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BSI-Chef Schönbohm will Sicherheitslücken nicht verheimlichen

Der BSI-Präsident sieht das Verhalten der Geheimdienste kritisch.
Der BSI-Präsident sieht das Verhalten der Geheimdienste kritisch.
Foto: Imago
Der NSA war die Sicherheitslücke bekannt, die der Trojaner WannaCry nutze, hielt Informationen über sie jedoch gezielt zurück. Der Präsident des deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik kritisiert die Geheimhaltung Nachrichtendienste.

„Ich halte es für sehr schwierig, wenn Lücken bewusst offen gehalten werden“, sagte Arme Schönbohm dem Hessischen Rundfunk. Im Mai hatte der Verschlüsselungstrojaner WannaCry eine Schwachstelle in Windows ausgenutzt und weltweit Computersysteme befallen. Dem US-Geheimdienst war die Sicherheitslücke bekannt, sie wurde jedoch nicht gemeldet. Ein solches Vorgehen sehe er mit „Bauchschmerzen“, sagte BSI-Präsident Schönbohm.

Es gebe zwar auch das „berechtigte Interesse“ von Polizei und Geheimdiensten an technischen Überwachungsmöglichkeiten. Das BSI habe aber die Aufgabe, solche Schwachstellen so schnell wie möglich an die Hersteller weiterzugeben, damit sie geschlossen werden. „Wir schützen ja auch die kritischen Infrastrukturen.“ Als Beispiel nannte Schönbohm ein Kernkraftwerk. „Wenn dort ein Windows XP-System im Einsatz ist, das vielleicht am Netz hängt, dann möchte ich, wenn da irgendeine Lücke drin ist, dass die sofort geschlossen wird.“

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