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Falls ihr es nicht wisst: Das macht der Inkognito-Modus

Im Inkognito-Modus wähnen sich viele User sicherer als es in der Realität der Fall ist.
Im Inkognito-Modus wähnen sich viele User sicherer als es in der Realität der Fall ist.
Foto: Pexels
Ihr wisst sicher schon, dass euer Browser über einen Inkognito-Modus verfügt. Aber wisst ihr auch wofür er eigentlich gedacht ist? Wir wagen den Erklärversuch.

Glaubt man einer neuen Studie der University of Chicago, so sind sich zahlreiche Internetnutzer nicht darüber im Klaren, wie der Inkognito-Modus bei Browsern wie Google Chrome funktioniert. Viele wähnen sich beispielsweise in einer absolut geschützten Umgebung, die in der Realität jedoch so nicht vorhanden ist.

Googles ursprüngliche Vision vom Inkognito-Modus

Den Inkognito-Modus von Google Chrome gibt es bereits seit 2008. Zu dieser Zeit lag die größte Sicherheitsproblematik von Usern noch darin, nicht dabei erwischt zu werden, Porno-Seiten zu besuchen. Allerdings gehört das Verstecken des eigenen Browserverhaltens nicht zu den Gründen, aus denen der Inkognito-Modus ins Leben gerufen wurde. Zumindest nicht bei Google.

Dennoch wird die Funktion auch heute immer noch falsch verstanden und sogar mit schäbigem Verhalten konnotiert. Darin Fisher, Googles Vizepräsident von Chrome, erklärt gegenüber Thrillist, dass die primäre Absicht hinter dem Inkognito-Modus darin lag, es für Nutzer einfacher zu machen, die sich mit anderen einen Rechner teilten. Die Cookies anderer User, also die zwischengespeicherten Daten zur Nutzererkennung, waren dabei das eigentliche Problem.

Natürlich sollte der Inkognito-Modus in gewisser Weise auch dazu verhelfen, das eigene Verhalten vor dem Partner oder der Familie zu verbergen. Für Google sah ein solches Szenario laut Fisher aber eher harmlos aus: Ein Mann, der für seine Freundin online nach einem Verlobungsring sucht und nicht möchte, dass sie davon erfährt. Kurz: Es sollte ein Tool werden, das ein "Pausieren" der Aufzeichnung der Browserhistorie erlaubt.

Wie funktioniert der Inkognito-Modus?

Neben Google Chrome verfügt heute so gut wie jeder Browser, egal ob Desktop oder mobil, über einen eigenen Inkognito-Modus. Bei Google lässt er sich ganz einfach über das Drei-Punkte-Menü oben rechts im Browserfenster abrufen. Klickt ihr auf "Neues Inkognito-Fenster" öffnet sich ein separates Fenster, das sich auch im Design deutlich von der normalen Aufmachung des Chrome-Browsers abhebt.

Ist der Inkognito-Modus in Chrome aktiv, werden alle Daten, die durch euer Surfen im Netz anfallen, ausschließlich temporär gespeichert. Dazu kommt, dass sich die von euch aufgerufenen Webseiten nicht in der Chronik beziehungsweise dem Verlauf wiederfinden. Hier kommt es übrigens oft zum Mißverständnis in Bezug auf Sicherheit: Die Funktion verhindert durchaus, dass euer Browserverhalten von anderen Nutzern desselben Gerätes nachvollzogen werden kann. Tatsächlich schützt der Inkognito-Modus aber nicht davor, dass ihr durch Webseiten, Anbieter oder Behörden getrackt werdet.

User haben oft falsche Vorstellungen vom Inkognito-Modus

Die oben erwähnte Studie hat genau diesen Irrglauben untersucht. Die folgenden Interpretationen der Funktion zeigen, wie wenig teilweise über Sicherheit im Netz bekannt ist.

  • Rund 40 Prozent der Teilnehmer waren davon überzeugt, dass ihr Standort durch den Modus für die von ihnen besuchten Seiten verborgen bleibt.
  • Immerhin 22 Prozent waren sich sicher, für den Provider nicht auffindbar zu sein.
  • 37 Prozent hielten sich für sicher vor der Neugier des eigenen Arbeitgebers.
  • 23 Prozent glaubten, dass sie nicht von staatlichen Einrichtungen getrackt werden könnten. Notwendig für ein solch hohes Level an Schutz ist in jedem Fall aber mindestens ein zusätzlicher VPN.
  • Skurril wurde es dann bei 27 Prozent der Befragten. Sie waren der Meinung, dass der Inkognito-Modus auch vor Viren und Malware schützen würde.

Fazit

Für alle, die ihr reines Browserverhalten im Verborgenen halten wollen, ist der Inkognito-Modus das richtige Mittel, sofern auch andere Personen dasselbe Gerät benutzen. Alles andere an Sicherheit, zum Beispiel Schutz vor Tracking durch Webseiten und Behörden, kann die Funktion nicht gewährleisten. Auch wenn es Inkognito-Modus heißt, bleibt ihr deshalb noch nicht vollkommen unerkannt im Netz. Für anonymes Surfen gibt es andere Methoden. Aber selbst bei VPN-Diensten ist Vorsicht geboten. Oft bezahlt ihr hier mit euren Daten.

Falls ihr bei Google sonst ohne Verbergen-Funktion unterwegs seid, kann es übrigens nicht schaden, euren Google-Verlauf zu löschen – und zwar regelmäßig. Auf diese Art könnt ihr auch verbergen, wo ihr euch im Internet rumgetrieben habt. Und für alle, die sich noch ein wenig amüsieren wollen, zeigt YouTube, wie gruselig sein Inkognito-Modus ist.

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