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30 Jahre World Wide Web: Deshalb können wir es immer noch retten

30 Jahre als ist seine Erfindung des World Wide Web: Noch heute gibt Tim Berners-Lee Anlass zu hoffen.
30 Jahre als ist seine Erfindung des World Wide Web: Noch heute gibt Tim Berners-Lee Anlass zu hoffen.
Foto: imago/ZUMA Press
Das World Wide Web wird 30. Grund genug für seinen Begründer, sich an die Öffentlichkeit zu wenden – mit einer Warnung, aber auch Hoffnung. Noch sei nicht alles verloren.

Am 11. März 1989 legte ein britischer Ingenieur und Informatiker den Grundstein für das, was wir alle nutzen: das World Wide Web (WWW). Seine Idee eines Systems zum Informationsaustausch beeinflusst unser Leben bis heute. Zum 30-jährigen Jubiläum wendet sich Tim Berners-Lee an die Öffentlichkeit. In einem Brief warnt er vor dem Missbrauch seiner Erfindung, äußert aber auch Hoffnungen für seine Zukunft.

30 Jahre World Wide Web: Der Gründer ist optimistisch

Was Berners-Lee, der Erfinder und Begründer des World Wide Web wollte, war ein System, das den besseren Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern und Universitäten ermöglichen sollte. "Vage, aber interessant", schrieb sein damaliger Vorgesetzter beim Kernforschungszentrum CERN auf das Papier, das ihm Berners-Lee am 11. März 1989 vorlegte. 30 Jahre später ist die halbe Welt in diesem System online.

Dass Berners-Lee trotzdem die Zukunft des WWW in Frage stellt, ist nichts Neues. In der Vergangenheit machte er häufiger auf sich aufmerksam, indem kritisierte, dass Unternehmen wie Facebook und Google seine Erfindung zu ihren eigenen Zwecken missbrauchten. Er soll sogar bereits sein eigenes, neues World Wide Web planen.

Hate Speech vs. Hoffnung

Zum 30-jährigen WWW-Geburtstag wendet sich Berners-Lee erneut an die Öffentlichkeit, in einem Brief mit dem Titel: "30 years on, what's next #FotTheWeb?" Erneut macht er darin auf die vielfältigen Probleme des Internets aufmerksam: Nutzer würden sich Hassrede ausgesetzt sehen, staatlich gesponserte Hacking-Aktionen und andere kriminelle Machenschaften tuen ihr Übriges. Werbefinanzierte Geschäftsmodelle seien nur auf Clickbait aus, während Fake News sich immer mehr verbreiteten.

"Unternehmen müssen mehr tun, um sicherzustellen, dass ihr Gewinnstreben nicht auf Kosten von Menschenrechten, Demokratie, wissenschaftlichen Fakten und öffentlicher Sicherheit geht", schreibt Berners-Lee.

Dennoch hat der Begründer des World Wide Web noch Hoffnung. Die liege tief in seinem Glauben daran verwurzelt, dass sich Menschen und Systeme verbessern könnten. So schreibt er in dem Brief: "Aber in Anbetracht dessen, wie sehr sich das Internet in den letzten 30 Jahren verändert hat, wäre es defätistisch [schwarzmalerisch, mutlos, Anm. d. Red.] und einfallslos, anzunehmen, dass das Web, wie wir es kennen, in den nächsten 30 Jahren nicht zum Besseren verändert werden kann. Wenn wir es jetzt aufgeben, ein besseres Web aufzubauen, dann hat das Web nicht bei uns versagt. Wir haben beim Web versagt."

Hör dir Berners-Lee live an

Am Dienstag wird Berners-Lee an der 30-Jahr-Feier des World Wide Web teilnehmen, die das CERN in Genf organisiert. Dabei kannst du ihn live erleben. Berners-Lee wird im YouTube-Stream des CERN um 07:50 Uhr morgens zu hören sein und außerdem im Livestream des Londoner Science Museums um 13:00 Uhr. Die Streams findest du hier:

Video: Hör dir Tim Berners-Lee zum WWW-Geburtstag live im CERN an
Video: Hör dir Tim Berners-Lee zum WWW-Geburtstag live im London Science Museum an

Mehr zum World Wide Web

Das World Wide Web wird (erst) 30 Jahre alt und schon will der Erfinder sein eigenes WWW. Berners-Lee gilt als Pionier der Moderne und ist mit seinen Ideen in der digitalen Welt Warnung und Hoffnung zugleich. 2017 wurde er für seine Verdienste mit dem Turing Award ausgezeichnet.

Der Unterschied zwischen World Wide web und Internet ist übrigens folgender: Das World Wide Web ist der bekannteste Dienst, der die Übertragung von Webseiten ermöglicht. Das Internet bezeichnet das weltweite Netz einzelner Computer-Netzwerke. Die öffentliche Freigabe des World Wide Web geschah durch das CERN schließlich am 30. April 1993. Das Internet hat also viele Geburtstage, 2018 wurde es 25 Jahre alt. Zu diesem Anlass fragte futurezone 25-Jährige, was sie zum WWW sagen. Willst du es neu erleben, surf im Internet wie vor 30 Jahren.

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