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Der nächste Datenskandal ist nur eine Frage der Zeit – und die Nutzer tragen dazu bei

Unsere Daten sind für viele Firmen ein kostbares Gut. In Zukunft könnte das Sammeln unserer privaten Informationen sogar noch zunehmen.
Unsere Daten sind für viele Firmen ein kostbares Gut. In Zukunft könnte das Sammeln unserer privaten Informationen sogar noch zunehmen.
Foto: Leon Neal/Getty Images
Der Skandal um Facebook und Cambride Analytica führt uns einmal mehr vor Augen, wie gefährlich die Datensammelwut der Tech-Konzerne für uns alle sein kann. Doch in Zukunft wären sogar weitaus düsterere Szenarien denkbar.

Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg gibt sich kleinlaut und entschuldigt sich bei Milliarden Nutzern seines Netzwerks auf der ganzen Welt. Zahlreiche Strafverfolgungsbehörden ermitteln gegen seine Firma sowie das britische Datenanalyseunternehmen namens Cambridge Analytica. Das Zuckerberg-Netzwerk stellte bis auf Weiteres den Handel mit den Daten seiner Nutzer ein.

Der Skandal zog handfeste Konsequenzen nach sich, wie es mit Facebook weitergeht ist aktuell unklar. Rückblickend jedoch könnte uns die aktuelle Situation in wenigen Jahren eher wie eine Lapalie vorkommen.

Es stehen immer mehr Daten zur Verfügung

Wie das Online-Magazin MIT Technology Review schreibt, könnte es um unsere Daten in der Zukunft weitaus schlechter bestellt sein als heute. Unternehmen, wie das in die Schlagzeilen geratene Cambridge Analytica, werden in Zukunft auf eine schier unendliche Masse an Daten zugreifen können. Daten, die wir nur allzu bereitwillig zur Verfügung stellen.

Jetzige Werkzeuge zur Datenerhebung beinhalten Techniken wie die Auswertung von Social Media-Kanälen, GPS-Daten oder beispielsweise des Surfverhaltens im Netz. Die Seite zitiert den Forscher Alexander Tuzhilin, der am NYC Media Lab zu Informationssystemen forscht. Laut Tuzhilin werde die nächste Generation an Datenwerkzeugen ungleich mächtiger sein. Verschiedene Disziplinen und Techniken, wie Data Mining, künstliche Intelligenz und Know-how in Marketing und Psychologie, werden verschmelzen und es Unternehmen ermöglichen, Nutzer durchgehend zu überwachen.

Internet of Things kann zum Problem werden

Während es heute vor allem die sozialen Netzwerke sind, die Informationen über ihre Nutzer sammeln, werden künftig smarte Lautsprecher, Wearables und permanent mit dem Netz verbundene smarte Geräte wie Kühlschränke, Lampen, Kameras oder Türklingeln in der Lage sein, detaillierte Persönlichkeits- und Bewegungsprofile zu erstellen. Die Geräte von morgen werden weit mehr über uns wissen, als es unsere jetzigen Devices schon tun.

So zeichnet das Magazin dann auch ein düsteres Bild: Sollten die Datensammelfähigkeiten in Zukunft verbunden werden mit Techniken, die das automatisierte Erstellen von Inhalten wie Videos ermöglichen, könnten Nutzer noch gezielter angesprochen und somit beeinflusst werden. Individuell erstellte und angepasste Botschaften für Millionen oder gar Milliarden Menschen auf der ganzen Welt.

Was klingt wie Zukunftsmusik, ist nicht mehr weit von der Realität entfernt und könnte ernsthafte Konsequenzen haben. Jedoch: Ob, und wenn ja, wieviel Einfluss solche gezielten, genannt Microtargeting-Kampagnen, am Ende haben, ist nicht klar.

Nutzer in der Verantwortung

Europaweit gibt es bereits jetzt verhältnismäßig strikte Vorgaben zum Schutz der Privatsphäre der Bürger. Mit der Datenschutz-Grundverordnung wird dieser im kommenden Mai sogar noch verstärkt und EU-weit vereinheitlicht. In den USA sieht die Welt hingegen ganz anders aus. Erst kürzlich machte es eine Gesetzesänderung dort etwa möglich, dass Telekommunikationsanbieter Daten zum Browserverlauf ihrer Kunden legal verkaufen dürfen – ein Alptraum wohl für die meisten Nutzer.

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Gesetze hin oder her: Am Ende liegt es an den Usern selbst, gewissenhaft mit ihren Daten – einem wertvollen Gut für viele Unternehmen – umzugehen. Nutzern muss bewusst sein, dass alle Geräte, die mit dem Netz verbunden sind, potenziell auch in der Lage sind, Daten aufzuzeichnen und zu versenden. So komfortabel smarte Geräte im Haushalt sein mögen – so gefährlich könnten sie uns in Zukunft werden.

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