Digital Life 

Information statt Porno: Deutsche Jugend nutzt Internet lieber für Sexualaufklärung

Foto: imago
Jugendliche konsultieren natürlich eher das Internet als die Eltern, wenn es um Sexualität geht. Eine sexuelle Verwahrlosung muss dadurch aber nicht befürchtet werden. Im Gegenteil.

Jugendliche nutzen das Internet zunehmend als Informationsquelle zum Thema Sexualität und schauen sich dabei auch Sexfilme an. Von einer Generation Porno könne aber keine Rede sein, sagte die Medienpsychologin Nicola Döring am Donnerstag bei einer Tagung der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS) in Hannover. «Wir müssen uns keine Sorgen machen, dass wir eine sexuell verwahrloste Jugend haben», betonte die Professorin der TU Ilmenau. Die Mehrheit der Mädchen und Jungen habe sogar eine sehr strikte Sexualmoral, so dass man eher von einer Generation Biedermann als von einer Generation Porno sprechen könnte.

Die Wissenschaftlerin betonte, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der Sexualaufklärung gut dasteht. Dies könne man unter anderem an der geringen Zahl an Teenager-Schwangerschaften ablesen. Eltern und Lehrer sind Studien zufolge nach wie vor wichtige Ansprechpartner.

Lieber Google fragen als Mutti

Konkrete Fragen etwa zu sexuellen Techniken stellen Jugendliche aber vermehrt im Internet, vor allem bei Google oder YouTube. «Man möchte es so im Detail nicht Mutti fragen», sagte Döring. Die beliebtesten YouTube-Kanäle seien «61 Minuten Sex» oder «Jungsfragen». Sie werden von Sexualpädagogen betrieben, die Videos gehen locker auf die Fragen der Abonnenten ein. Aber auch das Internet-Angebot des Dr.-Sommer-Teams der Jugendzeitschrift «Bravo» wird der Forscherin zufolge noch millionenfach angeklickt.

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