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Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht

Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht

Amazon ist ist zeitweise eine Billion Dollar wert, und dennoch glaubt Gründer Jeff Bezos, dass sein Unternehmen scheitern wird. Seine Behauptung begründet er mit dem Niedergang eines einstigen Weltkonzerns.
Mo, 19.11.2018, 11.01 Uhr

Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht

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Amazon ist zeitweise eine Billion Dollar wert, und dennoch glaubt Gründer Jeff Bezos, dass sein Unternehmen scheitern wird. Seine Behauptung begründet er mit dem Niedergang eines einstigen Weltkonzerns.

Amazon werde untergehen, sagte Unternehmensgründer Jeff Bezos vor kurzem bei einem Treffen mit Angestellten. Amazon sei nicht zu groß um zu scheitern. Er sagte voraus, dass Amazon eines Tages Bankrott gehen werde. Sehe man sich große Unternehmen an, dann merke man, dass ihre Lebenserwartung eher bei 30-Plus-Jahren und nicht bei hundert Jahren liege, sagte Bezos laut einer Aufnahme, die dem US-Sender CNBC vorliegt.

Bei seinen Aussagen nahm Bezos auch auf die Pleite des US-Handelsriesen Sears Bezug. Der einst weltgrößte Handelskonzern meldete im Oktober Insolvenz an. Auch deshalb, weil er mit Amazon nicht länger konkurrieren konnte.

Bezos ermahnt Amazon-Mitarbeiter

Amazon müsse hart daran arbeiten, seinen Niedergang so lange wie möglich hinauszuzögern, mahnte Bezos. Das könne nur gelingen, wenn man weiterhin den Kunden in den Mittelpunkt stelle und sich nicht, wie andere Unternehmen, mit sich selbst beschäftige.

Dass Bezos den Fokus auf den Kunden so hoch hält, ist nicht neu. Einige seiner Führungskräfte haben diese Objektive bereits als ganz eigenes Mantra angenommen: "Der hundertprozentige Fokus auf unsere Kunden ist unsere DNA bei Amazon, der jeden einzelnen Tag bestimmt", heißt es beispielsweise im Blog des Amazon-Country Managers Ralf Kleber.

Auch das Kundenbindungsprogramm Prime bezeugt, dass die Taktik aufgeht. Immerhin geben Prime-Kunden mehr als doppelt so viel Geld für Amazon-Produkte aus wie "normale" Kunden.

Was für den Kunden gut ist, schockiert Aktionäre

Während Bezos' kundenorientiertes Vorhaben also absolut positiv für den Verbraucher ist, hat die Brandrede des Amazon-CEO den Aktionären des Unternehmens sichtlich zugesetzt. Erstmals seit monatelangem Anstieg ist die Aktie unter die 1.600-Dollar-Marke gefallen. Amazon erreichte noch im September einen Börsenwert von einer Billion Dollar, Bezos selbst gilt mit einem Privatvermögen von 120 Milliarden Dollar als der reichste Mann der Welt.

Amazon plant Firmenzentrale

Auch hat der US-Online-Einzelhändler bereits turbulente Wochen hinter sich. Am Dienstag gab Amazon bekannt, künftig neue Firmenzentralen in New York und Virginia eröffnen zu wollen. Fast 240 US-Städte hatten sich für die neuen Standorte beworben. Wegen hoher öffentlicher Zuschüsse – allein in New York soll es Subventionen und Steuererleichterungen in der Höhe von drei Milliarden Dollar geben – gab es heftige Kritik.

Wegen seiner Geschäftspraktiken ist Amazon auch ins Visier der EU-Kommission geraten. Im September leiteten EU-Wettbewerbshüter eine Prüfung des Konzerns ein. Auch US-Präsident Donald Trump befindet sich mit Bezos und Amazon auf Kriegsfuß und drohte wiederholt mit Untersuchungen.

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