Künstliche Intelligenz ist den meisten Leuten mittlerweile ein Begriff. Längst hat sich die Technologie in unseren Alltag eingepflegt und ist dort auch nicht mehr wegzudenken. Dennoch können viele nicht genau sagen, was es mit KI auf sich hat. Somit sträuben sich Gerüchte, die von unberechtigt bis absurd reichen. Wir klären die 5 größten KI-Mythen auf.

Stimmt das wirklich? Diese 5 KI-Mythen sind falsch

In gewisser Weise stehen wir oft zwischen Fluch und Segen, wenn es um KI geht. Ein Beispiel dafür sind beispielsweise intelligente Überwachungssysteme. Einerseits sorgen sie für Sicherheit, andererseits schränken sie unsere Privatsphäre ein. Doch nicht immer sollten wir Angst vor Künstlicher Intelligenz haben. Die folgenden KI-Mythen zeigen, dass wir weniger bedroht sind, als manchmal angenommen.

1. KI existiert bereits

Klar, du kannst mit einigen deiner Elektrogeräte sprechen und erhältst dank fortschrittlichen KI-Technologien immer mehr technische Unterstützung im Alltag. Tatsache ist aber, dass eine wahre künstliche Intelligenz, wie sie herbeigesehnt oder auch befürchtet wird, noch gar nicht existiert. Eine echte künstliche Intelligenz müsste in der Lage sein, unabhängig zu denken – in Bezug auf die eigene Erfahrung, Wissensbasis und ihre Umgebung. Aktuell muss sie noch von Menschen trainiert und getestet werden, um sinnvolle Schlussfolgerungen jeglicher Art zu ziehen.

Führende Technologien wie Watson von IBM oder Alexa von Amazon sind eher so etwas wie erweiterte Nachrichtensysteme. Sie können zwar Informationen über die sie umgebende Welt ableiten. Für die Mehrheit der Daten- und Informationseingaben sind sie aber noch immer auf uns Menschen angewiesen. Das Ziel der Forschung ist natürlich eine künstliche Intelligenz, der Weg dorthin ist aber lang.

2. KI löst künftig jedes Problem

Das Thema KI polarisiert: Eine Seite befürchtet den Untergang der Menschheit, die andere erhofft sich mit ihr den heilsamen Retter. Da sich das Anwendungsspektrum der KI vergrößert, wird unser Leben unausweichlich immer stärker durch die Technologien beeinflusst: Künstliche Intelligenz entdeckt Krebs schneller als Ärzte, Unternehmen erhalten präzisere Analysen und Prognosen und autonome Fahrzeuge sollen die Verkehrssicherheit verbessern. KI kann sich jedoch nicht um jedes Sorgenkind kümmern. Gerade Probleme, die ohne Daten, Berechnungen oder Computer im Raum stehen, ist die KI der falsche Ansprechpartner.

Auch haben viele Leute begriffen, dass Computer Fehler machen können. Den Rechnern fehlt die Fähigkeit, die verarbeiteten Daten mithilfe von Menschenverstand einzuordnen. Sie können nichts empfinden, dafür werden sie aber von Menschen trainiert. Das führt zwangsläufig zur Abhängigkeit von den verwendeten Daten: Sind diese gezielt selektiert, unvollständig oder kompromittiert, überträgt sich das auf die Ergebnisse der KI.

3. KI und Machine Learning sind dasselbe

Obwohl die Begriffe fälschlicherweise häufig so benutzt werden: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind keine Synonyme. KI ist ein Oberbegriff, der neben maschinellem Lernen auch automatisierte Roboterprozesse, Deep Learning und die Verarbeitung der natürlichen Sprache umfasst. Maschinelles Lernen selbst ist eine statistische Methode, die zum Trainieren von KI-Systemen verwendet wird. Einerseits zählt hierzu das überwachte Lernen, wobei Daten in eine bekannte Kategorie eingepasst werden. Daneben steht das unüberwachte Lernen, bei der mithilfe von Datenanalyse bestimmte Muster und Kategorien erkannt werden. Deep Learning ist eine weitere Unterkategorie des maschinellen Lernens. Ihr Ziel ist, komplexere Probleme durch neuronale Netzwerke auf eine „menschlichere“ Art zu lösen.

4. KI kostet uns Arbeitsplätze

In Unternehmen beschleunigen automatisierte Prozesse die Arbeit und sparen somit Kapital. Viele Arbeitnehmer machen sich Sorgen, irgendwann durch einen Roboter ersetzt zu werden. Und es ist nicht zu leugnen, dass gewissen Berufsfelder aufgrund technologischer Fortschritte verschwinden. Falsch ist hingegen die Annahme, dass Technik den Menschen weitgehend ersetzen wird: Die Digitalisierung der Arbeitswelt wird mehr Jobs bringen als nehmen. Einige Berufe müssen neuen weichen, dafür steigt jedoch der Bedarf an Personal für die Entwicklung, Steuerung und Kontrolle der maschinellen Arbeit.

Laut einer Studie des Forschungs- und Beratungsunternehmens Gartner sollen bis 2020 rund 2,3 Millionen neue Jobs durch KI geschaffen werden: beispielsweise in Arbeitsfeldern wie Fertigung, Datenverarbeitung und Einzelnhandel, wo der Einfluss durch KI besonders steigt. Die Automatisierung übernimmt viele Aufgaben und ergänzt somit die menschliche Arbeit. Beschäftigte sollen ihre Effizienz verbessern, indem ein Teil ihrer Arbeit auf Maschinen verlagert und somit für den Menschen erleichtert wird. Vor allem in Deutschland müssen Arbeitskräfte keine Angst vor dem Job-Verlust durch Roboter haben.

5. KI wird die Menschheit vernichten

Die Filmindustrie ist nicht ganz unschuldig daran, dass in einigen Kreisen die Auslöschung der Menschheit durch Roboter und Künstliche Intelligenz befürchtet wird. Mit unserem aktuellen technologischen Stand ist es jedoch nicht möglich, eigenbewusste und vollständig autonome Systeme zu schaffen. Vielmehr könnte künstliche Intelligenz sogar die Menschheit vor sich selbst retten.

Fazit: Keine Zukunft ohne KI

Fakt ist: Über Künstliche Intelligenz muss besser aufgeklärt werden. Auch wenn es häufig falsche Mythen gibt, bleibt KI Teil unserer modernen Welt und wird sich weiterentwickeln. Das birgt sowohl Risiken als auch Chancen. Zum Beispiel könnte künstliche Intelligenz bald den Tierversuch ersetzen. Es steht weiterhin in der Verantwortung der Menschen, wie die technologischen Möglichkeiten eingesetzt werden. KI kann in diesem Punkt nicht mitreden – auch wenn Roboter in Zukunft überall präsent sein werden.

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