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So schützt ihr euch auch im Urlaub vor Dieben und Hackern

Auch in Sicherheitsfragen rund um Smartphones und Laptops im Urlaub seid ihr hiermit auf der sicheren Seite.
Auch in Sicherheitsfragen rund um Smartphones und Laptops im Urlaub seid ihr hiermit auf der sicheren Seite.
Foto: imago/Westend61
Mittlerweile dürfen im Urlaub weder Smartphone noch Laptop fehlen. Doch wie schützt man sich vor den Sicherheitsrisiken, die auf einen lauern? Wir klären euch auf.

Eigentlich ist man mit seinen Gedanken bereits am Strand oder dabei, sich besonders hübsche Fotomotive auszudenken. Dennoch ist es wichtig, sich im Vorfeld genau zu überlegen, was für technische Geräte man in seinen Urlaub mitnimmt, was mit denen passiert, die zu Hause bleiben und wie und wo man sich am Urlaubsort mit dem Internet verbindet. Nicht nur der Diebstahl des Smartphones sind hier möglich, denn Kriminelle können über ein ungesichertes WLAN-Netzwerk etwa eure Daten stehlen und diese für ihre Zwecke weiterverwenden.


Das deutsche „Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik“ (BSI) hat hierzu einen Leitfaden zum Thema „IT-Sicherheit und Reisen“ veröffentlicht, der auch länderübergreifend zur Vorbereitung herangezogen werden kann. Wir haben für euch die besten Tipps zusammengestellt, was ihr vor und während eurer Urlaubsreise alles beachten solltet, um auf der sicheren Seite zu bleiben.

Immer up to date bleiben

Nehmt generell nur die Geräte mit, die für euch unverzichtbar sind. Speziell vor der Urlaubsreise macht es Sinn, seine Geräte noch einmal upzudaten, also das neueste Betriebssystem einzuspielen. Egal ob Windows, MacOS, iOS oder Android: Aktualisierungen einspielen mag zwar das Letzte sein, auf das ihr vor der Reise noch Lust habt, aber sie erhöhen in der Regel die Sicherheit des Geräts, indem bestehende Sicherheitslücken ausgemerzt werden und Kriminelle daher geringere Chancen haben, eure Daten zu stehlen oder euer Gerät anderweitig zu missbrauchen.

Vorsicht: Sperre

Damit Diebe es nicht so einfach haben, wenn sie eure Geräte entwenden, solltet ihr sowohl Smartphones als auch Laptops mit Passwörtern und Codes sichern. Besonders heikle Daten solltet ihr verschlüsseln. Die Passwörter sollten dabei jeweils unterschiedlich sein und nicht aus „123456“ bestehen, sondern möglichst aus Klein- und Großbuchstaben sowie Sonderzeichen enthalten. Wer sich schwer daran tut, eine Vielzahl an Passwörtern zu behalten, greift am besten auf einen Passwortmanager zurück. Dieser generiert sichere Passwörter und speichert sie für euch. Gibt es auch für Smartphones.

Speziell für den Urlaub zahlt es sich auch aus, den Zeitrahmen, bis sich die Display-Sperre am Smartphone automatisch aktiviert, auf ein kürzeres Intervall herabzusetzen. Damit sperrt das Gerät schneller den Bildschirm und macht sich selbst für potentielle Diebe unbrauchbar. Am iPhone iPad findet man die se Option unter Einstellungen > Allgemein > Automatische Sperre > XX Sekunden. Bei Android unter Einstellungen > Sicherheit > Displaysperre > XX Sekunden.


Backups schaden nie

Auch nicht gerade beliebt ist es, von all seinen Daten und Geräten ein Backup auf externen Festplatten anzulegen. Doch gerade das kann vor Reisen besonders wichtig sein. Sollte im Urlaub der Laptop oder das Smartphone gestohlen werden, kann man sich so wenigstens sicher sein, dass alle wichtige Daten wirklich gesichert sind. Besonders vorteilhaft ist es zudem, seine Backups entsprechend ihrer Relevanz zu verschlüsseln.

Auf "Nummer" sicher gehen

Es macht auch Sinn, alle wichtigen Reisedokumente wie Reisepässe, Ausweise, Flugtickets, Buchungsunterlagen oder Impfpässe einzuscannen und diese auf einem USB-Stick mitzunehmen oder die Dokumente in einer Cloud zu speichern, auf die man von unterwegs zugreifen kann. Falls ihr eure Daten in der Cloud speichert, solltet ihr darauf achten, dass man nur mit Passwort darauf zugreifen kann und sich eure Geräte nicht automatisch mit der Cloud verbinden.

Ein weiterer Schritt könnte sein, sich vor der Reise seine Handynummer, SIM-Kartennnummer, Kundennummer sowie die Hotline des Betreibers zu notieren. Im Fall eines Diebstahls des Mobilgeräts ist es zudem sinnvoll, seine elektronische Registrierungsnummer (IMEI), die man mit der Eingabe eines Codes (*#06#) erfragen kann, mitzuführen.


So schützt ihr euch vor Dieben

So sehr es euch auch reizt, euer Smartphone an den Strand mitzunehmen und euch dann in den Pool oder ins Meer zu stürzen, lasst euer Gerät möglichst nie unbeaufsichtigt und unbeobachtet zurück. Achtet speziell an belebten Plätzen darauf, dass euch keiner in eure Taschen greifen kann. Falls es doch dazu kommen sollte, dass euch das Handy gestohlen wird, ruft mit einem Gerät eines Vertrauten euren Vertragspartner an und lasst euer Gerät sperren. Im Idealfall habt ihr euer Gerät mit einem Sperrcode oder Passwort gesichert und Diebe können nicht so einfach auf eure Inhalte zugreifen.

Die meisten Smartphones haben mittlerweile auch Ortungsfunktionen, zudem gibt es sowohl für Smartphones als auch Laptops auch eigene Anti-Theft-Software zu erwerben. Damit wird es etwa möglich, dass die integrierte Kamera des verschwundenen Geräts auf Wunsch Fotos aufnimmt und diese gemeinsam mit Screenshots vom Bildschirm an den Betroffenen sendet. Ist ein Webzugang gerade nicht möglich, lassen sich auch entsprechende SMS-Befehle an das vermisste Gerät senden. Hier gibt es bereits einige Erfolgsstorys von gestohlenen Geräten, die wieder den Weg zu ihrem Besitzer gefunden haben.

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Datenroaming

Seit einem Jahr gilt die EU-weite Roaming-Verordnung. Dennoch sollte man, selbst wenn man innerhalb der EU urlaubt, vor der Abreise seinen Vertrag prüfen. Manche Provider schließen Roaming außerhalb Deutschlands nämlich mittlerweile vertraglich aus. Besonders bei Discountern ist Vorsicht geboten. Auch auf Kreuzfahrtschiffen und in Flugzeugen gelten eigene Tarife. Nutzer sollten daher das Datenroaming weiterhin nur dann einschalten, wenn sie es tatsächlich benötigen und sicher sind, dass es in ihrem Tarif inkludiert ist oder sie entsprechende Zusatzpakete erworben haben.

Vorsicht mit dem Hotel-WLAN

Beliebt ist es, sich am Urlaubsort mit Hotel- oder Gratis-WLAN-Netzwerken, die in den jeweiligen Lokalen oder Städten angeboten werden, zu verbinden. Hier gilt die Devise: Nutzt möglichst nur vertrauenswürdige Internetdienste und keine ungesicherten Netze. Falls doch, ist es ratsam, die Verbindung via VPN-Verschlüsselung abzusichern.

Beim Hotel-WLAN ist etwa darauf zu achten, dass die vom Hotel ausgeteilten Zugangsdaten mit dem am Handy angezeigten WLAN-Netzwerk übereinstimmt. Denn manchmal wird hier von Kriminellen versucht, ein Netzwerk zu imitieren, um Nutzerdaten abzugreifen. Wer in einem WLAN Aufforderungen zum Updaten des Geräts bekommt, sollte besondere Vorsicht walten lassen.

Wer seinen eigenen Laptop in einem fremden WLAN verwendet, kann seine Firewall-Einstellungen auf ein höheres Sicherheitsniveau einstellen. In aktuellen Windows-Betriebssystemen könnt ihr laut Empfehlung von Microsoft beim Verbindungsaufbau angeben, dass es sich um einen öffentlichen Ort handelt. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme ist etwa die Anlegung eines eigenen Urlaubs-Nutzerprofils, das über keine Administratoren-Rechte verfügt. Damit lassen sich bestimmte Dateien und Verzeichnisse nicht aufrufen und heikle Daten sind am Rechner besser geschützt.

Wer speichert was?

Wenn ihr gezwungen seid, fremde Computer zu verwenden, um eure Mails abzurufen, oder jemandem dringend zu antworten, stellt sicher, dass der Browser eure Anmeldedaten nicht automatisch speichert. Meldet euch wieder ab, checkt, dass die Daten von euch garantiert nicht gespeichert worden sind und schließt den Browser. Nachfolgende Nutzer des Computers können eure Aktivitäten etwa über die Verlaufsfunktion des Browsers leicht nachvollziehen. Es wird daher davon abgeraten, auf fremden Computern Online-Banking oder -Shopping zu betreiben.


Zurück im Alltag

Wer gerne alles von sich im Netz teilt, sei es auf Facebook, Instagram oder Twitter, sollte sich das im Urlaub noch einmal genau überlegen und damit vielleicht bis zu seiner Rückkehr warten. Potentielle Einbrecher könnten die Situation der leeren Wohnung nämlich durchaus für ihre Zwecke nutzen. Manche Social-Media-Accounts lassen sich so einstellen, dass Informationen nur mit wenigen Freunden geteilt werden. Wenn ihr also nicht auf eure Urlaubsfoto-Postings verzichten könnt, solltet ihr vorher zumindest genau eure Privatsphäreeinstellungen überprüfen.

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub empfiehlt es sich, erneut eine Datensicherung durchzuführen. Somit wird sichergestellt, dass die frischen Urlaubsfotos und Erinnerungen nicht unerwartet verloren gehen.

Wir wünschen euch eine gute Reise!

Dieser Artikel erschien zuerst bei futurezone.at.

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