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Strafe für 1.000 illegale Downloads: Hawaiianer wehrt sich gegen Vorwürfe

Der Mann ist wohl zu Unrecht beschuldigt worden.
Der Mann ist wohl zu Unrecht beschuldigt worden.
Foto: Felix Kästle / APA/dpa
Der 72-Jährige wendete sich nach der Zahlungsaufforderung an die Medien. Der Anwalt drohte daraufhin mit noch höheren Strafen.

In Hawaii ist ein älterer Mann ins Visier eines Filmpiraten-Jägers geraten. Wie Torrentfreak berichtet, wird der 72 Jahre alte John J. Harding beschuldigt, über 1.000 illegale Downloads, darunter Filme und Pornografie, gemacht zu haben.

Hinter dem Brief mit der Zahlungsaufforderung steckt der hiesige Anwalt Kerry Culpepper, der unter anderem die Rechte für Publisher von Filmen wie „Mechanic: Resurrection“ und „Once Upon a Time in Venice“ vertritt. Laut Torrentfreak handelt es sich bei diesem Fall um typisches Copyright-Trolling. In dem Brief fordert Culpepper eine Zahlung von 3.900 US-Dollar, um die Sache außergerichtlich zu regeln. Sollte nicht bis 31. Juli bezahlt werden, sind 4.900 US-Dollar fällig, die bis zum 7. August bezahlt werden müssen.

Anstatt sich erpressen zu lassen, wandte sich Harding an die Medien. Seine Frau und er nutzen den Computer weder für illegale noch legale Downloads, sondern lediglich für E-Mails, Spiele und für Nachrichten auf News-Portalen. Laut Harding habe er noch nie in seinem Leben einen Film heruntergeladen. „Der Ton von dem Brief war: ‚Bezahle oder wir kriegen dich‘. Es ist absurd. Absolut absurd“, so Harding.

Drohung statt Entschuldigung

Culpepper hat auf die Medienberichte reagiert, vermutlich weil der 72-Jährige nicht unbedingt in das Bild eines typischen Filmpiraten passt. Doch statt einer Entschuldigung gab es eher eine Erklärung mit unterschwelliger Drohung.

Diese Briefe seien keine Einschüchterungs-Taktik, sondern durchaus Ernst zunehmen. Bei einer Verurteilung können Strafen bis zu 150.000 US-Dollar pro Download ausgesprochen werden, so Culpepper. „Ich muss die Aufmerksamkeit des Downloaders wecken, aber nicht zu viel Stress verursachen. Ich glaube meine Briefe schaffen diese Balance“, sagt Culpepper gegenüber Hawaii News Now.

Allerdings wolle er nicht die Beschuldigten bankrott machen, sondern primär Filmpiraten abschrecken. Unrecht Beschuldigte sollen sich an sein Büro wenden. In der Vergangenheit habe er auch niedrigere Zahlungen oder Entschuldigen akzeptiert.

Das klingt nicht so, als wäre Culpepper daran interessiert, die tatsächlich Schuldigen zu finden, sondern einfach nur Geld zu kassieren – wie ein Copyright-Troll. Leider könnte er auch in diesem Fall damit wieder Erfolg haben. Harding kann sich nämlich keinen Anwalt leisten, der ihm im Fall einer Klage vertreten würde. Selbst wenn er unschuldig ist, hat er vor Gericht ohne Anwalt kaum eine Chance, dies zu beweisen und würde so den Prozess ziemlich sicher verlieren.

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