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Autonome Sicherheit: Soll der Robo-Cop die Polizei ersetzen?

Wird der autonome Polizei-Roboter ein Konkurrent für den menschlichen Cop?
Wird der autonome Polizei-Roboter ein Konkurrent für den menschlichen Cop?
Foto: Channel NewAsia/Screenshot
Es gibt ihn bereits: den autonomen Polizei-Roboter, der beispielsweise Wachdienst bei einer Konferenz in Singapur hatte. Was Sicherheitsroboter heute schon können.

Er fährt auf vier Rädern, seine roten und blauen Blinklichtern erinnern an einen amerikanischen Polizeiwagen. Das große Kamera-Auge scannt die Umgebung und erkennt dabei nicht nur Hindernisse. Während der 33. Jahreskonferenz der Vereinigten Südostasiatischen Nationen (ASEAN) schickte die Polizei einen Roboter-Cop auf Patrouille.

Die Roboter-Polizei tritt ihren Dienst an

In China beantworten Roboter-Polizisten bereits die Fragen von Menschen. Auch Gesichterkennungssoftware und sogar Elektroschocker werden genutzt. In Dubai steht der Plan, bis 2030 ein Viertel der Polizei mit Robotern aufzubauen. Ein Horrorszenario unserer Zukunft?

Mittlerweile ist klar, dass Roboter in Zukunft überall präsent sein werden. Erste Roboter-Tests in der Strafverfolgung startete Singapur bereits im Jahr 2017. Mit dem Sicherheitsroboter auf dem ASEAN Summit wollten die Beamten symbolisch zeigen, dass sie als Nation bereit sind, neue Technologien zu nutzen. "Belastbarkeit und Innovation" war das Kernthema der Mitte November stattfindenden Konferenz.

Polizei-Roboter in Singapur auf der ASEAN

Der singapurische Polizei-Roboter kann sich unabhängig von einer vordefinierten Route bewegen. Neben der auf- und abschwenkenden Hauptkamera besitzt er "um den Hals herum" mehrere Kameras, die eine 360-Grad-Ansicht ermöglichen. Bild-, Video- und Audio-Aufnahmen kommen wiederum bei der menschlichen Polizei an.

So will Singapur die Roboter künftig einsetzen

Die Robotertechnologien sollen die Arbeit echter Polizisten nicht komplett ersetzen, aber zunehmend unterstützen. So sollen sich die vorhandenen Polizeikräfte besser auf Aufgaben konzentrieren können, für die Roboter bislang nutzlos sind. Aufgenommenes Material und Berichtsdateien könnten über Gadgets wie Smartphones oder direkt per SMS-Funktion übermittelt werden. Das soll Strafverfolgungsbehörden dabei helfen, schneller und effektiver zu arbeiten.

Passanten können Robo-Cop Sicherheitsbedenken melden

Auf der Vorderseite des Roboters finden Passanten einen Knopf, durch den ein Mikrofon aktiviert wird. Menschen können dem Roboter dadurch über verdächtige Aktivitäten Bericht erstatten. Beispielsweise kann auf die Richtung eines Unfalls oder Verbrechens hingewiesen werden. Die Kameras des Polizei-Roboters sammeln dabei genug Informationen, um die Polizeibeamten zum richtigen Ort zu schicken.

Arbeitskräfte der Zukunft?

Bereits in der Industrie läuft ohne Roboter nichts mehr. Statistiken zufolge wird sich der Marktwert für Industrierobotik bis 2025 auf rund 24,4 Milliarden US-Dollar belaufen. Vielen Unternehmen ist klar, dass Entwicklungen in der Robotik helfen wird, die Produktivität auch mit kleinerem Mitarbeiterpool auf hohem Niveau zu halten.

Ein Unternehmen, dass die Technologie der Sicherheitsroboter vermietet, sieht die Polizei-Roboter als Lösung des Arbeitskräftemängels in der Sicherheitsbranche. Die Anwendung in Singapur befindet sich noch in einem frühen Stadium. Jedoch könnten sie Vorreiter darin werden, wie Länder künftig durch Technologien mit den Sicherheitsbedürfnissen der Menschen umgehen.

Robo-Bullen in anderen Ländern

Auch in Dubai besteht keine Absicht, Menschen zu ersetzen. Dennoch sieht der Robo-Cop dort dem Menschen ähnlicher als der Roboter in Singapur. Alles, was in seiner unmittelbaren Umgebung passiert, sendet er als Filmmaterial an eine Befehlszentrale. Bisher ist der Polizei-Roboter aus Dubai zweisprachig und soll noch mehr Sprachfunktionen hinzubekommen.

In Dubai ähnelt die Roboter-Polizei dem Menschen etwas mehr.

Selbst in den USA gibt es einen Roboter-Bullen: Der "K-5" kann mit vier Kameras bis zu 300 Nummernschilder pro Minute lesen. Er ist etwas größer als eineinhalb Meter und kann "Entschuldigung" sagen, wenn Leute ihm im Weg stehen.

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Auch in diesen Bereichen werden Roboter eingesetzt:

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Fazit: Bisher nur ein lustiges Spielzeug

Natürlich hat jede neue Technologie das Potential für unbekannte negative Aspekte und Schäden. Einige Leute äußern bereits Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Überwachung durch die mit Kameras ausgestatteten Polizei-Robotern. Dennoch sind sie erst einmal ein Spaß für Passanten, die amüsiert Fotos mit den elektronischen "Freunden" schießen. Manche Roboter jagen Zuschauern Angst ein – der asiatische Gefährte scheint aber wohl weniger furchteinflößend.

Es bleibt ein vielversprechendes Zeichen, dass die Gesellschaft sich für neue Nutzungsmöglichkeiten von Robotern öffnet – Immerhin werden Roboter mittlerweile sogar von der Ingenieur-Barbie konstruiert.

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