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Elektroautos teilen alle ein dreckiges Geheimnis

Elektroautos haben nicht nur Vorteile. Im Gegenteil.
Elektroautos haben nicht nur Vorteile. Im Gegenteil.
Foto: imago (3) Collage futurezone.de
Weltweit steigt die Zahl der Elektroautos auf den Straßen. Was allerdings gut für die Umwelt ist, hat andere schlimme Konsequenzen, an die niemand denkt, wenn er sich ein solches Fahrzeug zulegt.

Die Anzahl der global genutzten Elektroautos steigt laut World Economic Forum rapide an. Laut neuester Erhebungen sollen bisher mehr als drei Millionen Fahrzeuge unterwegs sein, und auch die Verkäufe erleben einen fast 75-prozentigen Anstieg. Ein dreckiges Geheimnis verbirgt sich aber dennoch hinter den scheinbar so sauberen Vehikeln.

Elektroautos fürs Volk, die Regierung bleibt bei Benzinern
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Elektroautos sind moralisch verwerflich

Glaubt man Amnesty International bedingen Elektroautos die Verletzung von Menschenrechten. Insbesondere Kinderarbeit für den Abbau von Mineralien wie Kobalt, die für die Akkus der Fahrzeuge benötigt werden, würden die ethische Ansprüche untergraben: "Ohne radikale Veränderungen sind die Batterien, die grüne Vehikel antreiben, weiterhin durch Menschenrechtsverletzungen befleckt", so Amnesty-Generalsekretäring Kumi Naidoo auf dem Nordic EV Summit in Oslo.

Von Kobaltminen im Kongo gehe ein ernsthaftes Gesundheitsproblem für minder- und volljährige Arbeiter aus. Mehr als die Hälfte der weltweit abgebauten Menge des Minerals käme aus der südlichen Republik.

Kinder-Arbeiter durch Lungenerkrankungen geschädigt

Forscher berichten von Minenarbeitern, die nicht älter als sieben Jahre waren, und Mineralien mit der Hand oder minimalstem Werkzeug freilegen mussten. Chronische Lungenerkrankungen durch den Kobalt-Staub seien schon bei diesen jungen Arbeitern nachzuweisen.

Kobalt aus diesen Minen wird an großer Hersteller verkauft. Laut Amnesty ist die Chance, dass Akkus für Elektroautos abenfalls damit hergestellt werden, "inakzeptabel hoch". Gegenwärtig sind dem World Economic Forum zufolge wandern insgesamt 60 Prozent der 125.000 Tonnen an jährlich abgebautem Kobalt in die Batterieherstellung.

Elektroautos können soziale Probleme verursachen
Elektroautos können soziale Probleme verursachen

Die "Global Battery Alliance" der Organisation hat zudem folgendes festgestellt:

  • Rohmaterialien, die für Batterien benötigt werden, werden zu hohen menschlichen Kosten gewonnen, einschließlich Kinderarbeit, Armut und Verschmutzung.
  • Eine enorme Recycling-Herausforderung steht bevor, wenn laut Prognosen 2030 über elf Millionen Tonnen Lithium-Batterien entsorgt werden müssen.

Auf dem OECD Forum zu "Veranwortungsvollen Mineralien-Lieferketten" im April könnten die Mitgliedstaaten verlangen, dass Unternehmen ihre Kobalt-Lieferanten offenlegen. Konzern wie Apple, BMW, Daimler, Renault und Samsung SDI haben sich bereits dazu bereit erklärt.

Dass elektrisch angetriebene Fahrzeuge generell nicht nur Vorteile haben, wird bereits diskutiert. So könnten Elektroautos zu sozialen Probleme führen. Auch autonome Fahrzeuge sind nicht überall gern gesehen. Selbstfahrende Autos sollen unter anderem Prostitution fördern.

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