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Überwachung durch Facebook? Zoom-App gibt klammheimlich Daten weiter

Die Zoom-App schickt angeblich Daten zur Überwachung an Dritte weiter.
Die Zoom-App schickt angeblich Daten zur Überwachung an Dritte weiter.
Foto: iStock/SIphotography
Eigentlich ist die Zoom-App ein sinnvoller Helfer, denn mit ihr können Videokonferenzen abgehalten werden. Doch jetzt gab die App für iOS einer Analyse zufolge Daten an Facebook weiter.

Aufgrund der aktuellen Krise durch das Coronavirus erfreuen sich verschiedene Anwendungen, wie auch die Zoom-App, immer größerer Beliebtheit. Mit ihr ist es möglich, Videokonferenzen abzuhalten. Doch jetzt soll die iOS-App einer Analyse zufolge Daten an Facebook weitergeleitet haben, wenn sich die Nutzer mit ihrem Account anmeldeten.

Vorsicht mit deinen Daten
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Zoom-App schickt Daten an Facebook: Das steckt dahinter

Wenn du dich mit deinem Facebook-Account in der Zoom-App auf einem iPhone oder einem iPad anmeldest, übermittelt sie demzufolge sensible Daten wie den Zeitpunkt des Logins, Modellinformationen des verwendeten Gerätes, den Namen deines Mobilfunknetzes sowie weitere Informationen wie beispielsweise die aus der IP-Adresse ableitbare Stadt und Zeitzone. Dies geht jetzt aus einer Analyse des Technik-Magazins Motherboard, das sich zur Vice-Gruppe zählt, hervor.

Der Vorgang, bei dem Daten an Facebook übermittelt werden, ist auch bei vielen anderen iOS-Apps gängig. Voraussetzung ist jedoch, dass die Anwendung seinen Nutzer über diese Art der Überwachung vorher auch informieren muss. Bei der Zoom-App und ihren Datenschutzbestimmungen vermisst man diese Erwähnung jedoch. Lediglich Profilinformationen von Facebook könnten bei einem Login über selbigen gesammelt werden. Wie Motherboard berichtet, gelte Weitergabe deiner Daten aber auch, wenn du nicht einmal bei Facebook angemeldet bist.

Droht uns eine stärkere Überwachung durch die Coronakrise?

Zoom weist bislang lediglich darauf hin, dass Partner wie Google zu Werbezwecken "manche Informationen automatisch sammeln". Einen Beweis, dass Facebook sensible Daten von der Zoom-App bezieht, gebe es nicht, äußert sich ein Sicherheitsforscher gegenüber dem Magazin.

Aufgrund der Coronakrise erleben nicht nur Anwendungen wie die Zoom-App einen wahren Boom. Global werden die Menschen immer öfter ins Homeoffice geschickt, sofern dies möglich ist. Demzufolge haben es Anbieter, die beispielsweise Videokonferenzen ermöglichen, besonders leicht. In Deutschland steht die Zoom-App derzeit auf Platz 3 der am häufigsten heruntergeladenen iOS-Apps.

Leider ist dies nicht der erste Zwischenfall, in dem der Zoom-App derartige Vorwürfe gemacht werden. Bereits im vergangenen Sommer konntest du dank ihr durch die MacBook-Kamera beobachtet werden. Mittlerweile warnt sogar Edward Snowden vor der massiven Zunahme der Überwachung, die uns durch die aktuelle Krise droht.