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Opel will aus der deutschen Provinz heraus die E-Auto-Revolution schaffen

Michael Lohscheller wurde 2017 als neuer Opel-Chef eingesetzt. Er soll den Autohersteller wieder nach vorne bringen.
Michael Lohscheller wurde 2017 als neuer Opel-Chef eingesetzt. Er soll den Autohersteller wieder nach vorne bringen.
Foto: Sean Gallup/Getty Images
Opel hat keine leichte Zeit hinter sich. Es scheint wieder bergauf zu gehen.. Die Heimatstadt Rüsselsheim soll dabei helfen – nicht nur dem Konzern, sondern auch den Elektroautos an sich.

2019 wird für Opel ein brisantes Jahr. Gerade erst ist es dem Autohersteller gelungen, nach jahrzehntelangen Verlusten Gewinn zu erwirtschaften. Damit könnte er seit langer Zeit wieder eine positive Bilanz vorweisen. Dann feiert der Konzern noch sein 120-jähriges Bestehen. Ein gutes Zeichen neben den Turbulenzen der vergangenen Zeit. Auch in Sachen Elektromobilität will der neue Chef einen entscheidenden Schritt nach vorne gehen: mit nichts weniger als dem Elektroauto-Durchbruch.

Für Opel beginnt die Elektromobilität

Stellenkürzungen im vierstelligen Bereich und Verhandlungen über den Verkauf von Teilen seines Entwicklungszentrums stehen den großen Plänen des Opel-Chefs gegenüber. Er war 2017 eingesetzt worden, um Opel aus einer tiefen Krisen herauszuholen. Denn der französische PSA-Gruppe hat dort jetzt das Sagen. Was unter General Motors nicht lief, soll nun gefixt werden – von Michael Lohscheller.

Das hat er bisher auch erstaunlich gut geschafft. Opel ist vermutlich im Februar 2019 wieder positiv – das erste Mal seit 1999. Aber Lohscheller will noch mehr Umstrukturierungen: 2019 soll das Jahr sein, indem er den Elektroautos zu ihrem Durchbruch verhilft. Er hat bereits angekündigt, die komplette Flotte von Opel bis 2024 auf E-Motoren umzurüsten. Doch eine Revolution geht nicht ohne Anführer. Opels Heimatstadt Rüsselsheim soll diese Rolle übernehmen.

Eine Investition in die Zukunftsvision

In einem Interview mit Business Insider erklärt Lohscheller, wie er den Umbruch schaffen will. In Rüsselsheim sollen in den kommenden zwei Jahren 1.300 E-Ladestationen entstehen. Damit wäre die Stadt in Hessen die mit der zweitgrößten Dichte an Ladestation für Elektroautos in der gesamten EU.

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Ob das dazu führt, dass auch mehr E-Autos unterwegs sind, ist fraglich. Immerhin stehen bei Opel seit dem neuen Unternehmenskurs die tatsächlichen Erlöse pro Fahrzeug im Fokus. Die Investition in Rüsselsheim ist daher wohl eher eine Investition in die Zukunftsvision des Autoherstellers. Die Konkurrenz schläft schließlich nicht, auch Ford verbannt den Verbrennungsmotor in all seinen Autos und die Reichweite des BMW i3 ist nicht zu verachten.

Rüsselsheim als Vorbild für ganz Deutschland

Lohscheller hat sich, wie fast alle, Skandinavien als Vorbild genommen. Dort "wollen die Kunden den Fortschritt und verlangen nach E-Autos." Deshalb wolle man nun "die breite Masse ansprechen". So kommt auch der Corsa und der Nachfolger des Mokka X als rein elektrisches Modell auf den Markt und alle anderen Modelle sollen folgen. "Wenn Preis, Reichweite und die Verfügbarkeit an Ladestationen gelöst sind, wird es einen riesigen Schub für die Elektromobilität geben", mutmaßt der Opel-Chef.

Sein Ziel: Bund, Länder und Kommunen werden nach Rüsselsheim schauen und sich dann intensiver mit dem Thema Elektromobilität auseinandersetzen. Denn um E-Autos den Durchbruch zu ermöglichen, bedarf es langfristig einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur in Deutschland.

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E-Auto-Durchbruch, obwohl der Durchbruch ausbleibt

Außerdem hofft Lohscheller auf den Umweltbonus. Die Förderung, mit der sich jeder ein Elekroauto leisten können soll, läuft nächstes Jahr, in dem es bei Opel mit Elektromobilität so richtig losgeht, aus. Der Opel-Chef hofft aber darauf, dass sie verlängert wird. Wenn Opel 120 wird und "viele Kunden die Marke emotional wahrnehmen", will Lohscheller eine neue Ära auf der Basis von Elektromobilität einläuten. "Es wird eines der wichtigsten Jahre der Unternehmensgeschichte."

Deutschland hat Milliarden in E-Autos gesteckt und ist jetzt wütend, weil die Revolution ausbleibt. Bei fast allen Herstellern steht das Thema jedoch hoch im Kurs und nun endlich auch bei Opel. Für das trotz Gewinnen noch unsichere Unternehmen ist zu hoffen, dass die Strategie aufgeht.

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