Ein Wolf-Roboter schützt in Japan Reisfelder. Sobald sich ein Tier dem „Super-Monster-Wolf“ (so der offizielle Name) nähert, reagiert die auf Metallstelzen stehende und mit Infrarotsensoren ausgestattete Attrappe: Plötzlich ertönt ein Knurren wie von einem echten Wolf, während die LED-Augen funkeln. Der Agrarverband in der Stadt Kisarazu nahe Tokio testete das bizarre Gerät bereits seit Ende 2017 für mehrere Monate.

Japans Wölfe sind tot, Roboter schaffen Ausgleich

Der traurige Grund dahinter: Wölfe sind in Japan aufgrund einer staatlichen Ausrottungskampagne seit dem frühen 19. Jahrhundert augestorben. Als Resultat sind Teile des Landes mittlerweile ganzen Fluten an Rehen und Wildschweinen ausgesetzt, gegen die normale Vogelscheuchen längst nichts mehr ausrichten können. Während man in Deutschland mit Lasern gegen Vögel vorgeht, sind es in Japan die Roboter, die dem Wild den Kampf ansagen sollen.

Foto: APA/AFP/TORU YAMANAKA

Die unheimlich aussehende Wolfsattrappe mit Fellüberzug ist 65 Zentimeter lang und 50 Zentimeter hoch. Das Knurren erreicht eine Lautstärke bis 90 Dezibel – das entspricht dem Fahrgeräusch eines Lkw. Während die roten LED-Augen funkeln, bewegt sich der Kopf der Attrappe hin und her. Damit sich Wildschweine und Rehe nicht an den Roboter gewöhnen, kann das Knurren variieren. Betrieben wird das Gerät mit Solarbatterien, wie Medien berichteten.

Foto: APA/AFP/TORU YAMANAKA

Ein Roboter-Wolf für die breite Masse

Eine Firma auf Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido hat den Roboter zusammen mit der Universität Tokio entwickelt. Versuche ergaben, dass die weithin hörbaren Töne offenbar dazu führten, dass sich auf einer Fläche von einem Quadratkilometer keine der auf Hokkaido zahlreichen Bären mehr blicken ließen.

Die Versuchsreihe in Kisarazu war übrigens so erfolgreich, dass der gruselige Wolfsroboter in Massenproduktion ging. Für umgerechnet rund 4.000 Euro (514.000 Yen) kann die Maschine erworben werden. Ist der Stückpreis zu hoch, bietet der Hersteller auch Leasing-Verträge an.

Neueste Videos auf futurezone.de