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Experten: Panik wegen Horrorpuppe Momo ist haltlos, aber sehr gefährlich

Das Internet ist voll von Gerüchten über Puppe "Momo". Stichhaltige Beweise fehlen dagegen.
Das Internet ist voll von Gerüchten über Puppe "Momo". Stichhaltige Beweise fehlen dagegen.
Foto: knowyourmeme.com
Das gruselige Gesicht, das angeblich Menschen in den Suizid getrieben haben soll, sorgt erneut für Aufregung. Experten sind alarmiert, weil trotz fehlender Beweise Panik verbreitet wird.

Vor einiger Zeit ging angeblich das Bild einer grässlich aussehenden Puppe mit verzerrtem Gesicht und deformiertem Körper durch die WhatsApp-Community. Dahinter steckte vermeintlich eine Art "Spiel", das Nutzer mit massenhaft Nachrichten und Anweisungen zum Selbstverletzen oder gar zum Selbstmord traktierte. Die fiktive Kreatur sorgt nun erneut für Aufregung, doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter der angeblichen "Momo Suizid-Challenge"?

WhatsApp-Horrorpuppe Momo taucht angeblich in Fortnite-Videos auf

Gerüchten zufolge soll das gruselige Gesicht gegenwärtig auf YouTube auftauchen. Betroffen seien angeblich Fortnite-Videos, die vor allem von Kindern angesehen würden. Als Bild- und Sprachaufnahme erscheine Momo dort unerwartet mit verstörenden Nachrichten wie eine Mutter aus dem englischen Swindon gegenüber The Sun Online berichtete.

Ihrer Aussage nach erschien das gruselige Gesicht, machte seltsame Geräusche und sagte etwas, das ihr Sohn als "Ich werde dich töten" und "Ich werde deinen Freunden wehtun" interpretierte.

Niemand ist durch Momo zu Schaden gekommen, sagen Experten

Experten sehen das dagegen anders. Laut The Guardian gibt es von Seiten YouTubes keine Anzeichen für auf der Plattform bestehende Videos, die die Momo-Challenge fördern oder zeigen.

Die Nationale Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten gegen Kinder (NSPCC) in Großbritannien erklärt außerdem, dass keinerlei Beweise vorlägen, Menschen wären tatsächlich jemals durch Momo zu Schaden gekommen. Man habe mehr Anrufe von Medienvertretern erhalten als von besorgten Eltern.

Vielmehr sei man darüber besorgt, dass die massive mediale Aufmerksamkeit, die Momo weltweit bekomme, "das Schadensrisiko erhöhe". Am Ende wurden womöglich mehr Kinder erschreckt und die Bilder und deren Verknüpfung mit Selbstverletzung stärker verbreitet als es sonst der Fall gewesen wäre. Selbst Autoritäten wie Schulen und die Polizei haben aufgrund der Berichterstattung schon Warnungen vor den angeblichen Risiken ausgesprochen.

Momos Bild kursiert schon seit Jahren harmlos im Netz

Das Bild der gruseligen Puppe kursiert anscheinend schon seit mehreren Jahren durch das Internet und wurde schließlich im vergangenen Sommer Aushängeschild für die Momo-Challenge. Dabei soll das Phänomen mit dem Facebook-Post einer besorgten Mutter begonnen haben. Basierend auf einem Gerücht, das in der Schule ihres Sohnes die Runde machte, soll sie in einer Gruppe für Anwohner der Stadt Westhoughton davor gewarnt haben. Nachdem lokale Nachrichten die Geschichte aufgegriffen hatten, entwickelte sich daraus anscheinend eine Panik vor etwas, das gar nicht da ist.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn ihr selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken leidet oder ihr jemanden kennen, der daran leidet, könnt ihr euch bei der Telefonseelsorge helfen lassen. Ihr erreicht sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.

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