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Horror-Puppe Momo zerstört: Doch die Panik dauert an

Die Horror-Puppe Momo ist tot. Ihr Schöpfer Keisuke Aiso hat sie vernichtet. Doch findet nun auch Internet-Phänomen ein Ende?
Die Horror-Puppe Momo ist tot. Ihr Schöpfer Keisuke Aiso hat sie vernichtet. Doch findet nun auch Internet-Phänomen ein Ende?
Foto: Screenshot
Die Horror-Puppe Momo versetzt Menschen weltweit in Angst und Schrecken. Nun wurde sie von ihrem Schöpfer zerstört. Ist die "Momo Challenge" jetzt vorbei?

Die fiktive Kreatur Momo hält die WhatsApp-Community noch immer in Atem. Ursprünglich war sie allerdings nichts als ein Kunstobjekt, das von dem 43-jährigen japanischen Bildhauer Keisuke Aiso erschaffen wurde. Doch die Skulptur, die eigentlich Mother Bird heißt, wurde zweckentfremdet: Als Momo kursiert sie angeblich immer wieder als gruseliger Kettenbrief im Netz, soll zum Selbstmord aufrufen und verbreitet Panik. Doch nun ist Momo "tot" – Keisuke Aiso soll die Mother Bird-Skulptur vernichtet haben.

Momo ist tot: Hat der Schrecken nun ein Ende?

Der Künstler fühlt sich für die Momo-Challenge verantwortlich – und hat dem Horror aus diesem Grund ein Ende gesetzt. Aiso erklärte, dass er die Skulptur aus Gummi und natürlichen Ölen weggeworfen hätte. „Sie existiert nicht mehr. Sie war nie dazu bestimmt, lange zu halten. Sie ist verfault – und ich habe sie weggeworfen.“

Angst und Schrecken und wilde Spekulationen

Dies soll allerdings bereits vergangenen Herbst passiert sein. Doch obwohl die Kunstfigur "tot" ist, kursiert sie derzeit noch weiterhin im Netz, sodass Experten bereits vor falscher Panik warnten. Denn die wildesten Gerüchte gehen um, so unter anderem über die Auswirkungen der zuletzt in Gaming-Kreisen kursieenden "Momo Challenge", die sogar Teenager in den Tod getrieben haben soll.

So soll die Horror-Puppe am 5. März Kontakt zu einer 13-jährigen Münchner Schülerin aufgenommen haben. Die Vogelfrau soll sie schließlich angewiesen haben, Tabletten zu schlucken, weshalb die Teenagerin im Krankenhaus landete. Nun musste die örtliche Polizei diese Angaben allerdings revidieren. Ihr zufolge habe das Internetphänomen nichts mit dem Handeln der Schülerin zu tun gehabt.

Der Vorfall zeigt jedoch, wieviel Panik und vor allem Falschnachrichten seit dem Auftauchen der WhatsApp-Puppe Momo kursieren, befeuert durch das Netz und Social Media – und das selbst nach ihrem "Tod". Von einem Ende des Schreckens kann also noch nicht gesprochen werden.

Momo basiert auf einer japanischen Geistergeschichte

Produziert wurde die Momo-Skupltur von Aisos "Link Factory". Dabei handelt es sich um eine kleine Firma in Japan, die Requisiten für Fernsehproduktionen herstellt. Seit 2016 wurde Momo in einer Kunstgalerie in Tokio ausgestellt .Zu dieser Zeit erhielt sie jedoch wenig bis gar keine mediale Aufmerksamkeit.

Aufgrund dessen überließ Aiso die Skulptur den Elementen und lagerte sie in Bettlaken gewickelt fast zwei Jahre lang im Außenbereich seines Studios. Ab einem gewissen Punkt legte der Wind die Skulptur frei – circa zwei Wochen später wurde Keisuke Aiso mit verstörenden Facebook-Nachrichten von aufgebrachten Nutzern konfrontiert. Das geschah im Juli 2018; Also ungefähr zu dem Zeitpunkt, als sich das Phänomen im Internet entwickelte.

Entstanden ist die Skulptur übrigens auf Grundlage einer japanischen Geistergeschichte: Eine Frau stirbt bei der Geburt und kehrt in das Gebiet, in dem sie verstorben ist, als Vogel zurück.

Künstler will den Horror beenden

Zwar ist der Künstler froh, dass sein Werk globale Aufmerksamkeit erhält, jedoch ruft er die Netz-Community auf, das Bild seiner Skulptur auf diskretere Weise zu nutzen. Momos Tod soll laut Aiso auch ein symbolische Ende des Phänomens darstellen. Scheinbar kursiert dieses derzeit aber noch immer im Internet: Angeblich hat kürzlich sogar eine Youtuberin mit der Horror-Puppe kommuniziert.

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