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"Shithole"-Affäre weitet sich aus: Trump-Hotels stürzen bei Yelp ab

Illustration zur "Shithole"-Affäre um US-Präsident Donald Trump
Illustration zur "Shithole"-Affäre um US-Präsident Donald Trump
Foto: imago
Nach Donald Trumps "Shithole"-Aussage weiten Aktivisten die Affäre auf die Bewertungs-Plattform Yelp aus – und richten auch dort seine eigenen Worte gegen ihn und sein Geschäft.

Donald Trump hat zuletzt bei einem Meeting im Weißen Haus mehrere afrikanische Länder sowie Haiti als "Shithole" bezeichnet. Der erneute fremdenfeindliche Ausbruch des US-Präsidenten wird nun seinen eigenen Hotels zum Verhängnis. Auf der Bewertungs-Plattform Yelp hagelt es schlechte Kritiken, wie Washingtonian berichtet. Dabei werden Trumps eigene Worte und Taten süffisant zu fiktiven Urlaubs-Erlebnissen umgewandelt.

"Ku-Klux-Klan in der Lobby"

"Absolutes Scheissloch. In alle weißen Leintücher waren zwei Löcher hineingeschnitten. Die Duschen waren aus Gold [Anspielung auf golden showers]. Die Steaks waren viel zu durchgebraten und in Ketchup versenkt. Ich bat um eine Flasche Wasser, stattdessen wurde ich mit einem Kübel Huhn und acht Diet-Colas zwangsernährt. Dieser Ort ist so ein Scheissloch", heißt es etwa in einem Yelp-Kommentar zum Trump International Hotel in Washington D.C. Die Sterne-Bewertung des Hotels fiel von üblichen vier bis fünf auf zwei Sterne.

Ein weiterer Kommentar zum selben Hotel: "Ein echtes Scheissloch. Besitzer ist ein bösartiger Rassist. Pisse auf den Leintüchern. Ku-Klux-Klan in der Lobby. Überall Russen. Traurig! In den Bibeln auf den Zimmern fehlten viele Gebote."

Betroffen von der Flut an schlechten Bewertungen sind Einrichtungen im Besitz von Donald Trump in New York, Las Vegas, Chicago und anderen US-Städten. Die Rezensionen werden von Yelp höchstwahrscheinlich in den kommenden Tagen wieder entfernt werden, berichtet Washingtonian. Die Richtlinien der Plattform sehen einen Eingriff vor, wenn es aufgrund medialer Berichterstattung zu tendenziösen Nutzer-Interaktionen kommt.

Wie Trump sich verteidigt

Trumps Hotel in Washington D.C. wurde am Samstag vom Multimedia-Künstler Robin Bell mit einer visuellen Manifestation der schlechten Bewertungen ausgestattet, schreibt Splinternews. Per Projektor wurde am Eingang der Schriftzug "Shithole" samt einiger Kackhaufen-Emojis angebracht. Trump verteidigt sich unterdessen gegen den Rassismus-Vorwurf nach seinem "Shithole"-Sager. Wie der Guardian berichtet, bezeichnete er sich gegenüber Journalisten kurzerhand als "die am wenigsten rassistische Person, die sie jemals interviewt haben."