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Unsicheres Flugzeug? Auch Europa sperrt Luftraum für Boeing 737 MAX 8-Maschine

Nach dem zweiten Absturz in sechs Monaten müssen Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 8 in einigen Ländern vorerst am Boden bleiben.
Nach dem zweiten Absturz in sechs Monaten müssen Flugzeuge des Typs Boeing 737 MAX 8 in einigen Ländern vorerst am Boden bleiben.
Foto: pjs2005 from Hampshire, UK, rotated by the uploader, Boeing 737-8 MAX N8704Q rotated, CC BY-SA 2.0
Der zweite Absturz einer Boeing 737 MAX 8 in nur wenigen Monaten hat Konsequenzen: Viele Länder wollen ihren Luftraum vor den Maschinen sichern, auch Europa.

Am Sonntag stürzte eine neu ausgelieferte Maschine der Ethiopian Airlines kurz nach dem Start ab. Alle 157 Menschen an Bord der Boeing 737 MAX 8 starben. Erst im Oktober war ein Flugzeug dieses Typs in Indonesien verunglückt – ebenfalls kurz nach dem Start. Damals waren alle 189 Menschen an Bord der Lion Air-Maschine ums Leben gekommen. Der Flugzeugtyp steht so sehr in der Kritik, dass er in einigen Ländern nun gesperrt ist.

Diese Länder sperren die Boeing 737 MAX 8

Die Boeing 737 ist das meistverkaufte Verkehrsflugzeug weltweit, die 737 MAX ist das neueste Modell. Luftfahrtexperten kritisieren seit den zwei Abstürzen in sechs Monaten, dass die Maschine nicht sicher sei. Boeing habe beispielsweise die Fluggesellschaften und Piloten nicht ausreichend über ein neues System gegen Strömungsabrisse informiert. Auch wurde das Piloten-Training für das neue Modell bereits angeprangert.

Deshalb ziehen nun mehrere Länder nach dem Absturz in Äthiopien Konsequenzen: Vielerorts müssen sämtliche Fluglinien, die Maschinen vom Typ Boeing 737 MAX 8 in Betrieb haben, diese am Boden lassen. Auch Ethiopian Airlines selbst etwa setzt die Flugzeugtypen vorerst nicht mehr ein.

Am Dienstagabend gab zudem die europäische Luftfahrtbehörde EASA bekannt, als "Vorsichtsmaßnahme" seinen Luftraum für die Maschine zu sperren. Die Ankündigung folgte auf die Startverbote, die mehrere EU-Länder bereits ausgesprochen hatten, darunter Großbritannien und Deutschland. Hierzulande gilt das Verbot für drei Monate.

Zusammengefasst:

  • Länder, die ein Startverbot verhängt haben: Australien, China, Indien, Indonesien, Großbritannien, Frankreich, Italien, Irland, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Singapur und der Oman
  • Airlines, die den Flugzeugtyp vorerst nicht mehr einsetzen: Norwegian Airlines, Ethiopian Airlines, die mexikanische Aeroméxico, Aerolíneas Argentinas, Cayman Airways aus der Karibik, die südkoreanische Airline Eastar, die brasilianische Gesellschaft Gol und Südafrikas Comair

Konsequenzen für den deutschen Flugverkehr?

Wie Ralf Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flugverbandes ADV der Tagesschau mitteilte, habe die Sperrung des europäischen und inbesondere des deutsche Luftraums für die Boeing 737 MAX 8 keine Konsequenzen für Flugreisende: "Bei uns herrscht keine Krisenstimmung wegen dieses Fliegers". Das liege daran, dass deutsche Airlines den Flugzeugtyp noch gar nicht nutzen würden.

TUIFly sollte in diesen Tagen eine erste der Maschinen erhalten. Im April soll sie dann eingeführt werden. Laut der Airlines hätten Piloten auf 6.500 Flügen mit dem Boeing-Typ bisher keine Probleme gehabt.

Die neue Boeing: Untersuchungen stehen aus

Nach dem Erstflug im Januar 2016 hatte Boeing vor zwei Jahren die ersten Maschinen der Version MAX 8 mit besonders spritsparenden Motoren ausgeliefert. Bis Ende Januar wurden 5.011 Maschinen bei Boeing bestellt, 350 davon sind bereits ausgeliefert worden.

Nach dem Lion Air-Absturz hatte eine vorläufiger Untersuchungsbericht der indonesischen Behörden ergeben, dass das Flugzeug wegen gravierender technischer Mängel nicht hätte starten dürfen. Die Maschine hatte demnach Probleme mit den Geschwindigkeitsmessern und den AOA-Sensoren, die Daten zum Auftrieb eines Flugzeugs liefern.

Auf eine Absturzursache legten sich die indonesischen Ermittler aber nicht fest. Der endgültige Untersuchungsbericht steht noch aus.

Was sagt Boeing zur Sicherheit der 737 MAX 8?

Boeing weist nach dem Unglück in Ostafrika die Kritik an seinem brandneuen Flugzeug auch weiterhin zurück. "Wir haben volles Vertrauen in die Sicherheit", teilte der US-Flugzeugbauer mit. Allerdings sei Verständnis dafür da, dass die Fluggesellschaften weltweit "Airlines "Entscheidungen treffen, die sie am angemessensten für ihre Heimatmärkte halten". Man arbeite mit Regulierern und Kunden zusammen, um das Vertrauen in die Flotte aufrechtzuerhalten.

Zudem werde man das Maneuvering Characteristics Augmentation System sowie die Trainings der Crew und die Handbücher aktualisieren. Derweil erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA der besagten Maschine erneut die Flugtauglichkeit. Als Bedingung für den weiteren Einsatz stellte man Boeing, bis Ende April seine Software und das Kontrollsystem MCAS zu aktualisieren.

Dass die Boeing-Flugzeuge eine 7 tragen, ist kein Zufall. Wusstest du auch, warum Eis für Flugzeuge so gefährlich ist? Mysteriös dagegen bleibt der immer noch verschollene Flug MH370, zu dem es immerhin neue Hinweise geben soll.

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