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Selbst Jeff Bezos sieht Amazon vor dem Aus

Selbst CEO Jeff Bezos ist überzeugt: Online-Riese Amazon wird pleite gehen.
Selbst CEO Jeff Bezos ist überzeugt: Online-Riese Amazon wird pleite gehen.
Foto: imago images / UPI Photo
Amazon gehört zu den wertvollsten Unternehmen der Welt, und dennoch glaubt Gründer Jeff Bezos, dass sein Konzern scheitern wird. Seine Vorhersage könnte sich als wahr herausstellen.

Amazon könne pleite gehen, sagte Firmengründer Jeff Bezos bei einem Treffen mit Angestellten schon 2018. Das Unternehmen sei keineswegs zu groß, um zu scheitern. Er prophezeite demnach, dass Amazon eines Tages untergehen werde. Sehe man sich große Konzerne an, dann merke man, dass ihre Lebenserwartung eher bei 30-Plus und nicht bei hundert Jahren liege, sagte Bezos laut einer Aufnahme, die dem US-Sender CNBC vorliegt.

Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht
Amazon-Chef Jeff Bezos glaubt, dass Amazon pleite geht

Deshalb glaubt Jeff Bezos an das Aus von Amazon und den Bankrott

Bei seinen Aussagen zum möglichen Ende von Amazon nahm Bezos auf die Pleite des US-Riesen Sears Bezug. Der einst weltgrößte Handelskonzern meldete im Oktober 2018 Insolvenz an. Auch deshalb, weil er mit Amazon nicht länger konkurrieren konnte.

Bezos ermahnt Amazon-Mitarbeiter

Um sicher zu sein vor dem Ende müsse Amazon hart daran arbeiten, seinen Niedergang so lange wie möglich hinauszuzögern, mahnte Bezos. Das könne nur gelingen, wenn man weiterhin den Kunden in den Mittelpunkt stelle und sich nicht, wie andere Unternehmen, mit sich selbst beschäftige.

Dass Jeff Bezos den Fokus auf den Amazon-Kunden so hoch hält, ist nicht neu. Einige seiner Führungskräfte haben diese Objektive bereits als ganz eigenes Mantra angenommen: "Der hundertprozentige Fokus auf unsere Kunden ist unsere DNA bei Amazon, der jeden einzelnen Tag bestimmt", heißt es beispielsweise im Blog des Amazon-Country Managers Ralf Kleber.

Auch das Kundenbindungsprogramm Amazon Prime bezeugt, dass die Taktik von Jeff Bezos aufgeht. Immerhin geben Prime-Kunden mehr als doppelt so viel Geld für Amazon-Produkte aus wie "normale" Kunden.

Was für den Kunden gut ist, schockiert Aktionäre

Während Jeff Bezos' kundenorientiertes Vorhaben also absolut positiv für den Verbraucher ist, hatte die Brandrede des Amazon-CEO den Aktionären des Unternehmens sichtlich zugesetzt. Erstmals seit monatelangem Anstieg war die Aktie 2018 unter die 1.600-Dollar-Marke gefallen. Amazon erreichte dabei noch im September zuvor einen Börsenwert von einer Billion Dollar. Mit einem Privatvermögen von rund 111 Milliarden US-Dollar gilt Jeff Bezos als der reichste Mensch der Welt, und das bereits seit 2017.

Neue Firmenzentrale für Amazon

Trotz düsterer Vorhersagen vom Ende Amazons stellte der Konzern weiterhin neue Pläne auf. So gab Amazon bekannt, künftig neue Firmenzentralen in New York und Virginia eröffnen zu wollen. Fast 240 US-Städte hatten sich daraufhin für die neuen Standorte beworben. Wegen hoher öffentlicher Zuschüsse – allein in New York soll es Subventionen und Steuererleichterungen in der Höhe von drei Milliarden Dollar geben – gab es heftige Kritik.

Aber auch sonst ist es nicht ruhig um Jeff Bezos' Konzern. Wegen seiner Geschäftspraktiken ist Amazon auch schon ins Visier der EU-Kommission geraten. EU-Wettbewerbshüter leiteten 2018 eine Prüfung des Konzerns ein. Auch US-Präsident Donald Trump befindet sich mit Bezos und Amazon immer wieder auf Kriegsfuß und drohte wiederholt mit Untersuchungen.

Manchmal sind Kunden auch nur Mittel zum Zweck

Dass Amazon irgendwann pleite geht, könnte auch daran liegen, dass sich der Konzern nicht immer so sehr auf die Seite seiner Kunden stellt, wie es Bezos verlangt. Zum Beispiel zieht dir Amazon mit falschen Rabatten Geld aus der Tasche. Aber auch Experten sehen einige Gründe, die für ein Aus von Amazon sprechen.

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