Wer telefoniert denn heutzutage noch ganz traditionell? Für viele gibt es einfach kein Vorbeikommen an den verschiedenen Chat-Apps, die einem die Kommunikation erheblich erleichtern, ob auf Schrift-, Audio- oder Video-Ebene. Vor Kurzem ist mit SimpleX ein neuer Messenger fürs Smartphone erschienen, der als Alternative zu WhatsApp, Signal, Telegram und Co. fungieren soll.

Neuer Messenger: So ist SimpleX

Der neue Messenger ist fürs iPhone und für Android herausgekommen. Vorher war er nur mithilfe eines Kommandozeilen-Interface nutzbar und damit eher etwas für die Linux-, macOS- und Windows-Kundschaft. Nun hat SimpleX aber den Sprung aufs Smartphone geschafft.

Bei SimpleX handelt es sich um einen Open-Source-Messenger, der sich besonders durch seine Verschlüsselung, dezentrale Architektur und die Anonymität der User*innen abheben soll.

Sicherer Nachrichtenaustausch mit SimpleX

Das Hauptaugenmerk von Gründer Evgeny Poberezkin und seinem Team liegt auf die Sicherheit der Nutzer*innen. Man soll Nachrichten austauschen können, ohne dass fremde Augen mitlesen können. Poberezkin nennt dazu den aktuellen Krieg Russlands gegen die Ukraine als Beispiel: „Jede App, die weiß wer du bist, kann am Ende all deine Verbindungen mit unliebsamen Dritten teilen […].“

Das berge enorme Risiken, wenn man denn zum Beispiel mit strafrechtlich verfolgten Personen in Kontakt steht. Selbst ein so stark verschlüsselter Messenger wie Signal könne die eigenen Verbindungen zu anderen sicher beschützen.

Zum Einsatz kommen zwei Verschlüsselungs-Ebenen. Zugleich schicken die nicht zentralisierten App-Server Nachrichten an die korrekten Adressaten ohne die Notwendigkeit einer globalen Identität. So werden Verbindungen eigenen Angaben nach auf keinen Fall ersichtlich. Außerdem soll es möglich sein, sogar ganz einfach eigene Server zu erstellen, mit denen man dennoch wie gewohnt chatten kann, selbst wenn andere Personen weiterhin die SimpleX-Server verwenden.

So chattest du mit SimpleX

Nach dem Download musst du zunächst ein Profil erstellen. Dies geschieht aber lediglich lokal auf deinem Handy und es wird nicht an die Server weitergegeben. Anschließend musst du einmalig einen Verbindungs-Link oder einen QR-Code erstellen und dies mit der Person, mit der du chatten möchtest, teilen. Nur eine einzige Person kann sich jeweils mit dir über diesen Link / Code verbinden.

Link oder Code kannst du natürlich teilen, wie es dir genehm ist. Tatsächlich empfiehlt Poberezkin den Austausch in Person. Dein/deine Bekannte/r muss sich natürlich auch die App herunterladen und ein Profil erstellen. Anschließend reicht das Öffnen des Codes oder des Links und es kann losgehen – ohne, dass jemand herausfinden kann, dass ihr überhaupt miteinander chattet. Weitere Verbesserungen und neue Funktionen sollen zeitnah folgen. SimpleX ist in Apples App Store und im Google Play Store zu finden.

SimpleX: Neue Funktionen

Gründer Poberezkin hatte bereits eine Reihe neuer Features und Verbesserungen angekündigt. Diese sollten zum jetzigen Zeitpunkt entweder bereits erschienen sein oder zumindest kurz vor ihrer Veröffentlichung stehen. Dazu gehören:

  • Push-Nachrichten: In einem frühen Stadium aktualisiert die App neue Nachrichten nur im Hintergrund und man müsste sie regelmäßig öffnen.
  • Audio- und Video-Calls mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung durch WebRTC
  • Import und Export der Chat-Datenbank
  • „Reply to Message“: Zitierfunktion für Nachrichten, auf die man antwortet
  • Lokalisation: Die Möglichkeit, Übersetzungen in der eigenen Sprache beizutragen
  • Das Erstellen eigener Chat-Server
  • Profilbilder
  • Bilder und Dateien versenden: Bildvorschauen werden über die Server versendet, es kann also asynchron sein. Große Dateien sowie Bilder in voller Auflösung gelangen über WebRTC an die Adressaten, dazu müssen beide Parteien zeitgleich online sein.

Wenn du also ganz besonders viel Wert auf deine Privatsphäre legst, solltest du dir SimpleX anschauen. Stiftung Wartentest hat jedoch kürzlich einen anderen Messenger zum Sieger gekürt.

Quelle: Evgeny Poberezkin / SimpleX (via GitHub.com)

Seit dem 24. Februar 2022 herrscht Krieg in der Ukraine. Hier kannst du den Betroffenen helfen.

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