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Ausgerechnet deshalb solltest du deine Handynummer dringend für dich behalten

Ausgerechnet deshalb solltest du deine Handynummer dringend für dich behalten

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass dich deine mobile Nummer absolut angreifbar macht? Es gibt tatsächlich sehr gute Gründe dafür, sie nicht zu häufig weiterzugeben.
Fr, 29.03.2019, 08.43 Uhr

Ausgerechnet deshalb solltest du deine Handynummer dringend für dich behalten

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Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass dich deine mobile Nummer absolut angreifbar macht? Es gibt tatsächlich sehr gute Gründe dafür, sie nicht zu häufig weiterzugeben.

Dein Smartphone per Fingerabdruck, Passwort und ähnlichen Methoden zu schützen, reicht leider nicht mehr aus. Denn einen essentiellen und besonders sensiblen Angriffspunkt für Hacker hast du dabei vergessen: deine mobile Nummer. Dass und warum du deine Handynummer schützen solltest, dürfte dir gleich verständlicher werden.

Handynummer schützen: Warum sie für Hacker so nützlich ist

Überlegt dir einmal genau, wie oft und häufig du deine Handynummer herausgibst, ohne weiter darüber nachzudenken. Sei es zur besseren Verifizierung bei Facebook oder anderen Anwendungen mit Login, es ist heute ganz selbstverständlich, die mobile Nummer dafür preiszugenen. Leider können dich auch Hacker allein über deine Handynummer attackieren.

Deine Handynummer zu schützen, ist unter anderem wichtig, weil sie genutzt werden kann, um die damit verknüpften Accounts zurückzusetzen. Außerdem dient die Nummer für die Zwei-Faktor-Authentifizierung, zum Beispiel bei deinem Google-Konto. Stiehlt also jemand deine Handynummer, kann er dich online nachahmen und deinen Platz einnehmen. Dazu könnte Folgendes zählen:

  • Mögliche Übernahme deiner Online-Konten
  • Austricksen automatisierter Systeme, wie deine Bank
  • Zugriff auf deine Arbeits-Emails und -Dokumente
  • Datendiebstahl

SS7-Sicherheitslücke machte es bereits möglich

Schon seit 2014 ist eine schwerwiegende Sicherheitslücke bekannt, die es Hackern erlaubt, nur mithilfe deiner Handynummer schweren Schaden anzurichten. Nicht nur Bitcoin-Wallets wurden dank SS7-Lücke per SMS leergeräumt. 2017 lernten O2-Kunden auch schmerzlich, wie gefährlich die eigene Handynummer in den falschen Händen werden kann. Mittel Phishingmails erschlichen sich die Angreifer zunächst die Mobilfunknummern und die Bankdaten ihrer Opfer. Damit konnten die für das Online-Banking nötigen TAN-Nummern durch die bestehende Sicherheitslücke abgefangen und die O2-Kunden um hohe Geldbeträge erleichtert werden.

So kommen Hacker an deine Handynummer

Willst du deine Handynummer schützen, musst du verstehen, wie Hacker überhaupt darauf zugreifen können. Leider kannst du nicht alle Wege zum Hacker-Ziel kontrollieren, denn großangelegte Datenschutzverletzungen wie der Verkauf von Kundeninformationen durch Facebook an Unternehmen liegen einfach außerhalb deiner Möglichkeiten.

Sind es keine gezielten Abfragen über Phishingmails oder andere fragwürdige Maschen finden Hacker deine Handynummer im wahrscheinlichsten Fall einfach im Internet. Ganz einfach gedacht können aber auch Telefonrechnungen oder Dokumente, die deine Nummer beinhalten, leicht von Betrügern im Müll gefunden werden.

Kennt ein Hacker deine Nummer kann er zunächst das Online-Konto bei deinem Anbieter zurücksetzen und sich darüber neu in deinem Konto einrichten. Bei O2 beispielsweise ist deine Handynummer auch dein Benutzername. Hast du dein Kennwort vergessen, wird dir an diese einfach eine SMS gesendet, die sich per Sicherheitslücke umleiten lässt. Der einzige Hinweis für dich könnte der plötzliche Verlust des Mobilfunkempfangs sein.

Das kannst du tun, um deine Handynummer zu schützen

Überleg dir sehr genau, an wen du deine Nummer weitergibst beziehungsweise ob sie wirklich notwendig ist, um einen deiner Online-Accounts zusätzlich zu verifizieren. Auch wenn du damit ein Konto sicherer machen kannst, könnte es alle anderen Accounts, die mit deiner Nummer verknüpft sind, auf einen Schlag gefährden.

E-Mails von unbekannten Absendern, in denen du explizit nach deiner Handynummer gefragt wirst, sollten dich ohnehin stutzig machen. Dokumente mit den entsprechenden Informationen entsorgst du am besten sehr sorgfältig, und auch Fremde oder dir wenig bekannte Personen sollten nicht allzu häufig in den Besitz deiner Nummer kommen. Da du deine Handynummer nur bedingt schützen kannst, solltest du also zumindest in den Bereichen, die du beeinflussen kannst, Vorsicht walten lassen.

Du erkennst übrigens, wenn dein Account gehackt wurde. Etwas dagegen tun kannst du natürlich auch.

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