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Corona-App: Polizei und Geheimdienste greifen Daten ab

In einigen Staaten ist die Corona-App nur bedingt sicher.
In einigen Staaten ist die Corona-App nur bedingt sicher.
Foto: Getty Images/Luis Alvarez
Die deutsche Corona-App beansprucht nur ein Mindestmaß an Informationen für sich. In Singapur und Australien sieht das Ganze aber etwas anders aus.

Die Meinungen bezüglich der deutschen Corona-App mögen sich spalten, Fakt ist jedoch, dass sie nur einen Bruchteil der Informationen erhebt, die in anderen Staaten beansprucht werden. Zudem geraten diese Daten hierzulande nicht an Regierungsbehörden wie die Polizei oder Geheimdienste. In Singapur und Australien etwa führt ebendies derzeit für starke Kritik.

Das kann die Coronavirus-App des Robert Koch-Instituts
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Corona-App: Singapur & Australien geben Daten weiter

Singapur hat angekündigt, dass seine Polizei die von der Corona-App gewonnenen Daten für strafrechtliche Ermittlungen nutzen kann – eine Entscheidung, die wahrscheinlich die Bedenken bezüglich des Datenschutzes im Zusammenhang mit dem System verstärkt. "Die Polizei von Singapur ist befugt ... alle Daten, einschließlich der TraceTogether-Daten, für strafrechtliche Ermittlungen zu erhalten", sagte der Staatsminister für Inneres, Desmond Tan, am Montag als Antwort auf eine Frage im Parlament.

"Die Bedenken konzentrieren sich auf Fragen der Datensicherheit, die mit der Sammlung, Verwendung und Speicherung der Daten verbunden sind", zitiert The Guardian die Anwaltskanzlei Norton Rose Fullbright. Von einem Abgeordneten der Opposition auf die Datenschutzerklärung von TraceTogether angesprochen, sagte Tan: "Wir schließen die Verwendung von TraceTogether-Daten unter Umständen, in denen die Sicherheit der Bürger betroffen ist oder war, nicht aus, und das gilt auch für alle anderen Daten."

Australien hat seine eigene Corona-App, Covidsafe, auf dem Quellcode der TraceTogether-App aufgebaut. Doch bringt auch sie einige Probleme mit sich. "Es gab Nachbarn in den gleichen Wohnhäusern oder in der Nähe von Häusern, es gab Büroangestellte, die auf verschiedenen Etagen in dem Fall arbeiteten, es gab Leute, die in verschiedenen Restaurants mit dem Fall waren, [oder] das war noch in der gleichen Straße oder vielleicht ein paar Türen weiter oder sogar über die Straße von dem Fall", sagte die Forscherin Jana Sisnowski.

Droht in Deutschland Ähnliches?

Die deutsche Corona-App hingegen wurde seit ihrer Veröffentlichung im April bereits von diversen unabhängigen Experten unter die Lupe genommen. Zwar bietet auch sie den einen oder anderen Zugriffspunkt, doch lassen sich auch darüber kaum relevante Daten auslesen. Auch eine behördliche Überwachung ist im Fall der Anwendung der Bundesregierung überaus unwahrscheinlich.

Mit den steigenden Infektions- und Sterbezahlen werden derweil die Rufe nach radikaleren Maßnahmen lauter. So fordern mittlerweile diverse Politiker und Gesundheitsexperten, in Deutschland lebende Menschen zur Nutzung der Corona-App zu verpflichten. Um der Herrschenden Pandemie entgegenzuwirken wollen sich zudem zwei Unternehmen einigen Verbesserungen der Corona-App annehmen.

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