Digital Life 

Wer sich am stärksten überwachen lässt, bekommt von der Bundespolizei einen Einkaufsgutschein

Ab August läuft die Testüberwachung am Berliner Bahnhof Südkreuz.
Ab August läuft die Testüberwachung am Berliner Bahnhof Südkreuz.
Foto: imago
Freiwillige vor: Ab heute sucht die Bundespolizei Personen, die sich am S-Bahnhof Berlin-Südkreuz sechs Monate lang filmen lassen.

Das geplante Pilotprojekt soll zum 1. August 2017 starten und ein halbes Jahr laufen. Betrieben wird es von der Bundespolizei in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern, der Deutsche Bahn AG und dem Bundeskriminalamt, die gemeinsam Gesichtserkennung durch intelligente Videoüberwachung erproben wollen.

Apple Watch, Fitbit und GoPro zu gewinnen

Dazu werden ab heute 275 Versuchspersonen gesucht, die den Berliner Bahnhof Südkreuz regelmäßig, bestenfalls mehrmals täglich, frequentieren. Zur "Vergütung" heißt es auf der offiziellen Seite der Bundespolizei: "Wer am häufigsten durch die markierten Kamerabereiche läuft, hat die Chance, neben einem Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro einen von drei attraktiven Hauptpreisen zu gewinnen." Diese Hauptpreise sind eine Apple Watch Series 2, ein Fitbit Surge und eine GoPro Hero Session.

Potenzielle Tester werden "fahndungsmäßig" überprüft

Wer Interesse hat, müsse sich, so die Bundespolizei, ab August mehrfach am Tag in den markierten Bereichen des Bahnhofs aufhalten. Ein dazugehöriger Transponder, den die Testpersonen für diese Zwecke erhalten und am Körper tragen, dient zur Auswertung, wie häufig sie vom System richtig erkannt oder übersehen wurden. Damit das System eine Chance zur Erkennung habe, müssten sich die Testpersonen im Vorfeld außerdem dazu bereit erklären, unter Angabe ihrer Personalien und Erreichbarkeit Lichtbilder von sich anfertigen zu lassen. Eine "fahndungsmäßige Überprüfung" potenzieller Teilnehmer erfolgt ebenfalls.

Vorteile der intelligenten Videoüberwachung werden angezweifelt

Als Rechtsgrundlage dient die freiwillige Verpflichtung der Versuchspersonen. Ihre Daten werden ein Jahr lang gespeichert und anschließend gelöscht.

Der Vorteil der zu erprobenden Software soll es sein, "Straftaten und Gefahrensituationen im Vorfeld erkennen zu können" beziehungsweise "mögliche Gefährder vor einem geplanten Anschlag feststellen und diesen verhindern zu können." Fragwürdig ist in diesem Zusammenhang allerdings, ob intelligente Videoüberwachung laut derzeitiger Rechtsgrundlage überhaupt zulässig ist. Auf der anderen Seite gibt es Zweifel daran, ob mehr oder "intelligente" Überwachung zu einer erhöhten Sicherheit auf Bahnhöfen führen kann, da Terroristen dadurch nicht abgehalten, sondern vielleicht sogar bestärkt würden.

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Glastonbury Festival: Strom aus der Pipi-Box

Der Urin der Besucher soll Smartphone-Akkus laden.
Der Urin der Besucher soll Smartphone-Akkus laden.
Foto: imago

Um die Technologie bekannter zu machen, werden einige tausend Liter Urin von Besuchern des Glastonbury Festivals zur Stromerzeugung eingesetzt.

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