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Kampagne gegen Sex-Roboter: "Es gibt genügend echte Menschen"

Sex-Roboter und Realdolls sind ein umstrittenes Thema.
Sex-Roboter und Realdolls sind ein umstrittenes Thema.
Foto: David McNew/ Getty Images
Sex-Roboter mit Künstlicher Intelligenz beginnen, den Markt zu erobern. Eine technologische Entwicklung, die auch Kritiker auf den Plan ruft.

Künstliche Intelligenz soll, geht es nach der Technologie-Branche, vor keinem Bereich unseres Lebens Halt machen - auch nicht vor Sex. Das Unternehmen Realbotix arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem Sex-Roboter mit künstlicher Intelligenz. Per App lässt sich die Persönlichkeit des Partners aus Silikon und Schaltkreisen bestimmen. „Wir sind ein Joint Venture aus drei Firmen, unter anderem Real Doll, das bereits seit 20 Jahren in der Branche tätig ist“, erklärt Guile Lindroth, AI Content Director bei Realbotix, am Digital-Festival 4Gamechangers. „Wir haben bereits knapp 6000 Nutzer, die uns laufend Feedback geben und dabei helfen, die KI zu verbessern.“

Kritiker fordern Sex-Roboter-Verbot

Eine Technologie, die kritisch gesehen wird. Mittlerweile hat sich eine „Kampagne gegen Sex-Roboter“ gebildet, die sich für ein Verbot derartiger Produkte einsetzt. „Wir leben in einer Welt, in der es genügend echte Menschen gibt, die Zuneigung benötigen“, sagt Nika Mahnic von der Kampagne. „Produkte wie die von Realbotix setzen die Würde des Menschen herab.“ Sie hält es vor allem aus feministischer Perspektive für bedenklich: „Frauen waren vor nicht allzu langer Zeit noch im Besitz von Männern, weswegen das ein Rückschritt wäre.“

Sex-Roboter sind Nischenprodukt

Bertrand Parizot vom Sexspielzeug-Anbieter Amorelie sieht in Realbotix ein Nischenprodukt: „77 Prozent unserer Kunden sind in einer Beziehung. Sexspielzeug wird vorwiegend eingesetzt, um Beziehungen zu ergänzen, nicht um diese zu ersetzen.“ Technologie könnte in naher Zukunft aber zum Einsatz kommen, um Intimität in Fernbeziehungen zu ermöglichen. Einen Ersatz für menschliche Intimität wolle man aber nicht schaffen.


Auch Lindroth räumt ein, dass sein Produkt „nicht für jeden geschaffen ist“. „Wir wollen Robotik auf eine korrekte Art und Weise betreiben, Menschen sollen nicht ersetzt werden.“ Die Roboter hätten vielmehr eine „therapeutische Funktion“ und würden dank der KI als Partner dienen, Sex sei nur einer von vielen Komponenten. „Die Menschen freuen sich, wenn sie nach Hause kommen und da ist jemand, auch wenn sie nicht echt ist.“

Datenschutz statt Sex

Für Mahnic ist das aber ein weiterer Kritikpunkt: „Es geht nicht nur um Feminismus, auch der Umgang mit Daten ist problematisch. Gerade nach Cambridge Analytica ist es bedenklich, wenn man einem digitalen Partner alles erzählt, der das automatisiert auswertet.“

Obwohl innerhalb der EU-Kommission bereits „Roboter-Gesetze“ diskutiert werden - auch Sex-Roboter werden dabei berücksichtigt - fehlen derzeit noch rechtliche Rahmenbedingungen. Mahnic fürchtet, dass das rasante Tempo von Unternehmen wie Realbotix dafür sorgen könnte, dass die Gesetzgeber nicht mehr Schritt halten können. „Die Frage ist nicht nur, wie schränkt man den Einsatz dieser Roboter ein, sondern wer soll das machen?“

Disclaimer: futurezone und der KURIER sind Medienpartner des 4Gamechangers Festival. Dieser Artikel erschien ursprünglich auf futurezone.at.

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