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Mehr Werbung als Sinngehalt – Schrottplatz YouTube?

YouTube als digitale Müllhalde? Das Ergebnis einer Studie fällt für YouTube vernichtend aus.
YouTube als digitale Müllhalde? Das Ergebnis einer Studie fällt für YouTube vernichtend aus.
Foto: imago/ZUMA Press
Schleichwerbung und fragwürdige Videos – die Ergebnisse einer Studie zu den Inhalten auf YouTube fallen niederschmetternd aus. Überraschen mögen sie nicht, Sorge erregen aber alle Male.

Eine Studie soll jetzt ganz offiziell belegen, was vielen bereits aufgefallen sein dürfte: Auf YouTube findet man mehr Schrott oder Werbung als qualitative Videos. Überraschend? Wohl eher nicht. Besorgniserregend? Auf alle Fälle.

Warum das Maß an Werbung auf YouTube Grund zur Sorge bietet

Im Rahmen einer Untersuchung der Otto Brenner Stiftung wurden die 100 deutschen YouTube-Channels mit den meisten Abonnenten analysiert. Neben Werbung und auch Schleichwerbung en masse, würden der Untersuchung zufolge auch veraltete Rollenbilder propagiert. Warum diese Ergebnisse besorgniserregend sind, erfährst du hier.

Vermittlung falscher Rollenbilder

Laut Jim-Studie 2018 ist YouTube das beliebteste Online-Angebot bei Jugendlichen. Auch zunehmend kleinere Kinder sollen sich YouTube-Videos anschauen. „Wenn zuvorderst Comedy, Streiche, Online-Spiele und Schmink-Tipps das ‚Programm‘ beherrschen, dann wird den Heranwachsenden ein falsches Bild von der gesellschaftlichen Realität vorgegaukelt“, so die Autoren der Studiegegenüber Meedia. Genau deswegen seien die Ergebnisse besorgnisserregend.

Video: Influencerin BibisBeautyPalace

Auch die Botschaften von Influencern halten die Autoren für fragwürdig. So bedienten sie sich etwa veralteter Rollenbilder von Mann und Frau und lebten diese sozusagen den zum Teil noch sehr jungen Zuschauern vor. Auch werde der ungezügelte Konsum propagiert, indem etwa Luxusprodukte wie teure Sportwagen und Designeruhren in aufreizender Pose präsentiert würden.

Hoher Anteil an Schleichwerbung

Den Ergebnissen der Studie zufolge wurde die Mehrheit an Produktwerbung auf YouTube überhaupt nicht als Werbung markiert. Nur vier der untersuchten 100 Channels hätten informierenden Charakter. Die Autoren fordern, Verbraucher mehr auf Schleichwerbung aufmerksam zu machen und ein härteres Durchgreifen der Kontrollbehörden.

Denn ohne Kontrolle auf YouTube können gar Videos kursieren, die 13-Jährigen vorschlagen, sich selbst zu verletzen. Die offizielle als Ad gezeichnete Werbung vor dem eigentlichen Inhalt kennen wir alle. Davon gibt es jetzt noch mehr und noch längere Werbe-Clips – juhu.

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