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Angst bei Amazon: Angeblich feuert ein Computer Mitarbeiter automatisch

Amazon: Vorteile und Pläne des Weltkonzerns

Mi, 24.04.2019, 19.03 Uhr

Amazon: Vorteile und Pläne des Weltkonzerns

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Lagerarbeiter von Amazon haben es an sich schon nicht leicht. Jetzt bedroht sie auch noch ein System, das sie angeblich automatisch kündigen kann – wenn sie nicht liefern.

Mitarbeiter in den Lagern von Amazon haben kein leichtes Leben. Neben der stressigen, logistischen Planung, Steuerung und Durchführung der Paketzustellungen, wird ihre individuelle Leistung auch noch strenger überwacht und sanktioniert als anderswo: Berichten zufolge nutzt Amazon ein Computersystem, das Mitarbeiter automatisch kündigt, die nicht die erwartete Leistung erbringen. Hunderte Angestellte seien auf diese Weise bereits gefeuert worden.

Amazon-Computer schreibt Kündigungen automatisch

So hat unter anderem The Verge nun berichtet, wie die Produktivität der Mitarbeiter in Amazon-Lagern wirklich gemessen wird. In einem Lager in Baltimore seien vom August 2017 bis September 2018 über 300 Arbeiter vom automatisierten System des Konzerns gekündigt worden. Das US-Magazin beruft sich dabei auf einen Brief eines Amazon-Anwalts an die US-Arbeitsrechtsbehörde National Labor Relations Board.

Grund für die Kündigungen seien jeweils mangelnde Produktivität gewesen. Wenn das System diese feststelle, könne es automatisch Abmahnungen oder sogar Kündigungen formulieren. Ein Vorgesetzter müsse in diesem Prozess nicht mehr mitwirken, so The Verge. Allerdings müsse er der Entlassung zustimmen, er informiere den entsprechenden Arbeiter über die Maßnahme, wie ein Sprecher des Unternehmens Business Insider mitteilte.

Der Computer misst eine Einheit namens "time off task", die Mitarbeiter angeblich so unter Druck setze, dass sie sich keine Zeit für Toilettenpausen einräumen und deshalb in Flaschen urinieren würden.

Coaching und Schulungen: Wirklich, Amazon?

Das Unternehmen bestätigte damit den Einsatz des Systems, nur von "automatisch kündigen" will man nichts wissen. "Es ist nicht wahr, dass Mitarbeitern durch ein automatisiertes System gekündigt wird", so der Amazon-Sprecher. "Wir würden niemals einen Angestellten entlassen, ohne ihm vorher unsere volle Unterstützung zu gewährleisten." Coaching-Maßnahmen oder zusätzliche Schulungen könnten Mitarbeiter vor dem Rausschmiss bewahren. Ähnlich wie andere Unternehmen habe man gewisse Erwartungen an seine Mitarbeiter, so der Sprecher.

Ob das der Realität entspricht, ist bislang unklar. Zu stark haftet dem Tech-Konzern das Vorturteil an, seine Angestellten einem heftigen Leistungsdruck auszusetzen, vor allem in den Lagern. Denn da immer mehr Menschen online shoppen, müssen immer mehr Pakete versandt werden. Und mit Amazons Abo-Service Prime Now müssen sie immer schneller zu ihren Empfängern kommen können.

Geht dir das Ganze gegen den Strich, kannst du überlegen, ob du deine Amazon Prime-Mitgliedschaft kündigst. Wusstest du, dass Amazon-Mitarbeiter über dein Alexa mithören?

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