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Jeff Bezos' erste Stellenanzeige offenbart Amazons tiefste Abgründe

Amazon: Vorteile und Pläne des Weltkonzerns
Mi, 24.04.2019, 19.03 Uhr

Amazon: Vorteile und Pläne des Weltkonzerns

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Amazon-Gründer Jeff Bezos verlangt nicht gerade wenig von seinen Mitarbeitern. Im Gegenteil. Schon vor 25 Jahren nahm mit einer Stellenanzeige der Schrecken seinen Lauf.

Amazon hat sich in nur 25 Jahren von einem kleinen Online-Buchhandel zu einem Billionen-Konzern entwickelt. Das ist auch der Scharfsinnigkeit von Jeff Bezos zu verdanken. Die Geschwindigkeit, mit der er noch heute sein Unternehmen vorantreibt, ist enorm, deckt aber gleichzeitig seine dunkle Seite auf – das beweist auch die allererste Stellenanzeige des Amazon-Gründers, passend zum Konzern-Jubiläum.

Erste Stellenanzeige des Amazon-Gründers: Erfolg vorprogrammiert

Was Jeff Bezos 1994 in einer Garage in Seattle gründete, war zuerst nicht mehr als ein Online-Buchversand. 25 Jahre später ist Amazon die wertvollste Marke und Bezos der reichste Mensch der Welt. Das liegt auch am ständigen Innovationsdrang des Amazon-Gründers und einer klaren Mission: Pakete möglichst schnell zum Kunden zu bringen. Zukünftig soll das mithilfe von Drohnen gelingen.

Äußerste Effizienz verlangt Bezos seit Anbeginn seines Geschäfts. Das zeigt sich auch in der angeblich ersten Stellenanzeige, die Jeff Bezos 1994 veröffentlichte. Ausgegraben hatte sie 2018 das kanadische News-Netzwerk BNN Bloomberg.

Demnach suchte der Amazon-Gründer einen Programmierer, der komplexe Systeme "in rund einem Drittel der Zeit, die die kompetentesten Programmierer für möglich halten", konstruieren und warten konnte. Schnelligkeit als Einstellungskriterium, auch das führte Bezos und sein Unternehmen zum Erfolg.

Geschwindigkeit zum Preis von Urin-Flaschen

Die Anforderungen haben aber auch dazu geführt, dass sich die Arbeitsbedingungen bei Amazon seither massiv verschlechtert haben. Das gilt sicher nicht für alle Bereiche des Unternehmens. Doch zahlreiche Berichte gaben zuletzt Aufschluss über den hohen Druck, unter dem die Mitarbeiter stehen, besonders in der Auslieferung von Produkten, dem Kerngeschäft des Konzerns.

Angeblich müssen sie eine bestimmte Anzahl an Artikeln pro Stunde abarbeiten. Logistikmitarbeiter und Fahrer sollen auf Mahlzeiten oder sogar Toilettengänge verzichtet haben, um ihre Quote zu erfüllen. Ein Fahrer soll Flaschen mit Urin in einem Lieferwagen gefunden haben, auch in einem britischen Lager seien diese gefunden worden. Ob sich das ändert, wenn künftig Drohnen mit Quallen-Armen Amazons Pakete packen?

Behauptungen wie diese sind aber auch nichts Neues, besonders nicht für einen Mega-Konzern. Mit ihnen hat nicht nur der Amazon-Gründer zu kämpfen, sondern auch der vermeintliche Alptraum-Arbeitgeber Apple. Amazon selbst jedenfalls ist stolz auf seine "großartigen Arbeitsbedingungen, Bezahlung, Zusatzleistungen und Karrieremöglichkeiten". Der Ethos sei auch nötig, um Amazon vor der Pleite zu schützen, wie Bezos selbst mitteilte.

Ob immer noch stimmt, was in der ersten Stellenanzeige versprochen wurde, dass Mitarbeiter "sinnvolle Kapitalbeteiligung" erhalten würden, ist fraglich.

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