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Bitcoin mehr als 15.000 Dollar wert

Der Kurs der Kryptowährung schwankt stark. Heute kratzte er kurzzeitig an der 12.000 Dollar-Marke.
Der Kurs der Kryptowährung schwankt stark. Heute kratzte er kurzzeitig an der 12.000 Dollar-Marke.
Foto: imago stock & people
Bitcoin und kein Ende. In Asien wird die Kryptowährung zwischenzeitlich für 15.072,02 Dollar gehandelt. Kritiker warnen weiter vor dem Platzen der Bitcoin-Blase

Update vom 7.12.2017: Der Bitcoin eilt weiter von Rekord zu Rekord: Nur einen Tag, nachdem die Kryptowährung erstmals die Marke von 12.000 Dollar (10.154,86 Euro) durchbrochen hatte, ist der Wert eines Bitcoin am Donnerstag auf mehr als 15.000 Dollar gestiegen. Eine Einheit der digitalen Währung wurde laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg in Asien zwischenzeitlich für 15.072,02 Dollar gehandelt.

Beflügelt wird der Anstieg seit Wochen vor allem durch die Ankündigung der renommierten Chicagoer Terminbörse CME, künftig Terminkontrakte für Bitcoins anzubieten. Mitte Oktober hatte der Bitcoin die Marke von 5.000 Dollar übersprungen, vergangene Woche dann die 10.000-Dollar-Marke.

Bitcoin am Dienstag und Mittwoch im Bereich um 12.000 Dollar unterwegs

Die Rekordjagd ging weiter. Am Dienstag kletterte der Kurs der Kryptowährung zwischenzeitlich bis auf 11.850 US-Dollar, noch am selben Nachmittag lag er wieder etwas unter 11.800 Dollar. Der Mittwoch danach brachte den erstmaligen Anstieg auf über 12.000 US-Dollar. Auf der bekannten Handelsplattform Bitstamp kletterte der Wert einer Einheit der Digitalwährung am Morgen bis auf gut 12.345 Dollar. Die baldige Einführung von Terminkontrakten auf Bitcoins sorgt für Auftrieb bei der Digitalwährung - denn damit stößt die Digitalwährung ins traditionelle Finanzgeschäft vor.

Zu Jahresbeginn stand der Wert des Bitcoin noch bei 1.000 Dollar. Seither ist er auf einer rasanten Rekordjagd. Dabei schwankt der Kurs extrem. Auf und Abs um ein Fünftel an einem Tag sind keine Seltenheit. Notenbanker und Vertreter von Regulierungsbehörden warnen vor der Unberechenbarkeit der Digitalwährung. Zuletzt bezeichnete Stephen Roach, ehemaliger Chefvolkswirt bei der Investmentbank Morgan Stanley, den Bitcoin als „gefährliche spekulative Blase“.

Termingeschäfte beflügeln Kurs

Seit vergangenem Freitag sorgte grünes Licht von der US-Behörde CFTC für Terminkontrakte auf Bitcoins für weiteren Auftrieb bei der Digitalwährung. Die US-Handelsplattform CBOE will bereits Ende der Woche den ersten Bitcoin-Future in den Handel bringen. Eine Woche später will der weltweit größte Börsenbetreiber, die Chicago Mercantile Exchange Group (CME), folgen. Auch bei der japanischen Tokyo Financial Exchange wird über die Einführung eines Bitcoin-Futures nachgedacht.

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Durch die Einführung der Futures werden Bitcoins für institutionelle Investoren deutlich besser handelbar. Mit Future-Kontrakten werden Rohstoffe oder Finanzprodukte zu einem vorab festgelegten Preis zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt gehandelt. Dadurch können sich Käufer und Verkäufer gegen mögliche Preisschwankungen absichern. Terminkontrakte können aber auch für Spekulationen auf künftige Kursentwicklungen genutzt werden.

Wie ein Güterzug ohne Bremsen

Kritiker warnen vor einer Blase. Der Bitcoin scheine "wie ein Güterzug ohne Bremsen" zu sein, sagte der Analyst Shane Chanel von der in Sydney ansässigen Beratungsfirma ASR Wealth Advisers am Donnerstag. Es gebe auf dem Markt für Kryptowährung eine "unfassbare Menge" an neuen Akteuren. "Doch wenn der Hype sich abschwächt, werden wir mit großer Sicherheit irgendeine Art der Korrektur erleben", sagte Chanel.

Der Bitcoin war 2009 auch als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden, um eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung zu erschaffen. Befürworter argumentieren, dass Bitcoins vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit attraktiver werden könnten. Kritiker bezeichnen die Kryptowährung hingegen nicht zuletzt aufgrund der rasanten Kursentwicklung als Spekulationsobjekt. Die Attraktivität für Kriminelle steigt zudem. Am Montag wurde etwa bekannt, dass der Kryptowährungs-Marktplatz NiceHash gehackt wurde.

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