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So nehmen Betrüger ahnungslose Microsoft-Nutzer aus

Der "Microsoft-Trick" ist alt, tritt aktuell aber wieder verstärkt auf. Dabei kann es auch zur Installation sogenannter Ransomware kommen (Symbolbild).
Der "Microsoft-Trick" ist alt, tritt aktuell aber wieder verstärkt auf. Dabei kann es auch zur Installation sogenannter Ransomware kommen (Symbolbild).
Foto: imago/allOver-MEV
Zur Zeit versuchen wieder vermehrt falsche „Microsoft-Mitarbeiter“ Nutzer in die Falle zu locken. Worauf du achten solltest, verraten wir dir hier.

"Es gibt eine Attacke auf Rechner in Österreich. Auch Ihr PC ist betroffen, weshalb wir Ihnen ein Sicherheits-Update empfehlen." Mit diesen Worten meldete sich ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter vor wenigen Tagen bei Frau F. (Name der Redaktion bekannt). Er stellte sich mit Vor- und Nachnamen in englischer Sprache vor. Da die Windows-Nutzerin seit ein paar Tagen Probleme mit ihrem Microsoft-Account hat, dachte sie zunächst nicht an einen Betrug.

Auch die Nummer mit der britischen Vorwahl 0044 machte sie nicht stutzig.

Professionelle Betrugsmasche

Spätestens als der vermeintliche „Support-Mitarbeiter“ aber Sicherheitssoftware für einige Hundert Euro verkaufen wollte und den Zugangscode zu ihrem Computer verlangte, war auch Frau F. klar, dass hier ein Betrüger am Werk sein musste und legte auf. Die Angreifer ließen jedoch nicht locker und versuchten es noch einige Male. Genervt von den Telefonanrufen, hob Frau F. noch einmal kurz ab und wurde dann sogar in eine „Service-Zentrale“ zu einem anderen Mitarbeiter verbunden – alles natürlich nur Teil der äußerst professionell aufgezogenen Täuschung.

Sie wimmelte die Betrüger ab und ignorierte weitere Anrufe.

Anrufer installieren Remote-Software

Frau F. hat noch einmal Glück gehabt, da sie in buchstäblich letzter Sekunde eins und eins zusammenzählte und das Gespräch abbrach. In vielen anderen Fällen endet die Betrugsmasche nämlich damit, dass Kunden im guten Glauben Remote-Software auf ihrem Gerät installieren und den Angreifern so Fernzugriff auf den Computer geben.

Auf diese Weise werden schließlich im Hintergrund Trojaner und andere Schadsoftware eingeschleust, die Bank- oder Kreditkartendaten und andere persönliche Daten stehlen. In anderen Fällen verschlüsselt sogenannte Ransomware die Festplatte und macht alle darauf befindlichen Daten unbrauchbar bzw. gibt diese erst wieder zur Benützung frei, wenn Betroffene einen Geldbetrag überweisen.

Vor allem "jüngere" User betroffen

Frau F. ist kein Einzelfall. Seit Jahresbeginn gibt es weltweit eine neue Welle an Betrugsanrufen mit dem seit Jahren bekannten „Microsoft-Trick“. Bei Microsoft ist das seit Jahren grassierende Problem gut bekannt. Weltweit verzeichnet der Konzern diesbezüglich 11.000 Beschwerden pro Monat. Einer internen Untersuchung zufolge sind dabei nicht wie erwartet hauptsächlich ältere Menschen betroffen. Vielmehr gehen den Betrügern oft gerade die technologieaffinen jüngeren Generationen auf den Leim. Von denjenigen, die tatsächlich auch einen finanziellen Schaden erlitten, waren 76 Prozent jünger als 38 Jahre.

Unangeforderte Kontaktaufnahmen abbrechen

Microsoft führt unter keinen Umständen unaufgefordert Telefonanrufe durch, um Kunden über Sicherheits-Updates zu informieren. Auch kontaktiert Microsoft Kunden niemals ungefragt, um ein schadhaftes Gerät zu reparieren oder persönliche sowie finanzielle Daten abzufragen“, warnt Microsoft-Pressesprecher Thomas Lutz. Bei jeglicher Kommunikation, die stattfinde, ohne dass der Kunde das selber zuvor initiiert habe, sollten folglich alle Alarmglocken schrillen. Die jüngste Welle habe sich bereits im Herbst abgezeichnet, sagt Lutz zur futurezone.

Falls jemand von einem Betrug bzw. Betrugsversuch betroffen ist, sollte das der Polizei gemeldet werden. Wurden bereits Bank- oder Kreditkartendaten entwendet oder Zahlungen getätigt, empfiehlt es sich auch, so schnell wie möglich die eigene Bank bzw. den Kreditkarten-Anbieter zu verständigen. Je mehr Angaben zur Vorgangsweise der Betrüger, der verwendeten Telefonnummer, dem Zeitpunkt, aber auch den betroffenen persönlichen Daten bei der Polizei gemacht werden können, desto besser.

Nummer sperren lassen und melden

Telefonnummern, die missbräuchlich verwendet werden, sollten zusätzlich auch dem eigenen Mobilfunk- und Telefonanbieter gemeldet werden. Diese können entsprechende Nummern im eigenen Netz sperren lassen. Auch bieten viele Smartphones die Möglichkeit, unliebsame Nummern im Telefon selbst zu blockieren, sodass Anrufe nicht mehr durchgestellt werden.

Die Bundesnetzagentur bietet über ihre Homepage eine virtuelle Anlaufstelle an, um solche Anrufe zu melden. Doch auch das führt nicht immer zum gewünschten Erfolg. Denn in vielen Fällen verschleiern die Angreifer ihre wahre Telefonnummer und lassen über technische Manipulationen eine falsche Rufnummer anzeigen. Gerade in Fällen, wie beim Microsoft-Trick, seien die Nummern oft gefälscht, weil die Angreifer ihre wahre Identität schützen wollen.

Das rät die Polizei

Der Internetauftritt der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes leistet Betroffenen Hilfestellung. Solltest du Opfer der Betrugsmasche geworden sein, befolge diese Ratschläge:

  • trenne deinen Rechner vom Internet und fahre ihn herunter
  • wichtige Informationen sollten ausgedruckt und Screenshots von verdächtigen Aktionen am Computer aufgenommen werden
  • ändere schnellstmöglich eventuell betroffene Passwörter (Online-Banking, Online-Shopping, etc.) auf einem Computer, der nicht von dem Angriff betroffen war
  • der betroffene Rechner sollte überprüft und die installierte Software gelöscht werden
  • nimm Kontakt zu den Zahlungsdienstleistern und Unternehmen auf, deren Zugangsdaten in den Besitz der Täter gelangt sind
  • erstatte Anzeige bei der Polizei
  • der Betrugsversuch sollte außerdem direkt bei Microsoft gemeldet werden

Fazit

Betrüger werden immer raffinierter, um an die Zugangsdaten ahnungsloser User zu gelangen. Und davon sind bei weitem nicht nur ältere Nutzer betroffen. Seriöse Unternehmen wie Microsoft nehmen niemals ungefragt Kontakt zu dir auf. Beende solche Gespräche also sofort. Achte außerdem darauf, dass du am Telefon keine sensiblen Daten weitergibst, wenn du nicht sicher bist, mit einer vertrauenswürdigen Quelle zu sprechen. Außerdem solltest du stets davon absehen, Unbekannten die Installation von Software auf deinem Computer zu gestatten.

Dieser Artikel erschient zuerst auf futurezone.at.

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