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"Internet of Things": Warum Telekom & Co. in den Ausbau des langsamen Internets investieren

Vernetzte Welt: Das "IoT" soll das nächste "große Ding" werden. Die hiesigen Provider rüsten sich mit einem neuen, sehr langsamen Netz.
Vernetzte Welt: Das "IoT" soll das nächste "große Ding" werden. Die hiesigen Provider rüsten sich mit einem neuen, sehr langsamen Netz.
Foto: imago stock & people
Während viele Teile Deutschlands noch keinen Zugriff auf mobiles Highspeed-Internet haben, arbeiten die Provider an einem Netz, das so langsam ist, dass es an die Anfangszeit des Internets erinnert.

Wer im Jahr 2018 im "Neuland" unterwegs sein möchte, braucht mancherorts Geduld. Gerade in ländlichen Gebieten Deutschlands können die Menschen von schnellen und stabilen Verbindungen nur träumen. Während Anbieter wie die Telekom immer noch am Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes arbeiten, investieren sie zeitgleich in eine Technik, die verwundert.

250 Kilobit pro Sekunde

Wie Welt.de berichtet, bauen die hiesigen Netzbetreiber gerade nämlich an dem etwas anderen Netz der Zukunft – ausgelegt für eine Spitzengeschwindigkeit von maximal 250 Kilobit pro Sekunde. Eine Geschwindigkeit, die für jeden Nutzer eines Smartphones schon eine Zumutung darstellen und wohl die meisten unserer Apps unbrauchbar machen würde.

Nicht für den Menschen gemacht

Doch das ist den Netzbetreibern in diesem Fall egal. Denn das neue Netz ist nicht für den Gebrauch durch den Menschen gedacht – zumindest nicht direkt. Die neue Infrastruktur ist für unsere immer vernetztere Umwelt bestimmt und soll die schier unendliche Zahl "smarter" Geräte miteinander verbinden. Dieses spezielle Maschinennetz soll im Jahr 2021 bis zu 16 Milliarden "Dinge" miteinander kommunizieren lassen, wie die Seite weiter berichtet.

Unsere bisherigen Netze seien für das "Internet of Things" ("IoT") nicht sonderlich gut geeignet, da die Funkwellen nicht in jede Ecke eines Gebäudes reichen würden. Außerdem seien die jeweils mit ihnen verbundenen Endgeräte zu stromhungrig. Hier soll das gerade entstehende Smalbandnetz Nachteile ausbessern und Deutschland bereit machen für eine vernetzte Zukunft.

11.000 Parkplätze mit Smartphone-App verbunden

Zahlreiche Anwendungsbereiche des Schildkrötennetzes würden demnach bereits jetzt in den Testlabors der Provider oder bereits in der Praxis erbrobt. Da die verbauten Sensoren jeweils nur wenige Daten übertragen müssten (etwa an oder aus,geöffnet oder geschlossen, heiß oder kalt) würden keine Megabit-Übertragungsraten benötigt.

Anwendungsbereiche seien laut der Seite beispielsweise bereits 11.000 Parkplätze, die über Sensoren an die App "Park and Joy" melden, wie viele Stellplätze zur Verfügung stehen. Bei diesem Projekt spiele das neue Netz seine Stärken voll aus. Der Stromverbrauch etwa hält sich in Grenzen, die angebrachten Sensoren melden nämlich nur dann Veränderungen, wenn der Pakrplatz belegt ist - oder wieder frei wird. Sie benötigen also keine Stromversorgung per Leitung sondern können mit Batterien betrieben werden – die für eine Laufzeit von zehn Jahren konzipiert sind.

Vernetzte Mülleimer

Vodafone und die Telekom sollen weiterhin an vernetzten Mülleimern arbeiten. Um zu vermeiden, dass Entsorger die einzelnen Behälter zu festgelegten Zeiträumen anfahren müssen, sollen die Müllschlucker ebenfalls "smart" werden und ihren aktuellen Füllstand melden. So kann Zeit und Geld gespart werden, wenn Entleerungen nur noch an wirklich vollen Mülleimern vorgenommen werden müssen. Auch seien Strom- und Gaszähler ein denkbarer Einsatzbereich des neuen Netzes – schließlich könnten die Schmalband-Funkwellen Gebäude tiefer durchdringen als Funkwellen herkömmlicher Netze. Der jährliche Besuch eines Ablesers wäre damit Geschichte.

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Während die Telekom bereits Ende dieses Jahres den Ausbau abgeschlossen haben will, stecke Vodafone noch in der Ausrollphase. Telefónica, Mutterkonzern von O2, wolle seine Absichten bezüglich des Netzausbaus 2018 bekanntgeben.

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