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Piloten verwarfen Notfallplan: Brisantes Video zum Boeing-Absturz wieder gelöscht

Die Piloten der Ethiopian Airlines-Maschine hielten sich an Plan B, doch das half ihnen auch nicht (Symbolbild).
Die Piloten der Ethiopian Airlines-Maschine hielten sich an Plan B, doch das half ihnen auch nicht (Symbolbild).
Foto: Pixabay
Ein Rätsel um die Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines scheint gelöst. Gelöst ist dabei das richtige Wort: Die Piloten hatten sich offenbar vom vorgegebenen Notfallplan gelöst, bevor das Flugzeug abstürzte.

Immer mehr erschreckende Details werden über die Abstürze zweier Boeing 737 Max 8-Flugzeuge bekannt, und trotzdem konnte das gesamte Rätsel noch nicht gelöst werden. Eine bislang drängende Frage war auch, warum die Piloten der Ethiopian Airlines-Maschine nicht den Notfallplan von Boeing und US-Luftfahrtbehörde befolgten. Ein brisantes und deshalb schnell wieder gelöschtes Video gibt Aufschluss darüber.

Boeing 737 Max 8-Piloten verwerfen Notfallplan – wegen dieser Schwierigkeit

Eigentlich sollte ein von Boeing und der US-Luftfahrtbehörde FAA herausgegebener Notfallplan dafür sorgen, dass ein Absturz der Boeing 737 Max 8 nicht noch einmal vorkommen würde. Der Plan war nach dem Absturz einer 737 Max 8 im Oktober in Indonesien veröffentlicht worden und sollte Piloten des Flugzeugtyps zeigen, wie sie reagieren müssten, wenn die Flugsteuersoftware MCAS Probleme machen würde.

Zunächst war angenommen worden, die Ethiopian Airlines-Piloten hätten den Notfallplan gar nicht befolgt. Möglicherweise hätte der Plan B den Absturz verhindert. Nun aber ist klar: Die Piloten befolgten den Plan – und konnten das Unglück dennoch nicht verhindern.

Ein Bericht des Wall Street Journals und des Branchendienstes Leeham News könnte nun Boeing und Luftfahrtbehörde in Bedrängnis bringen. In Zusammenarbeit mit dem Videodienst MentourPilot wollen sie den Flugverlauf im Simulator nachgestellt und Erschreckendes festgestellt haben. Aus Unfallermittlerkreisen will man erfahren haben, dass sich die Piloten des betreffenden Boeing 737 Max 8-Fluges sehr wohl an das "Drehbuch" hielten und das MCAS abschalteten.

Enormer Kraftaufwand für Piloten

Im weiteren Flugverlauf jedoch wurde das System wieder eingeschaltet, was nicht mehr Plan B entsprach. Das hat einen Grund: Im Simulator konnten die Medien nachstellen, dass es den Piloten nicht möglich gewesen sei, wie vom Drehbuch vorgeschlagen, ein Trimmrad im Cockpit per Hand zu bedienen. Daran seien die enorme Geschwindigkeit des Flugzeugs und der damit erhöhte Winddruck auf das Höhenleitwerk Schuld gewesen.

In einem kurzen YouTube-Video zeigte MentourPilot, wie das abgelaufen sein muss. Im Simulator versuchte ein Pilot mit aller Kraft, das Trimmrad zu drehen – vergeblich. Das Video wurde es schnell wieder gelöscht, angeblich forderte das der Arbeitgeber der Mentour-Piloten. Es ist nicht mehr auffindbar.

Boeing droht Milliarden-Schadenersatz

Die Seattle Times vermutet, dass es für Boeing und die FAA trotzdem Konsequenzen haben wird. Der vorgelegte Notfallplan sei unvollständig und unangemessen gewesen zu sein. Es drohen den beiden Unternehmen ohnehin Schadenersatzklagen in Milliardenhöhe von Angehörigen der fast 350 Opfer beider 737 Max 8-Abstürze.

Am Donnerstag soll ein erster Bericht zur Auswertung des Flugdatenschreibers und des Stimmrekorders der am 10. März abgestürzten Maschine vorliegen. Derzeit bleiben alle 737 Max 8-Flugzeuge am Boden. Außerdem fehlten der Maschine zwei Sicherheitsfeatures, die extra kosten. Ein anderer Flugsimulator-Test des Lion Air-Fluges vom Oktober zeigte auch, dass die Piloten nur Sekunden hatten, um die Tragödie zu verhindern. Willst du einen Flugzeugabsturz überleben, können diese Tipps nicht schaden.

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