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Signal-App bekommt neue Funktion – darum schlagen Sicherheitsexperten jetzt Alarm

Die Signal-App ist besonders sicher. Doch nun werden Zweifel laut.
Die Signal-App ist besonders sicher. Doch nun werden Zweifel laut.
Foto: iStock.com/Fotografxy
Die Signal-App gilt als besonders sicherer Messenger. Sie bekommt jetzt eine neue Funktion spendiert. Experten sind deswegen besorgt und kritisieren die App-Entwickler scharf.

Die Signal-App ist besonders bei Usern beliebt, die viel Wert auf ihre Datensicherheit legen. Selbst Whistleblower Edward Snowden hat den Messenger-Dienst jedem empfohlen. Doch eine neue Funktion, die den Usern eigentlich helfen soll, stößt vor allem bei Sicherheitsexperten auf harsche Kritik.

Die Signal-App verliert an Sicherheit

Die neue Funktion der Signal-App sorgt für Unruhe in Sicherheitskreisen. Mit der App ist es in Zukunft möglich, bestimmte Daten wie Kontakte, Profilinformationen, Einstellungen und gesperrte Benutzer wiederherzustellen. Die entsprechenden Daten werden auf Servern gespeichert, die dem Unternehmen gehören und durch eine selbstgesetzte PIN geschützt sind. Damit sind Experten aber nicht einverstanden. Auch da sie befürchten, die User könnten zu unsichere PINs wählen.

Die neue PIN soll dazu dienen, dass Nutzer der Signal-App künftig durch einen Benutzernamen und nicht mittels ihrer Telefonnummer identifiziert werden können, wie der Signal-Gründer Moxie Marlinspike auf Twitter erklärte. Die Loslösung von der Telefonnummer ist an sich ein lobenswertes Ziel, allerdings mit einem faden Beigeschmack.

Das bedeutet die Umstellung für die User

Durch den Upload der Nutzerdaten auf einen Server macht Signal genau das, was sie eigentlich nicht machen wollten. Matthew Green, Informatik-Professor an der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland, USA, kritisiert, dass User nun gezwungen werden, zum Beispiel Kontaktlisten auf einen Server hochzuladen. "Der einzige Grund, warum ich Signal benutze, ist der, dass es nicht dafür gedacht ist, solche Dinge [Uploads der Nutzerdaten] zu tun", wie Green gegenüber Motherboard zu Protokoll gab.

Die Umstellung bedeutet auch, dass die als sichere WhatsApp-Alternative beworbene Signal-App bestimmte Nutzerdaten speichert. In der Vergangenheit war es der große Vorteil von Signal, dass lediglich der Zeitpunkt der Registrierung sowie die letzte Nutzung der App in Verbindung mit der registrierten Telefonnummer gespeichert wurden. Ansonsten konnten User die Signal-App weitestgehend anonym nutzen und dadurch, dass quasi keine Nutzerdaten gespeichert wurden, waren Signal-Nutzer kein attraktives Ziel für Hacker. Ob sich das nun ändert, wird sich noch zeigen.

Der App-Gründer verteigt die Umstellung

Signal-App-Gründer Marlinspike verteidigte die Entscheidung seines Unternehmens, da durch das Speichern der Daten und die PINs den Nutzern ermöglicht wird, ihre Daten auf ein neues Gerät mitzunehmen. Auch künftig sollen laut Marlinspike die Nutzerdaten in der Signal-App absolut sicher sein. Die neue Funktion wird auch die Grundlage für weitere Neuerungen darstellen. In Zukunft soll zum Beispiel die Kommunikation ohne Weitergabe der Telefonnummer möglich sein, wie Motherboard berichtet.

Neben der Signal-App gibt es noch weitere beliebte WhatsApp-Alternativen. Für diesen Messenger-Dienst zahlen User sogar freiwillig Geld. Und dieser Kurznachrichten-Dienst ist so neu, dass du wahrscheinlich noch nie von ihm gehört hast.

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