Digital Life 

Zwei Monate im vernetzten Zuhause: „Mein Smart Home war nicht bequem“

Zwei Monate im Smart Home vernetzt: Das war nichts für die Testerin.
Zwei Monate im Smart Home vernetzt: Das war nichts für die Testerin.
Foto: imago/Westend61
Es sei ein unangenehmes Gefühl, zu wissen, dass man online überwacht werde, meint die Journalistin, die ihre Wohnung zum Smart Home gemacht hat. Trotzdem: Der Smart-TV bleibt.

Die Journalistin Kashmir Hill hat ihre Einzimmerwohnung in San Francisco in ein Smart Home verwandelt, um zwei Monate lang im vernetzten Haushalt zu leben, wie die BBC berichtet. Sie hat dazu alles vernetzt, was es zu vernetzen gab: Von einer smarten Zahnbürste, über Kaffeemaschinen, eine "Hello Barbie", einen Roomba-Staubsaugerroboter, einer Philips Hue bis hin zur digitalen Sprachassistentin Alexa von Amazon, einem Smart-TV und einigen weiteren, smarten Dingen.


Es sei „wie in einem kommerziellen Überwachungsstaat“ gewesen, ohne „eine einzige Stunde digitaler Ruhe“, berichtet die Journalistin in einem TED-Talk. "Dieses unangenehme Gefühl, das man hat, wenn man weiß, dass man online überwacht wird, nimmt man sich damit in sein Wohnzimmer mit", schreibt Hill in ihrem eigenen Beitrag auf Gizmodo. Mit einem speziellen WiFi-Router hat sie mitgetrackt, was für Daten die Geräte über ihr Leben gesammelt und weitergereicht haben.

Nicht nur Facebook kontrollieren

„Amazon Echo hat mit den Servern von Amazon alle drei Minuten Kontakt aufgenommen. Der TV hat die Information über jede Sendung, die wir auf Hulu geschaut haben, weitergesendet, auch an Datenunternehmen“, sagt Hill. Es sei aber wesentlich beunruhigender, wenn man nicht wüsste, mit wem die Daten geteilt werden würden.


Viele Firmen seien hierbei extrem intransparent und man wisse als Konsument nicht, an wen die Daten von smarten Geräten wirklich gehen. Man müsse daher nicht nur Facebook kontrollieren, sondern auch die Hersteller von smarten Geräten, die alles mit dem Internet vernetzen, sagt Hill. Während man in sozialen Netzwerken seine Daten freiwillig hergebe, um deren Dienste nutzen zu können, sei dies bei smarten Produkten anders.

Hoffnung auf Default

„Mein Smart Home war nicht bequem. Dinge haben nicht funktioniert, der smarte Kaffee hat furchtbar geschmeckt, Alexa hat uns nicht verstanden und diesen Privatsphäre-Trade-Off war das Erlebnis definitiv nicht wert.“ Amazon Echo und den Smart-TV will Hill dennoch in ihrem Eigenheim behalten. „Ich mag das Zeug zwar nicht, aber es bleibt jetzt in unserem Heim.“

Für die Zukunft hofft Hill, dass Hersteller bessere Produkte machen und den Schutz der Privatsphäre per Default in die Produkte einbauen werden.

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