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Soll Tesla nicht untergehen, muss Elon Musk 2019 alles geben

Elon Musk muss alles geben

Elon Musk schafft es immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Doch wie gut laufen seine Geschäfte wirklich?
Do, 03.01.2019, 14.56 Uhr

Elon Musk muss alles geben

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Elon Musk schafft es immer wieder die Aufmerksamkeit der Medien auf sich zu ziehen. Doch wie gut laufen seine Geschäfte wirklich? Eine Analyse.

Es war ein turbulentes Jahr für Tesla – allem voran wegen der unorthodoxen Managementmethoden des Firmengründers Elon Musk, der unter anderem einen Rettungstaucher als Pädophilen beschimpfte, vor laufender Kamera einen Joint rauchte und sich wegen irreführender Ansagen auf Twitter Ärger mit der US-Börsenaufsicht einhandelte. Doch wie steht es abseits dieser Schlagzeilen um den US-amerikanischen Autobauer? Was sagen die harten wirtschaftlichen Kennzahlen über das Unternehmen, wie schätzen Analysten den Elektroauto-Pionier ein?

Die neuesten Quartalszahlen, also jene für das dritte Quartal 2018, können sich sehen lassen. Im dritten Quartal stieg der Konzernumsatz um 128,6 Prozent auf 6,824 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis drehte mit 416,8 Millionen Dollar deutlich in die schwarzen Zahlen. Im dritten Quartal des Vorjahres hatte Tesla noch 535,5 Millionen Dollar Verlust gemacht. Auch das Nachsteuerergebnis lag mit 311,5 Millionen US-Dollar im positiven Bereich.

Die Produktion wurde von 25.336 Autos im dritten Quartal 2017 auf 80.142 Modelle im dritten Quartal 2018 mehr als verdreifacht. Hier spielt besonders das Model 3 eine Rolle, von dem im jüngsten Quartal 55.840 Stück ausgeliefert wurden, wie es in einem Bericht von Nord/LB Research auf Basis von Teslas Daten heißt. Die Margen sind bei Tesla gestiegen, und auch das Finanzpolster ist durch den gestiegenen Gewinn deutlich gewachsen.

Tesla macht noch kein Gewinn

Das gute dritte Quartal kann aber trotzdem nicht die beiden vorhergehenden verlustreichen Quartale ausgleichen. Zwar konnte das Unternehmen den Umsatz insgesamt in den ersten drei Quartalen um 68,1 Prozent auf 14,23 Milliarden Dollar erhöhen, unter dem Strich steht für den Zeitraum aber noch ein operativer Verlust in Höhe von 801,6 Millionen US-Dollar.

„Wir rechnen damit, dass Tesla 2018 auf Gesamtjahressicht noch rote Zahlen schreibt“, schreibt Frank Schwope, Analyst der Nord/LB in einem Bericht: Auch für das vierte Quartal 2018 rechnet er mit roten Zahlen.

2019 wird es ernst

Laut Schwope muss Tesla nun im kommenden Jahr beweisen, dass es Gewinne machen kann. Und hier gibt einige Zweifler: Laut einem Bericht von The Motley Fool weisen Analysten von Morgan Stanley zum Beispiel darauf hin, dass Tesla seinen Schuldenstand weiter reduzieren und den aktuellen Produktionsausstoß halten muss. Außerdem muss der internationale Rollout des Model 3 gelingen. Analysten von Goldman Sachs stellen die Frage in den Raum, ob Tesla zur Reduktion des Schuldenstands eine weitere Kapitalerhöhung braucht: Tesla selbst hatte dies in einem Gespräch mit Analysten anlässlich der jüngsten Quartalsergebnisses abgestritten.

„Für Tesla wird der Gegenwind jetzt stärker“, sagt auch Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking. Auch die amerikanische Steuerpolitik könnte bei Tesla Spuren hinterlassen. Denn derzeit gibt es in den USA beim Kauf eines Model 3 eine steuerliche Begünstigung („tax credit“) in Höhe von 7500 Dollar – dieser Betrag wird mit Ende des Jahres halbiert. „Eventuell gibt es also Vorziehkäufe wegen der Halbierung der steuerlichen Begünstigung in den USA ab 1.1.2019“, sagt Rosen.

Das passiert in Europa

Bezüglich der Absatzmärkte gibt sich Tesla auch optimistisch für den europäischen Markt: Im Bericht von The Motley Fool heißt es seitens Tesla, dass der europäische Markt für mittelgroße Limousinen doppelt so groß ist wie jener der USA. Zugleich verweist Schwope aber auch darauf, dass für weiteres Wachstum die Infrastruktur ausgebaut werden muss: Von neuen Geschäften über Werkstätten bis zur Ladeinfrastruktur – und auch dafür wird wieder Kapital benötigt. Und abschließend sei noch erwähnt, dass Europa nicht nur ein Absatzmarkt, sondern auch ein Produktionsmarkt ist: Allen voran die Konkurrenz aus Deutschland.

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„Die Deutschen hinken zwar hinterher, aber nicht sehr weit“, sagt Schwope: In den 2020er-Jahren werden sie ihre Produktpalette an E-Autos deutlich ausgebaut haben und somit Tesla die Stirn bieten können. Ende der 2020er, so Schwoppe, könnte dann jedes dritte in Deutschland verkaufte Auto ein E-Auto sein: Das wären dann eine Million verkaufte E-Autos pro Jahr, alleine in Deutschland.

Dieser Artikel erschien zuerst auf futurezone.at

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