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Schock für Airbnb Nutzer: Heimliche Überwachung durch Gastgeber

Schutz für den Vermieter vs. Eingriff in die Privatsphäre für den Gast. Wie weit darf die Überwachung in Airbnb Unterkünften gehen?
Schutz für den Vermieter vs. Eingriff in die Privatsphäre für den Gast. Wie weit darf die Überwachung in Airbnb Unterkünften gehen?
Foto: imago/Panthermedia
Gäste bemerkten Überwachsungskameras in ihrer Unterkunft, die ihre Privatsphäre verletzten. Airbnb hat Regeln zu elektronischer Überwachung formuliert und geht konsequent gegen Verstöße vor. Doch den Betroffenen ist das zu wenig.

Wer seine Unterkunft bei Airbnb vermietet, geht auch ein Risiko ein. Immer wieder kommt es zu Sachbeschädigungen und Diebstählen. Häufig wird eine Unterkunft auch für weniger Personen gebucht als dann tatsächlich dort übernachten. Viele Gastgeber nutzen deshalb Überwachungskameras, um in solchen Fällen abgesichert zu sein. Doch wie viel Überwachung ist legitim, und ab wann greift sie in die Privatsphäre der Gäste ein?

Wie Kameras bei Airbnb dich überwachen können

In den vergangenen Wochen wurden mehrere Fälle elektronischer Überwachungen in Airbnb-Unterkünften bekannt. Dabei handelte es sich nicht etwa um Kameras vor der Wohnungstür oder in Gemeinschaftszimmern, sondern in Schlaf-und Badezimmern. Ein wahr gewordener Alptraum für die Betroffenen: die Kameras könnten nicht nur aufzeichnen, sondern auch live übertragen.

Beobachtet vom Gastgeber im Nachbarzimmer

Viel Aufsehen erregte kürzlich der Fall von Max Vest, nicht zuletzt durch dessen Klage gegen Airbnb. Bei seinem Besuch in Florida entdeckte er zwei Kameras, die auf sein Bett gerichtet und offensichtlich angeschaltet waren. Besonders unheimlich: Der Gastgeber befand sich im Nachbarzimmer und könnte Vest in dem Moment beobachtet haben, in dem er die Kameras entdeckte. Max Vest schilderte dem Atlantic, er habe die Wohnung nach der Entdeckung unmittelbar verlassen und sich an Airbnb gewendet.

Video: So können versteckte Kameras bei Airbnb entdeckt werden

Airbnb sperrt Gastgeber – doch ist das genug?

Vest erhielt eine Rückerstattung seiner Buchungskosten und wurde von Airbnb in einem Hotelzimmer untergebracht. Außerdem sperrte die US-Plattform den Gastgeber, leitete aber keine rechtlichen Schritte gegen ihn ein. Tatsächlich hat Airbnb ein Regelwerk zu elektronischer Überwachung in Unterkünften aufgestellt.

Die Richtlinien verbieten sowohl Gästen als auch Gastgebern die Überwachung ohne das Einverständnis der anderen Partei. Max Vest ist enttäuscht: Er erwartet ein rechtliches Vorgehen gegen den Gastgeber durch Airbnb, da es sich um eine Straftat handle.

Auch 2017 wurden Konten gesperrt, die gegen die Community Guidelines von Airbnb verstoßen hatten. Damals wurden bei Airbnb mehrere Nutzerkonten entfernt, die Häuser in Virginia für rechtsextreme Partys gemietet hatten.

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