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Handynetze gehackt: Gestohlene Anrufe machen alle Opfer jederzeit auffindbar

Dadurch, dass zahlreiche Handynetze gehackt werden konnten, sind viele Opfer unbemerkt Überwachung ausgesetzt.
Dadurch, dass zahlreiche Handynetze gehackt werden konnten, sind viele Opfer unbemerkt Überwachung ausgesetzt.
Foto: imago images/Westend61
Über mehrere Jahre haben Hacker weltweit Mobilfunknetze angegriffen und Anrufaufzeichnungen gestohlen. Die Opfer merken davon nichts, denn es geht um gezielte Überwachung.

Über Jahre haben Hacker laut Sicherheitsforschern weltweit mehr als zehn Handynetze angegriffen und für Überwachungszwecke die Aufzeichnungen unzähliger Anrufe gestohlen.

Handynetze gehackt, um Einzelpersonen auszuspionieren

Bei den Hackerattacken auf die Handynetze soll es um gezielte Personenüberwachung gegangen sein. Zeiten, Daten und die Standorte während der Anrufe von mindestens zwanzig Individuen seien gestohlen worden, so die Forscher der in Boston ansässigen Sicherheitsfirma von Cybereason.

Wie die Experten gegenüber Techcrunch berichten, seien die Hacker in der Lage, den physischen Standort jeder der Personen zu ermitteln, die die entsprechenden Anrufe getätigt haben. Dazu zählten angeblich auch Politiker und Spione. Einzig nötig wären dazu die Gesprächsdatensätze, die sogenannten Call-Details-Records (CDR).

Diese gelten als eine Art Kronjuwelen unter Geheimdiensten, so die Sicherheitsforscher, weil es sich dabei um sehr detaillierte Metadaten-Protokolle der Provider handelt. Sie dienen dazu, Anrufe und Nachrichten von einer Person mit der anderen zu verknüpfen.

Zwar beinhalten CDRs nicht die tatsächlichen Gesprächsinhalte und Nachrichtentexte, dafür aber Informationen, die Einblicke in das persönliche Leben erlauben.

Angriff auf Handynetze dauert weiterhin an

Entdeckt haben man bereits vor einem Jahr, dass weltweit Handynetze gehackt wurden. Die Angriffe wären außerdem weiterhin im Gange, so der Gründer und Geschäftsführer von Cybereason, Lior Div. Dabei würden die Angreifer ein Handynetz nach dem nächsten attackieren und sich dauerhaften Zugang verschaffen.

Während man davon ausgeht, dass die Attacken auf Handynetze mit staatlicher Unterstützung ausgeführt wurden, bleiben die Angreifer für deren Opfer völlig unsichtbar. Im Zentrum des Verdachts stehen gegenwärtig chinesische Hacker, deren Gruppierung als APT10 bekannt ist. Es könne jedoch genauso gut sein, dass sich jemand versucht als jenes Hackerkollektiv auszugeben, so Div.

Handelt es sich tatsächlich um die chinesische Gruppierung, scheint diese sehr aktiv zu sein. Erst kürzlich wurde vermutet, dass APT10 für Hackerangriffe auf die NASA 2018 verantwortlich gewesen sein könnte.