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Neue Richtlinien für App-Stores: Diese Änderungen kommen auf dich zu

Die neuen Regeln für App Stores haben auch Auswirkungen auf deine Handynutzung.
Die neuen Regeln für App Stores haben auch Auswirkungen auf deine Handynutzung.
Foto: iStock.com/samxmeg
In der Vergangenheit ging es in den gängigen App-Stores nicht immer harmonisch zu. Unfaire Praktiken waren an der Tagesordnung. Dies soll sich nun ändern.

Die Europäische Kommission hat in einer Verordnung neue Richtlinien für virtuelle Software-Märkte erwirkt. Künftig müssen die App-Stores von Apple, Google und Co. neue Strukturen beinhalten, die einen faireren Wettbewerb und Umgang mit den Entwicklern zum Ziel haben. Auch auf dich als Nutzer kommen Änderungen zu.

App-Stores als Objekt neuer Gesetzeslage

Die Generaldirektion für Wettbewerbsrecht der Europäischen Kommission brachte im vergangenen Jahr 2019 eine neue Verordnung auf den Weg, welche Anbieter von App-Stores dazu anhält, für faire Märkte und die Rechte von Entwicklern einzutreten. "Die potenziell unlauteren und schädlichen Geschäftspraktiken bestimmter Anbieter [...] und das Fehlen wirksamer Abhilfemechanismen" behindern demnach "das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts".

Diese Maßnahme, die sich natürlich in erster Linie gegen Google und Apple richtet, trat diese Woche in Kraft und ging mit einigen konkreten Änderungen einher, welche in den Strukturen der App-Stores umgesetzt werden mussten. So muss Entwicklern nun 30 Tage im Voraus Bescheid gegeben werden, wenn ihre Software aus dem jeweiligen App-Store entfernt werden soll. Binnen dieses Zeitraums können in Zukunft Änderungen an der App vorgenommen werden, um einem Ausschluss vorzubeugen.

Vertiefter Fokus aus Transparenz

Zudem müssen App-Store-Betreiber von nun an offen legen, wenn sie einzelne Entwickler bevorzugt behandeln und ihnen vorteilhaftere Konditionen einräumen. In der Vergangenheit gab es wiederkehrende Berichte, laut denen Anbietern von einigen Flaggschiff-Apps wie Facebook oder Netflix unfaire Positionierungen angeboten wurde, um sie dauerhaft im eigenen Store zu verankern. Gegen Praktiken dieser Art hatten Deezer und Spotify schon 2018 Beschwerde eingelegt.

Zusätzlich sollen auch individuelle Nutzer deutlich mehr Transparenz bezüglich des Umgangs mit ihren persönlichen Daten erfahren. Demnach werden Plattformen nun dazu angehalten, Art und Umfang ihrer gesammelten Daten offenzulegen und auch zu dokumentieren, wem Zugang zu den gespeicherten Informationen gewährleistet wird.

Neben einer Vielzahl an zusätzlichen Maßnahmen, welche die EU-Kommission hier aufgelistet hat, müssen zudem die Geschäftsbedingungen der App-Store-Plattformen in simpler, einfach zu verstehender Sprache verfasst werden, sodass Nutzer auch ohne tiefer gehender juristische Kenntnisse klar ist, worauf sie sich hier einlassen.

Insgesamt gilt die Verordnung als ein wirkungsvolles Instrument zur stärkeren Regulierung der App-Stores und wird im allgemeinen positiv aufgenommen. Wenn du auf der Suche nach kostenlosen Apps im App-Store ist, wirst du hier fündig. Sowieso egal? Dieser App-Store steht vor dem Aus.

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