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Enthüllt: iPhone-Betrüger zwangen Apple zu drastischem Schritt

Die Betrüger verwendeten unter anderem das iPhone 4S, um ein Schlupfloch in den Garantiebedingungen Apples systematisch auszunutzen.
Die Betrüger verwendeten unter anderem das iPhone 4S, um ein Schlupfloch in den Garantiebedingungen Apples systematisch auszunutzen.
Foto: Franz Gruber
2013 haben Betrüger systematisch Apples iPhone-Austauschprogramm missbraucht. Daraufhin sah sich der Hersteller gezwungen einen Schritt zu vollziehen, der 1,3 Milliarden potentielle Kunden betrifft.

Jetzt wurde dank eines Berichts von „The Information“ ein großflächiger Betrug bekannt, der in China zu Änderungen in Apples Gewährleistungsrichtlinien geführt hatte. Im Jahr 2013 haben Kriminelle neue iPhones gekauft, hochwertige Komponenten ausgebaut und mit billigen Fake-Teilen ersetzt, bevor sie die Geräte wieder zum Apple Store zurückgebracht haben.


Dort haben sie den Verkäufern gesagt, das Gerät sei kaputt und haben ein neues ausgehändigt bekommen, heißt es in dem Bericht. Diese neuen Geräte wurden von den Betrügern dann teuer verkauft. Mit den erbeuteten Ersatzteilen wurden zudem weitere iPhones zusammengebastelt, die eine Mischung aus „echtem“ iPhone und Fake-iPhone mit abgewandeltem Betriebssystem waren.

Diese iPhones waren betroffen

Bei den betroffenen Modellen handelte es sich um das iPhone 4, 4S, 5 und 5C, die damals noch einfach zu zerlegen waren. Möglich wurde dies, weil Apple die Geräte in seinem Flagship-Store in Shenzhen zurücknahm, ohne diese vorher genauer zu überprüfen. Shenzhen ist in China das Herz der Technologie-Fertigung, und daher war es den Betrügern möglich, alle restlichen Teile auch noch mit einfachen Mitteln und ziemlich günstig zusammen zu bekommen. China war damals der größte Markt für gebrauchte iPhones.

Mittlerweile hat Apple seine Gewährleistungsbedingungen angepasst und die Geräte dürfen im Shop nicht mehr zurückgenommen werden, ohne genauere Untersuchung. Dadurch brach das Geschäftsmodell der Betrüger zusammen.

Mehr Geld für Garantiefälle

Laut dem Bericht hat Apple rund 1,6 Milliarden für derartige Garantiefälle zur Seite gelegt gehabt, musste in dem Jahr dann allerdings tatsächlich 3,7 Milliarden dafür in die Hand nehmen. Tim Cook entschuldigte sich im Jahr 2013 zudem dafür, dass es in China Probleme bei der iPhone-Reparatur gegeben hatte. Damals war allerdings nicht bekannt, dass diese vor allem durch die oben genannten Betrügereien verursacht worden waren.

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Apple führte neues System ein

Apple hatte dann ein Reservierungssystem eingeführt, durch das Kunden gezwungen waren, ihre Besitzrechte auf das Gerät nachzuweisen, bevor sie Garantie-Reparaturen erwirken konnten. Doch auch für dieses System fanden die Betrüger einen Workaround. Erst der endgültige Stopp von Garantie-Abwicklungen in Stores hat dazu geführt, dass dieser Betrug gestoppt wurde. Die Betrügereien gingen seither massiv zurück und die weltweiten Garantiefälle bei Apple sind seither auch rückläufig.

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