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Nach Ehebruch mit Facebook: Wem gehört WhatsApp denn nun?

Wem gehört WhatsApp?

Seit dem Verkauf an Facebook gab es ständig Streit zwischen Mark Zuckerberg und den WhatsApp-Entwicklern. So geht es mit dem Messenger-Dienst weiter.
Do, 29.11.2018, 15.01 Uhr

Wem gehört WhatsApp?

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Seit dem Verkauf an Facebook gab es ständig Streit zwischen Mark Zuckerberg und den WhatsApp-Entwicklern. So geht es mit dem Messenger-Dienst weiter.

Es war ein Riesen-Deal und Halbskandal zugleich: Im Jahr 2014 kaufte der Facebook-Konzern unter Regie des Chefs Mark Zuckerberg den Messenger-Dienst "WhatsApp" für rund 22 Milliarden Dollar. Seit der Investition gab es immer wieder Konflikte zwischen beiden Seiten. Nach dem Ausstieg der zwei WhatsApp-Gründer stellt sich da die Frage: Wem gehört WhatsApp jetzt?

Streit um WhatsApp: Wem gehört der Messengerdienst?

Bereits 2009 gründeten Brian Acton und Jan Koum in Kalifornien einen der heute meistgenutzten Messengerdienste weltweit. Fünf Jahre später folgte der Milliarden-schwere Verkauf an Facebook, und anschließend dauerte es nicht lange bis zum Bruch. Bereits vor über einem Jahr zog der erste WhatsApp-Gründer einen Schlussstrich und verließ den Facebook-Konzern. Zwischen Facebook und den WhatsApp-Gründern gab es im Wesentlichen zwei große Konfliktpunkte:

#1 Verschlüsselung: Darum stieg Acton aus

Anstatt weiterhin für das große Social Media-Unternehmen zu arbeiten, unterstützte Acton schließlich den Messengerdienst Signal – eigentlich ein direkter Konkurrent zum eigenen Baby WhatsApp. Dafür verließ er Facebook im September 2017 und trieb die Weiterentwicklung von Signal mit 50 Millionen US-Dollar an. Denn im Gegensatz zu Facebook legt der alternative Messengerdienst besonderen Wert auf eine sichere Verschlüsselung. Als der Skandal um Facebook und Cambridge Analytica aufkam, riet der WhatsApp-Mitgründer sogar dazu auf, Facebook zu löschen.

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#2 Werbung: Monetarisierung von Daten

Schließlich schmiss auch der zweite WhatsApp-Gründer hin: Jan Koum verabschiedete sich im Mai 2018 ebenfalls von Facebook. Denn WhatsApp musste für Facebook seine Grundsätze brechen: Entgegen der Ablehnung von Acton und Koum kündigte Facebook zu dieser Zeit an, WhatsApp für Werbung zu nutzen. Mit diesem Geschäftsmodell würden Nutzerdaten monetarisiert werden. Über den Abgleich der Handynummern beweisen Nutzer, dass dieselbe Person hinter Facebook- und WhatsApp-Konto steckt. Gesammelte Daten auf beiden Konten würden schließlich zusammengeführt werden.

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Fazit: Mehr als ein fatales Geschäft – Treibt Facebook ein faules Spiel?

Derzeit scheint Facebook der Sieger zu sein: WhatsApp gehört dem Social Media-Konzern. Und die ehemaligen Gründer, die andere Moralvorstellungen als Zuckerberg pflegen, sind vom Tisch. Also hat der Facebook-Chef die Macht.

WhatsApp ist nicht der einzige Dienst, der von Facebook für viel Geld aufgekauft wurde und dann seine ursprünglichen Gründer aussteigen sehen musste. Instagram erlitt ein ähnliches Schicksal: Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Mark Zuckerberg ließen auch die Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger den jetzigen Mutterkonzern der Foto-App zurück.

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