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7 wichtige Gründe, Telegram sofort zu löschen

Darum solltest du Telegram löschen.
Darum solltest du Telegram löschen.
Foto: Getty Images/JGI/Jamie Grill, imago images/ZUMA Wire [M] via Canva.com
Ob Telegram eine gute WhatsApp-Alternative ist? Nicht unbedingt. Zumindest sprechen diese sieben Gründe dafür, Telegram sofort zu löschen.

Lange Zeit galt Telegram als eine starke WhatsApp-Alternative. Doch seit längerem steht der Messenger in einem schlechten Licht, weil ihn viele Menschen mit fragwürdigen Weltanschauungen nutzen und darüber zahlreiche unseriöse Informationen verbreiten. Abgesehen davon, dass dies dort offenbar toleriert wird, gibt es diese weiteren Gründe, Telegram zu löschen.

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Telegram löschen: Darum ist die App keine WhatsApp-Alternative

Nachdem WhatsApp immer wieder unter anderem wegen des Datenschutzes in der Kritik steht, greifen viele Menschen zu Telegram. Doch immer mehr Stimmen werden laut, dass der blaue Messenger auch nicht die Rettung für sichere Kommunikation ist. Vice stellte daher mehrere Gründe zusammen, warum du Telegram löschen und nicht als WhatsApp-Alternative nutzen solltest. Wir haben die wichtigen Punkte für dich zusammengefasst und ergänzt.

1. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist nicht Standard

Der wichtigste Grund zu Beginn: Die derzeit beste Möglichkeit, digital private Gespräche zu führen, ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das bedeutet, nur Sender und Empfänger können Nachrichten lesen, während Fremde einen Zahlensalat sehen würden. WhatsApp bietet dies beispielsweise als Standard seit 2016 an. Bei Telegram hingegen muss die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für jeden einzelnen Kontakt extra eingeschaltet werden. Als Standard gibt es diese Technologie nicht. Und Gruppen sind grundsätzlich nicht mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung versehen.

2. Deine Metadaten werden erfasst

Genau wie WhatsApp kann Telegram auf deine Metadaten zugreifen. Beispielsweise wird deine IP-Adresse bei Benutzung des Messengers erfasst. Wer deine IP-Adressen kennt, der kann dich zu jeder Tages- und Nachtzeit orten und nachvollziehen, wo du dich auf der Welt bewegst.

Vice erklärt außerdem, dass es eine "befremdliche Formulierung in den Datenschutzbestimmungen von Telegram" gebe. "Dort steht eine Aufzählung, welche Metadaten Telegram – mit einer Speicherdauer von bis zu einem Jahr – sammeln darf: deine IP-Adresse, welches Gerät du nutzt, 'etc'. Bloß: Was steckt hinter 'etc'?", fragt das Magazin richtig.

3. Telegram kennt dein Telefonbuch

Sowohl die Nummern als auch die Namen deiner Kontakte sind Telegram bekannt. Hast du beispielsweise "Mama" oder "Papa" gespeichert, weiß der Massanger, zu welchen Nummern deine Eltern zugeordnet werden können. Außerdem weiß der Dienst auch, welche ärztliche Versorgungen du beispielsweise in Anspruch nimmst, falls du deine Zahnärztin oder deinen Psychoterapeuten gespeichert hast.

Dass dies auch anders geht, zeigt beispielsweise Signal. Hier werden Kontakte in Zeichenwerte verwandelt, so dass für den Messenger nicht ersichtlich ist, welche Nummern und Namen du gespeichert hast.

4. Telegram ignoriert kritische Fragen

Pavel Durov, Gründer von Telegram, verließ sein Heimatland Russland aus politischen Gründen und spricht sich immer wieder dafür aus, dass Privatsphäre ein Menschenrecht ist. Demokratie wird bei dem Messenger nach außen hin groß geschrieben. Doch davon ist offenbar nicht viel zu merken, wenn es darum geht, dass Journalisten kritische Fragen stellen. Vice habe Telegram mehrmals auf verschiedene Probleme, wie beispielsweise der fehlenden Standard-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung angesprochen, doch nie eine Antwort erhalten.

Es wirkt nicht vertrauenswürdig, wenn ein Messenger, der als so große WhatsApp-Alternative gilt und nach außen hin Wert auf Privatsphäre legt, offenbar kritischen Fragen aus den Weg geht.

5. Der Servercode ist nicht öffentlich

Laut Chip ist Telegram nur für Clients eine Open-Source-App. Der Servercode sei also nicht öffentlich zugänglich, weswegen Nutzerinnern und Nutzer nicht genau wissen, was auf den Servern des Dienstes passiert.

Die Frage, warum nicht gleich alles Open-Source ist, beantwortet Telegram in den FAQ wie folgt: "Alle Quelltexte werden letztendlich veröffentlicht. Wir haben erst einmal mit den nützlichsten Teilen begonnen. Eine gut dokumentierte Programmierschnittstelle (API), welche es Entwicklern erlaubt, neue Telegram Apps zu erstellen und OpenSource Clients welche durch Sicherheitsspezialisten ausgewertet werden können."

6. Der Telegram-Server weiß, was du tippst

Heise führte vor wenigen Monaten einen Test bei Telegram durch: Es wurde in eine Nachricht ein Link hinzugefügt und noch bevor diese abgesendet wurde, erstellte Telegram eine Vorschau des Links. Auch wir haben das probiert und konnten dasselbe fesstellen:

"Dort liefert die App alles, was ihr tippt, an den Telegram-Server – schon bevor ihr es abschickt. Und dieser Server besucht dann die URL und liefert das mit dem 'Portal zur IT-Security' an die Telegram-App auf dem Handy", erklärt Heise.

Außerdem machte Heise denselben Test mit einer extra für diesen Zweck erzeugte Webseite, einer sogenannten Honey-URL. In den Log-Dateien des Honey-URL-Servers tauchte offenbar augenblicklich nach Eintippen der URL in der Telegram-App, ein Zugriff des TelegramBots auf. Dieser hatte eine IP-Adresse, die auf England zurückführte.

7. Es gibt Alternativen

Es gibt nicht nur zwei Messenger auf dem Markt. Telegram und WhatsApp sind zwar sehr bekannt, doch mittlerweile gibt es Dienste, die immer mehr Beliebtheit erlangen. Du bist also nicht nur auf diese eine Anwendung angewiesen. Unter den Messenger-Diensten ist etwa die Signal-App welche mit zahlreichen Vorteilen punkten kann. Und das kann beispielsweise Ginlo, der Messenger aus Deutschland. Und kürzlich wurde Threema mit einem Update noch besser gemacht.

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