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Datenbank: Software listete 1,8 Millionen Frauen als "zuchtbereit"

Eine chinesische Datenbank listete Millionen Frauen mit dem Status "zuchtbereit".
Eine chinesische Datenbank listete Millionen Frauen mit dem Status "zuchtbereit".
Foto: imago/Xinhua
Da es in China weniger Frauen als Männer gibt, hat es sich eine Organisation zur Aufgabe gemacht, alle "zuchtbereiten" von ihnen in einer gewaltigen Datenbank zu listen.

Überwachung, Kontrolle und technologischer Fortschritt sind die Wörter, mit denen sich das westliche Bild der Volksrepublik China wohl am besten beschreiben lässt. Einen wesentlichen Beitrag zum ersten dieser Schlagworte liefert nun eine jüngst veröffentlichte Datenbank-Software. Sie listet rund 1,8 Millionen Frauen mit Merkmalen wie ihrem Alter, ihrer Telefonnummer und Adresse sowie ihrem "BreedReady"-Status (dt.: "zuchtbereit").

Chinesische Datenbank-Software geleakt

Geleakt wurde die Datenbank-Software unbekannter Herkunft von dem Hacker und Sicherheitsforscher Victor Gevers, der in der Vergangenheit unter anderem eine Schwachstelle einer Datenbank der chinesischen Überwachungsfirma SenseNets veröffentlicht hatte. Sie enthält persönliche Daten und Informationen zu mehr als 2,5 Millionen Menschen und war für geraume Zeit für die Öffentlichkeit einsehbar.

Nun jedoch gewann offenbar eine andere Datenbank seine Aufmerksamkeit. Wenngleich er nach eigenen Angaben nicht wisse, welche Organisation diese ins Leben gerufen habe, teilt er doch mit, was sie zeigt. Dieses chinesische Register zeigt nämlich nicht nur die Informationen von gut 1,8 Millionen Frauen, sondern vermerkt sie noch dazu mit dem Status "zuchtbereit".

Ab 15 im Register, ab 18 "zuchtbereit"

Gevers zufolge ist das jüngste Mädchen in der Liste gerade einmal 15 Jahre alt, die jüngste Frau mit dem Status BreedReady:"1" ist 18. Im Schnitt haben die gelisteten Frauen ein Alter von 32,4 Jahren, während 89 Prozent von ihnen Single und zehn Prozent geschieden sind. Ein Prozent ist verwitwet. 82 Prozent der Personen in der Datenbank leben in der chinesischen Hauptstadt Peking.

Den Status zur Zuchtbereitschaft erhielten offenbar die meisten Frauen zwischen 18 und 39 Jahren. Ebenso wie die Datenbank der Überwachung SenseNets war offenbar auch das entdeckte Frauen-Register öffentlich zugänglich. Zwar ist es das mittlerweile nicht mehr, jedoch erklärt Gevers, er wolle gemeinsam mit seinem Team die entsprechende IP-Adresse im Auge behalten.

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