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Zu Unrecht erfasst? Gutachter warnen vor Falschblitzern

Blitzer machen vor allem bei Dunkelheit Messfehler, so Gutachter.
Blitzer machen vor allem bei Dunkelheit Messfehler, so Gutachter.
Foto: imago images/HMB-Media
Blitzer gelten normalerweise als sehr zuverlässig. Gutachter bemängeln jetzt jedoch einige Anlagen, die von den Behörden genutzt werden, um Raser zu erfassen.

Geblitzt zu werden ist immer ärgerlich. Normalerweise können wir uns jedoch darauf verlassen, dass wir zu Recht bestraft werden. Gutachter haben jetzt jedoch herausgefunden, dass das nicht immer der Fall ist: Blitzern des Typs Eso ES3.0 konnten in mehreren Fällen Messfehler nachgewiesen werden.

Messfehler bei Blitzern: Das Sorgenkind heißt Eso ES3.0

Vier Sachverständigenbüros kamen zu dem gleichen Ergebnis, die Lage ist also ziemlich eindeutig: Die Blitzanlage Eso ES3.0 neigt zu Messfehlern bei der Erfassung von Fahrzeugen mit LED-Licht. Die Gutachter hatten die Anlagen in der Dunkelheit mit elf verschiedenen Fahrzeugen, die über LED-Licht verfügen, getestet. Sie erhielten über 300 Messungen und konnten nach eigenen Angaben "Messfehler klar nachweisen". Veröffentlicht wurden die Ergebnisse in der dritten, diesjährigen Ausgabe von "Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik".

Eso ES3.0 scheitert an LED-Licht

Eso ES3.0 gehört eigentlich zu den modernsten Anlagen: In ganz Deutschland sind Blitzer dieses Typs ca. 700 mal aufgestellt. Mithilfe eingebauter Sensoren erfasst das Gerät Faktoren wie die Veränderung der Helligkeit, den Fahrzeugumriss und die Dauer der Vorbeifahrt. So kann blitzschnell das Tempo des Fahrzeugs berechnet werden – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Problem: Wenn Autos über LED-Licht verfügen, handelt es sich meistens um gepulstes Licht, das heißt, dass es pro Sekunde mehrere hundert mal an- und wieder ausgeschaltet wird. Mit fatalen Folgen: Der Eso ES3.0 hat dann Schwierigkeiten, den Umriss des Fahrzeugs bei Dunkelheit und damit die Geschwindigkeit exakt zu bestimmen.

Video: Blitzer ESO 3.0 - LED-Lichter beeinflussen Messung

Weitere Untersuchungen notwendig

Auch wenn die Beeinträchtigung des Eso ES3.0 durch LED-Lichter somit eindeutig bewiesen werden konnte, sind weitere Tests notwendig, um das Ausmaß der Messfehler zu bestimmen.

Bisher wurde dahingehend nur ein Versuch durchgeführt: Ein Fahrversuch auf einem Flugplatz lieferte im März diesen Jahres "Anhaltspunkte für Abweichungen um die 10 km/h", gab der Sachverständige Fabian Schwarz gegenüber der Lausitzer Rundschau an.

Auf die Veröffentlichung der Ergebnisse folgte ein Streit zwischen der Sachverständigengesellschaft und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Erstere fordert, dass der Eso ES3.0 nicht mehr bei Dunkelheit eingesetzt wird, während die PTB die Methodik der Sachverständigen bei ihren Tests kritisiert und die Ergebnisse anzweifelt.

Wer gar nicht erst erfasst werden möchte, sollte sich informieren: Warnungen zur Geschwindigkeitsbegrenzung und vor Blitzern gehören seit neuestem zum Repertoire von Google Maps. Die Blitzer-Anzeige wird in mehr als 40 Ländern eingeführt. Generell ist das Smartphone ein toller Wegbegleiter. Ob zur Unterhaltung, Orientierung oder als Spritrechner: Es lohnt sich, sein Handy mit dem Auto zu verbinden.

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