI um Rat gefragt

Das Prinzip der FaceApp ist lustig und simpel, deshalb hat sie besonders im Sommer 2019 wohl auch so viele neue Nutzer für sich gewinnen können: Die Handy-App manipuliert Selfies so, dass die Gesichter darauf jünger oder älter aussehen. Täuschend echt wirkt das. Der Datenschutz allerdings macht skeptisch. Deshalb raten Experten, die App zu löschen.

Entwickelt wurde sie in Russland, über die Schöpfer selbst ist aber wenig bekannt. Was mit den Daten, die komischerweise auf Google- und Amazon-Servern landen, passiert, ist gänzlich unbekannt.

Deshalb sah sich Chuck Schumer, Fraktionschef der Demokraten im US-Senat dazu veranlasst, das FBI noch im Juli 2019 zu einer Untersuchung der FaceApp aufzufordern. Zu groß sei seine Sorge, dass die Daten von US-Bürgern an Dritte oder womöglich ausländische Regierungen weitergegeben würden.

Besonders im Sommer 2019 war die Anwendung äußerst beliebt und gewann eine immer größere Nutzeranzahl, trotz der bekannten Risiken. "Es wäre zutiefst beunruhigend, wenn die sensiblen persönlichen Informationen von US-Bürgern einer feindlichen ausländischen Macht zur Verfügung gestellt würden, die aktiv an Cyberangriffen gegen die Vereinigten Staaten beteiligt ist", schrieb er.

Das sagt das FBI zur FaceApp

Nun, vier Monate später, hat das FBI geantwortet, auch wenn der Hype um die Handy-App längst verklungen ist. In einem Twitter-Post hat Schumer den Brief der US-Bundespolizei öffentlich gemacht:

Das FBI schreibt, dass es alle "in Russland entwickelten mobilen Anwendungen oder ähnlichen Produkte" als potenzielle Spionagewerkzeuge betrachte, auch die FaceApp. Die Art und Weise, wie die Anwendung Daten sammle und die Möglichkeiten, die der russischen Regierung damit offen stünden, würden das nahelegen.

FaceApp: Lösch sie besser

Ob es aber angebracht sei, die App zu löschen, dazu macht das FBI keine konkrete Aussage. Die Nutzungsbedingungen würden denen anderer Social Media-Anbieter ähneln, mit dem Unterschied, dass die FaceApp ein Foto zum Zwecke der Manipulation benötige. Die Bilder würden anscheinend auf Cloud-Servern in den USA, Singapur, Irland und Australien abgelegt. Den Betreibern zufolge werden sie innerhalb von 48 Stunden gelöscht.

Die Sicherheitsbehörde kümmere sich um das Thema, wenn Anlass zur Sorge bestünde, dass politische Akteure in den USA Ziel einer ausländischen Beeinflussungskampagne seien, zu der auch die FaceApp beitrage, heißt es in dem Brief. In diesem Fall würde sogar die Foreign Influence Task Force (FITF) agieren.

Besonders aussagekräftig ist das noch nicht. Ob die App für Spionagezwecke eingesetzt werden könnte und ob die Daten tatsächlich in Russland gelandet sind, dazu macht das FBI keine Angaben. Trotzdem solltest du die App löschen, warnen diese Experten. Auf jeden Fall lauert hinter dieser FaceApp-Konkurrenz eine fiese Falle. Eine Übrigens warnt das FBI auch vor Fernsehern mit Internet.

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