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WannaCry: Im russischen Innenministerium werden Computer gesegnet

Foto: Screenshot/Twitter
Gegen die Ransomware scheint jeder seine eigene Waffe zu haben. In Russland wird derzeit der religiöse Weg gewählt, um Systeme zu schützen.

Das englischsprachige russische Nachrichtenportal English Russia hat ein Bild bei Twitter geteilt, das den für seine reaktionären Ansichten bekannten orthodoxen Patriarchen Kyrill den Ersten beim Segnen von Computern zeigt. Das Bild soll im Innenministerium entstanden sein und wurde am 15. Mai bei Twitter geteilt. Laut English Russia dient das Bespritzen der Computer mit Weihwasser in diesem Fall als Schutz vor einem möglichen Befall der Geräte mit der Ransomware Wanna Cry, die in den vergangenen Tagen weltweit für Ärger gesorgt hat.

BoingBoing berichtet, dass dieses Ritual in der orthodoxen Kirche häufiger vorkommt. Dass der digitale Exorzismus in diesem Fall von Kyrill dem Ersten, dem Vorsteher der russisch-orthodoxen Kirche persönlich, durchgeführt wurde, zeigt den Stellenwert, den die Kirche in russischen Regierungskreisen genießt. Kyrill sieht in der Gleichstellung von Frauen und Männern ein Zeichen für die kommende Apokalypse und beschuldigt die Terrororganisation IS, Säkularismus und Regenbogenparaden zu verbreiten. Auf dem Bild ist auch ein uniformierter Staatsbediensteter zu sehen, der der Zeremonie beiwohnt. Ob es seit der Segnung zu Ransomware-Befällen gekommen ist, ist nicht bekannt.

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