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So helfen Quietscheenten das WLAN-Netz zu stabilisieren

Badeenten können dazu beitragen, das WLAN-Netz während einer Naturkatastrophe zu stabilisieren.
Badeenten können dazu beitragen, das WLAN-Netz während einer Naturkatastrophe zu stabilisieren.
Foto: imago images/fStop images
In Regionen, wo das WLAN-Netz immer wieder durch Naturkatastrophen ins Schwanken gerät, muss man erfinderisch werden. Da kann man schon mal auf die Idee kommen Badeenten zur Verbesserung des Netzes einzusetzen.

Was haben Quietscheenten und WLAN gemeinsam? Nicht viel, denkst du jetzt vielleicht. Aber da liegst du falsch. Denn tatsächlich wurde jetzt eine WLAN-Notfallverbindung basierend auf den gelben Gummienten getestet. Und das sogar erfolgreich. Wir erzählen dir, wie die Quietscheente das WLAN-Netz in Naturkatastrophen stabilisieren kann.

Quietscheente vs. Naturkatastrophe: WLAN wird stabilisert

Entwickler mit IBM-Hintergrund des Projekt Owl kamen auf die Idee die Badeenten zu zweckentfremden. Sie sollen im Falle eines Kommunikationsausfalls während einer Naturkatastrophe dazu beitragen, das WLAN-Netz zu stabilisieren. Dabei basieren die Geräte auf den gelben Vögeln. Ja, genau, wir meine die gelben Entchen aus Gummi, mit denen du in der Badewanne plantschst. Auf diese Weise konnte das "ClusterDuck"-Maschennetzwerk erschaffen werden, mit dem deine Geräte im Notfall verbunden werden können. Durch das Material der Gummienten ist das Netzwerk nämlich wasserdicht.

Bei einem Maschennetz handelt es sich um eine spezielle Form eines Stromnetzes, das seinen Namen durch die Vielzahl aus Maschen erhält, aus dem es besteht. Das Netzwerk breitet sich über verschiedene Verbindungsleitungen zu den einzelnen Haushalten aus. Hier kannst du dir den Test von "ClusterDuck" anschauen.

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Kein WLAN in der Notsituation

Bei großen Naturkatastrophen sind Notfallteams oftmals mit mobilen Kommunikationsgeräten mit großer Reichweite ausgestattet. Alle anderen Betroffenen sind bei einem Netztotalausfall aber nicht in der Lage miteinander über technische Geräte zu kommunizieren. Gerade wenn man versucht sich in Sicherheit zu bringen, Hilfe zu organisieren oder Kontakt mit Angehörigen aufzunehmen, steht man ohne Strom und Handynetz hilflos da. Von der Kommunikation abgeschieden zu sein, kann zwischen Leben und Tod entscheiden.

So funktioniert "ClusterDuck" im Notfall

Kommt es zum Ernstfall, dann kannst du "ClusterDuck" wie folgt nutzen:

  • Du musst dich im Radius von "ClusterDuck" befinden.
  • Im Notfall erhältst du eine Benachrichtigung.
  • Hier findest du Anweisungen zur Herstellung einer Verbindung mit der cloud-basierten "Papa Duck"-Software.
  • Diese leitet die Opfermeldung an ein Antwortportal weiter.

Momentan hat das Quietscheenten-Netz allerdings nur eine Reichweite von einem Quadratkilometer. Doch die Entwickler sind zuversichtlich, dass dieser Bereich bald um das 100-fache vergrößert werden kann.

"ClusterDuck" unter rauen Bedingungen getestet

Das Konzept wurde zunächst in Puerto Rico getestet. Hier arbeiten die Entwickler mit IBM-Programmierern und der dortigen Regierung zusammen. Das Gummienten-Netz wurde hier unter rauen Bedingungen in Orten wie Isabela bis San Juan getestet.

"Eine Lösung wie diese von Owl könnte in einem Notfall wie der, den wir hatten, definitiv nützlich sein. Es gibt andere Lösungen für die Hardware und die Software. Aber diese Kombination aus beiden macht es anders und mächtig", sagt Ruth Silva, Stellvertreterin des Chief of Operations der ITDRC Puerto Rico gegenüber The Next Web.

Schäden im Katastrophenfall nicht vorhersehbar

Als nächstes soll es in Houston geprüft werden. Die Hurrikanprognose für 2019 sieht bereits sieben Stürme voraus. Daraus lässt sich aber noch lange nicht sagen, welcher Schaden in der Region erwartet wird.

Gerade weil die Prognose über Schäden bei Naturkatastrophen nicht gemacht werden kann, sucht das Project Owl nach einer Lösung, die Kommunikation in solchen Fällen aufrecht erhalten zu können.

So kannst du dich außerdem für den Notfall vorbereiten: So rüstest du dein Smartphone für den Ernstfall.

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